<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><atom:link href="https://antraege.gruene.de/52bdk/feedmotions" rel="self" type="application/rss+xml" />
            <title>52. Bundesdelegiertenkonferenz Berlin: Anträge</title>
            <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/feedmotions</link>
            <description></description>
            <image>
                <url>https://antraege.gruene.dehttps://antraege.gruene.de/img/logo_gruene-2015.png</url>
                <title>52. Bundesdelegiertenkonferenz Berlin: Anträge</title>
                <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/feedmotions</link>
            </image><item>
                        <title>H-01: Haushalt</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/haushalt-52803</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 28.09.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/haushalt-52803</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="https://wolke.netzbegruenung.de/f/12540323652">HIER</a> findet ihr die Dokumente:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jahresabschluss 2025</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Haushaltsabschluss Bundestagswahlkampf 2025</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Haushaltsplanung 2027</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Mittelfristplanung bis 2030</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Rücklagenentwicklung bis 2030</li></ul></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>-</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 11:12:58 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>S-20: GO der Bundesversammlungen NEU: § 3 Antragskommission </title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/go-der-bundesversammlungen-neu-3-antragskommission-2161</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 08.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/go-der-bundesversammlungen-neu-3-antragskommission-2161</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>NEU: §3 Antragskommission</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(1) Die Antragskommission setzt sich gemäß §14 Abs. 9 der Satzung zusammen und wird auf der BDK auf zwei Jahre gewählt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(2) Die Antragskommission soll spätestens 14 Tage nach Ende des Änderungsantragsschlusses einen ersten Verfahrensvorschlag an die Antragsteller*innen unterbreiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(3) Die Antragskommission hat das Recht, eine Frist für die Rückmeldung des*der Antragsteller*in zu setzen. Die Frist muss mind. 24 Stunden betragen. Fristverlängerungen können vereinbart werden. Wenn keine Rückmeldung bis zur gesetzten Frist erfolgt, gilt der Verfahrensvorschlag der Antragskommission als angenommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(4) Die Antragskommission soll vor der BDK Antragsteller*innentreffen abhalten, um Klärungsbedarf zu Antragsverfahren aufzulösen. Diese Treffen sind in der Regel mitgliederöffentlich. Zu den Treffen soll mit Angabe von Zeit und Ort spätestens eine Woche vorher eingeladen werden. Wenn eingeladene Antragsteller*innen selbst nicht teilnehmen können, muss in Textform eine Vertretung bestimmt werden, die das Mandat hat, Verfahrensweisen zu vereinbaren. Abwesenheit ohne Vertretung oder Abmeldung wird von der Antragskommission als Zustimmung zu ihrem Verfahrensvorschlag gewertet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(5) Die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Antragsteller*innen und Antragskommission sollen fortlaufend und umgehend, in der Regel aber spätestens 48 Stunden, vor Beginn der BDK veröffentlicht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(6) Die Antragskommission hat das Recht, der BDK folgende Empfehlungen zum Abstimmungsverfahren vorzulegen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="1"><li>Übernahme: Der (Änderungs-)Antrag wird in der gestellten Form in den Antrag übernommen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="2"><li>Modifizierte Übernahme: Der (Änderungs-)Antrag wird in abgeänderter Form übernommen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="3"><li>Abstimmung: Der (Änderungs-)Antrag wird den Delegierten zur Abstimmung auf der BDK vorgelegt.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="4"><li>Erledigt durch: Der (Änderungs-)Antrag hat durch einen anderen (Änderungs-)Antrag oder ein anderes Antragsverfahren bereits Berücksichtigung gefunden und wird nicht separat abgestimmt.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="5"><li>Nicht-Befassung: Die Antragskommission kann einen (Änderungs-)Antrag zur Nicht-Befassung vorschlagen, wenn der beantragte Sachverhalt den Ursprungsantrag um sachfremde Aspekte erweitert, und/oder die Beschlusslage eindeutig ist und der Sachverhalt bereits in den letzten zwei Jahren Gegenstand eines Beschlusses der BDK oder einer Urabstimmung war, ohne dass sich in der politischen Lage in diesem Zeitraum grundsätzliche Änderungen ergeben haben.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="6"><li>Überweisung: Der (Änderungs-)Antrag wird an ein geeignetes Parteigremium, Organ, Gruppe überwiesen, um diesen in Zusammenarbeit mit der*dem Antragsteller*in zu beraten. Sie sind durch eine Überweisung aufgefordert, sich mit dem Antrag zu befassen. Die Antragskommission fügt einer Überweisung einen konkreten Auftrag bei. Die*der Generalsekretär*in erfasst die Bearbeitung der überwiesenen Anträge und berichtet den Antragsteller*innen schriftlich über den Bearbeitungsstatus. Die Antragskommission kann auch empfehlen einen (Änderungs-)Antrag einer Fraktion oder dem Bundesverband der Grünen Jugend oder der Kommunalpolitische Bundesvereinigung zur Berücksichtigung zu übergeben.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol class="lowerAlpha" start="7"><li>Vertagung: Die Antragskommission kann Anträge auf die folgende BDK oder den folgenden Länderrat vertagen. Der Antrag ist dort zu behandeln. Die Antragskommission schlägt eine Vertagung mit einem konkreten Auftrag (bspw. zweite Lesung in einem Expert*innengremium) vor. Die*der Generalsekretär*in stellt die Bearbeitung der vertagten Anträge sicher. Der Antrag muss (in seiner veränderten Form) erneut an die BDK oder den Länderrat gestellt werden. Die Zulässigkeit muss in diesem Fall nicht erneut geprüft werden.</li></ol></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>-</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Begründung erfolgt mündlich.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 10:40:19 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-28: Aus der Dürre lernen – Wasser sichern, Landwirtschaft schützen, Klimaresilienz stärken </title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/aus-der-durre-lernen-wasser-sichern-landwirtschaft-schutzen-klimar-56963</link>
                        <author>BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (dort beschlossen am: 08.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/aus-der-durre-lernen-wasser-sichern-landwirtschaft-schutzen-klimar-56963</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wasser ist die Grundlage allen Lebens – ganz besonders unserer Landwirtschaft und unserer Ernährung. 2026 hat deutlich gemacht, wie verletzlich unsere Landwirtschaft gegenüber häufiger und extremer Dürre in Zeiten der Klimakrise ist: Ernteausfälle, Futtermangel, Lieferengpässe für Futter, Ernten und Dünger wegen Niedrigständen der Flüsse. Die Folgen sind Ertragseinbußen, Unsicherheit auf den Betrieben, zunehmender Bewässerungsbedarf und wachsende Konflikte um das knappe Wasser.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Antwort kann nicht sein, immer mehr Wasser aus Grund- und Oberflächengewässern zu entnehmen. Wir müssen unsere Landschaft so gestalten, dass sie Wasser länger halten kann: weg von einer durch Entwässerungseinrichtungen geprägten Landschaft zu einer Schwammlandschaft. Landwirtschaft kann dabei ein wichtiger Teil der Lösung sein: Humusreiche Böden, vielfältige Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, Hecken, Agroforst sowie renaturierte Moore und Auen helfen, Wasser zu speichern und Trockenperioden besser zu überstehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine klimaresiliente Landwirtschaft ist deshalb zugleich Vorsorge für Ernährungssicherheit, für bäuerliche Einkommen und für unsere natürlichen Lebensgrundlagen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Bundesparteitag beschließt folgende Forderungen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wasser zum Leitprinzip der Agrarpolitik machen. </strong>Wasser muss als zentrale Produktions- und Lebensgrundlage in der Agrarpolitik verankert werden. Ordnungs- und Förderpolitik müssen auf einen nachhaltigen und gerechten Umgang mit Wasser ausgerichtet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wasser in der Landschaft halten. </strong>Deutschland muss sich zu einer Schwammlandschaft entwickeln. Lebendige Böden, Feuchtflächen, renaturierte Moore, Auen und strukturreiche Agrarlandschaften können mehr Wasser bei Niederschlägen aufnehmen und während Trockenperioden abgeben. Entwässerungs-Infrastruktur wie Drainagen und Gräben sind zurück- und umzubauen. Auch die Wälder spielen eine wichtige Rolle – speichern sie doch Wasser und geben es langsam ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Böden als Wasserspeicher stärken. </strong>Humusaufbau, Ökolandbau, Zwischenfrüchte, dauerhafte Bodenbedeckung, vielfältige Fruchtfolgen etc. sollen stärker honoriert werden. Gesunde Böden sind unsere natürliche Infrastruktur gegen Dürre und Erosion.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Hecken und Agroforst ausbauen. </strong>Hecken, Feldgehölze und Agroforstsysteme reduzieren Wind- und Wassererosion, verbessern das Mikroklima, verringern Verdunstung und erzeugen Feuchtigkeit. Gleichzeitig schaffen sie Lebensräume und zusätzliche Möglichkeiten für regionale Wertschöpfung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bewässerung effizient und nachhaltig gestalten. </strong>Bewässerung wird in vielen Regionen wichtiger, darf aber nicht zur Übernutzung von Grund- und Oberflächenwasser führen. Wasserentnahmen müssen sich am verfügbaren Wasserangebot orientieren, transparent erfasst und effiziente Bewässerungstechniken priorisiert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wasser gerecht verteilen. </strong>Während Dürreperioden braucht es transparente, wissenschaftsbasierte Regeln zur Priorisierung von Wasserentnahmen. Trinkwasserversorgung, Ökosysteme und die Sicherung der Lebensmittelproduktion müssen dabei besonders berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Landwirtschaft für Wasserrückhalt entlohnen. </strong>Landwirt*innen, die Wasser auf ihren Flächen halten, leisten einen gesellschaftlichen Beitrag. Diese Leistung muss langfristig verlässlich vergütet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Ökolandbau fördern. </strong>Der Ökolandbau kommt ohne fossilen Dünger und Pestizide aus und erhält eine gesunde Bodenstruktur, die positiv für Erosionsschutz und Grundwasserneubildung ist. Das Ziel, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland bis 2030 auf 30% zu steigern, muss vehement verfolgt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wasserverschmutzung reduzieren. </strong>Trinkwasser wird immer kostbarer. Wir können es uns nicht leisten, es mit Pestiziden, PFAS und Nitrat zu verunreinigen. Die EU-Nitratrichtlinie muss Deutschland endlich umsetzen. Die Verunreinigung des Trinkwassers nachträglich durch Beimischung von unbelastetem Wasser auszugleichen, verbraucht viel Wasser, verursacht hohe Kosten und ist sozial ungerecht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Reduktion des Imports von virtuellem Wasser. </strong>Wasserknappheit ist in vielen Ländern dieser Welt eklatanter als in Deutschland; oftmals herrscht dort Hunger und Mangelernährung. Wir importieren Lebensmittel, zu deren Produktion vor Ort viel Wasser genutzt wird, das nicht der lokalen Bevölkerung zur Verfügung steht. Dagegen erarbeiten wir eine Strategie zur Reduktion des Imports virtuellen Wassers.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Hier ist der Text in leichter Sprache:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wasser ist wichtig für uns alle. Wasser ist die Grundlage für alles Leben. Besonders die Landwirtschaft braucht Wasser für unsere Lebensmittel. Im Jahr 2026 gab es große Probleme: Es gab zu wenig Regen und die Flüsse waren zu niedrig. Das führte zu weniger Ernten und Problemen beim Transport von Futter und Dünger. Wenn Wasser knapp wird, gibt es oft Streit darüber, wer es nutzen darf.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Lösung: Eine Schwammlandschaft<br>
Wir dürfen nicht einfach immer mehr Wasser aus der Erde oder aus Flüssen holen. Stattdessen müssen wir die Natur so verändern, dass sie Wasser wie ein Schwamm speichern kann. Das hilft gegen Trockenheit. Das geht so:<br>
- Gesunde Böden: Mehr Humus und ökologischer Landbau helfen, Wasser zu speichern.<br>
- Mehr Natur: Hecken, Bäume auf den Feldern (Agroforst) und renaturierte Moore und Auen halten das Wasser fest.<br>
- Umbau: Alte Gräben und Rohre, die das Wasser schnell ableiten, sollen zurückgebaut werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Unsere Forderungen für die Politik<br>
Wir wollen, dass der Schutz des Wassers das wichtigste Ziel in der Agrarpolitik wird. Dazu gehören diese Punkte:<br>
- Gerechte Verteilung: Es muss klare Regeln geben, wer bei Trockenheit zuerst Wasser bekommt. Trinkwasser und die Lebensmittel-Produktion sind am wichtigsten.<br>
- Unterstützung für Bauern: Landwirt*innen, die Wasser auf ihren Feldern speichern, sollen dafür Geld bekommen.<br>
- Weniger Gift: Wir müssen das Trinkwasser schützen. Pestizide und Nitrat dürfen nicht ins Wasser gelangen.<br>
- Weltweite Verantwortung: Wir wollen weniger Lebensmittel importieren, für deren Herstellung in armen Ländern zu viel Wasser verbraucht wird.<br>
- Öko-Ziel: Bis 2030 sollen 30 % der Flächen in Deutschland ökologisch bewirtschaftet werden.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Klimakrise verändert die Produktionsbedingungen der Landwirtschaft. Häufigere und längere Dürren treffen immer mehr Betriebe. Gleichzeitig können ausgetrocknete oder verdichtete Böden während Starkregen Wasser nicht ausreichend aufnehmen. Dadurch verschärfen sich Dürre, Erosion und Hochwasserrisiken gleichzeitig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die zentrale Antwort muss sein, Wasser länger in der Landschaft zu halten. Dabei geht es nicht darum, Landwirtschaft gegen Naturschutz auszuspielen. Im Gegenteil: Eine Landwirtschaft, die Wasser in der Landschaft hält, schützt ihre eigene Produktionsgrundlage.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dafür braucht es politische und finanzielle Rahmenbedingungen. Wasserrückhalt, Bodengesundheit und klimaresiliente Systeme sind Leistungen, von denen die gesamte Gesellschaft profitiert. Sie müssen deshalb als öffentliche Leistungen anerkannt und vergütet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wer heute Wasser in der Landschaft hält, sichert die Ernte von morgen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 21:06:07 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>ohne Nr. Digitalisierungsstrategie</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/digitalisierungsstrategie-57919</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 07.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/digitalisierungsstrategie-57919</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die vorliegende Digitalisierungsstrategie wurde in den vergangenen Monaten unter breiter Beteiligung aus Bundesverband, Landesverbänden und weiteren Parteistrukturen erarbeitet und in mehreren Gremien beraten. Der Bundesvorstand hat die Strategie am 07.10.2026 einstimmig beschlossen. Die Digitalisierungsstrategie wird der Bundesdelegiertenkonferenz vorgestellt.<br>
Mit der Strategie schaffen wir einen gemeinsamen Rahmen dafür, wie wir digitale Infrastruktur künftig wirkungsorientiert, föderal und verlässlich weiterentwickeln. Sie beschreibt unsere gemeinsamen Ziele und Leitprinzipien, die künftige Governance und Priorisierung sowie Anforderungen an Produktqualität, digitale Souveränität und den Umgang mit neuen technologischen Entwicklungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>1. Vision und Leitprinzipien</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>Vision</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Sie verbessert unsere Parteiarbeit und erleichtert Menschen die politische Teilhabe. Wir wollen als digitale Partei Maßstäbe setzen und Parteiarbeit so gestalten, dass sie einfach, intuitiv und selbstverständlich funktioniert. Dafür schaffen wir eine gemeinsame nachhaltige und verlässliche digitale Infrastruktur, die Zusammenarbeit erleichtert, Beteiligung stärkt und Lust auf gemeinsames politisches Arbeiten macht. Die Strategie legt dafür Ziele und Prinzipien für ihre Entwicklung fest und gibt Orientierung dafür, wie digitale Dienste geplant, priorisiert, weiterentwickelt und überprüft werden. Unsere digitalen Anwendungen richten wir an diesen Prinzipien aus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>L</strong><strong>eitprinzipien</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Unsere Digitalisierung folgt den Grundwerten und Beschlüssen der Partei.</strong><br>
Beschlüsse und Positionen bilden den verbindlichen Rahmen für unsere digitale Entwicklung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir sichern digitale Souveränität.</strong><br>
Free/Libre Open Source (FLOS)-Software ist unser Standard bei der Auswahl und Beschaffung externer Software und wird eingesetzt, wo immer es sinnvoll und möglich ist. Offene Schnittstellen, transparente Betriebsmodelle und klare Verantwortlichkeiten reduzieren Abhängigkeiten und stärken unsere Kontrolle über Systeme und Daten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir handeln nachhaltig und ressourcenschützend.</strong><br>
Green IT heißt für uns: so digital wie nötig, so ressourcenschützend wie möglich. Deshalb berücksichtigen wir den Ressourcenverbrauch und Nachhaltigkeit bereits bei Auswahl, Entwicklung und Betrieb.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir gestalten digitale Angebote zugänglich und diskriminierungsfrei.</strong><br>
Digitale Anwendungen sollen Beteiligung erleichtern und Barrieren abbauen. Unterschiedliche Lebensrealitäten und Fähigkeiten müssen dabei berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir schützen Daten und Systeme.</strong><br>
Parteien sind ein bevorzugtes Ziel von Cyberangriffen, und Mitgliederdaten lassen Rückschlüsse auf politische Überzeugungen zu. Datenschutz und IT-Sicherheit werden deshalb von Beginn an berücksichtigt und haben bei uns den Stellenwert, den diese Verantwortung verlangt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir haben die Organisation als ganzes System im Blick.</strong><br>
Digitale Prozesse und Lösungen denken wir über einzelne Ebenen und Zuständigkeiten hinaus. Bundesgeschäftsstelle, Landesverbände, Gliederungen und Mitglieder betrachten wir als Teile eines gemeinsamen Systems, das möglichst gut zusammenspielen soll.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir arbeiten aufgaben- und wirkungsorientiert.</strong><br>
Ausgangspunkt digitaler Vorhaben ist nicht der Wunsch nach einem bestimmten Tool, sondern eine konkrete Aufgabe, ein Problem oder eine erwartete Verbesserung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verbessern Prozesse.</strong><br>
Digitale Systeme sollen unseren Zielen und Arbeitsweisen dienen. Deshalb hinterfragen wir bestehende Prozesse und passen sie an, damit sie Zusammenarbeit, Selbstbestimmung und wirksames Handeln stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir entwickeln gemeinsam und iterativ.</strong><br>
Digitale Lösungen werden mit Rückmeldungen aus der Praxis entwickelt und regelmäßig überprüft. Erfahrungen, Probleme und auch Fehlschläge nutzen wir, um Systeme und Prozesse weiterzuentwickeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir lassen niemanden mit der Software und deren Benutzung allein.</strong><br>
Gute Digitalisierung endet nicht mit der Bereitstellung einer Anwendung. Verständliche Dokumentation, Unterstützung, Schulungen und verlässliche Supportwege gehören dazu.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir erleichtern Einführung und Nutzung.</strong><br>
Wo sinnvoll, unterstützen wir den Einsatz digitaler Anwendungen durch Standards, Vorlagen und wiederverwendbare Konfigurationen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verstehen digitale Infrastruktur als gemeinsame Dienstleistung.</strong><br>
Was gemeinsam besser, sicherer und wirtschaftlicher bereitgestellt werden kann, stellen wir gemeinsam bereit. Dabei bleibt Raum für unterschiedliche Anforderungen und lokale Gestaltung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>2. Gemeinsame Digitale Dienste, Befähigung, Produktqualität und Support</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gemeinsame digitale Dienste sollen die Arbeit der Partei im Alltag erleichtern. Sie sollen Ehrenamt, Hauptamt und Geschäftsstellen entlasten, Gliederungen stärken und Zusammenarbeit über Ebenen hinweg verlässlicher machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute digitale Dienste bestehen dabei nicht nur aus Software. Zu ihnen gehören auch eine verlässliche technische Ausstattung, hohe Produktqualität, eine gute Einführung sowie verständliche Unterstützung und Support. Gemeinsam geregelt werden die Grundlagen, auf die alle digitalen Dienste aufbauen: zentrale Plattformen, digitale Identität, Mitgliederverwaltung, Schnittstellen, Datenschutz- und Sicherheitsstandards sowie gemeinsam finanzierte oder genutzte Systeme.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere digitale Infrastruktur soll auch die digitale Zusammenarbeit mit europäischen Partnerorganisationen und Schwesterparteien gut unterstützen. Deshalb achten wir darauf, dass Kommunikation und der Austausch von Informationen möglichst einfach über Organisations- und Ländergrenzen hinweg funktionieren. Die Digitalisierungsstrategie soll auch einen Beitrag leisten, dass die Zusammenarbeit über Länder- und Sprachgrenzen vereinfacht wird und es einfacher wird, europäisch und international voneinander zu lernen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Was vor Ort gestaltet wird, bleibt in der Verantwortung der Gliederungen. Bundesverband, Landesverbände und gemeinsame Digitalstruktur unterstützen durch verlässliche Dienste, Beratung, Vorlagen, Schulung, Rollout-Begleitung und nachnutzbare Lösungen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Digitale Grundausstattung in Haupt- und Ehrenamt </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die digitale Parteiarbeit braucht es eine verlässliche digitale Grundausstattung, damit alle gut, sicher und arbeitsfähig handeln können. Dazu gehören sichere Dateiablage, Kommunikationswerkzeuge, hybride Sitzungen, Veranstaltungsunterstützung, Wahlkampftools und grundlegende IT-Sicherheit. Darüber hinaus vollständig ausgestattete digitale Arbeitsplätze für Geschäftsstellenmitarbeitende.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Empfehlungen und Standards zur digitalen Parteiarbeit fließen in Handlungsfelder, Entwicklungspläne, Supportangebote und Rollouts ein. Ziel ist, die Parteiarbeit einfacher zu gestalten, Doppelarbeit zu vermeiden und Lösungen bereitzustellen, die im Alltag wirklich helfen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Produktqualität </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute digitale Produkte befähigen durch ihre Qualität. Sie sollen verständlich, verlässlich und so gestaltet sein, dass sie im Alltag möglichst ohne zusätzliche Schulung nutzbar sind. Je besser Anwendungen funktionieren, desto weniger Supportaufwand entsteht.<br>
Für zentrale digitale Dienste gelten deshalb klare Qualitätsansprüche:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie sind einfach verständlich und ohne Spezialwissen nutzbar.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie folgen einer möglichst einheitlichen Nutzerführung, Gestaltung und Bedienlogik und schaffen damit ein konsistentes Nutzungserlebnis über verschiedene Anwendungen hinweg.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie zahlen erkennbar auf die Wirkungsziele dieser Strategie ein.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie sind barrierearm, medienbruchfrei und für unterschiedliche Nutzungssituationen geeignet.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie erfüllen die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie sind dokumentiert, schnittstellenfähig und in bestehende Arbeitsprozesse integrierbar.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Sie sind dauerhaft betreibbar mit Blick auf Wartung, Betriebskosten, Ressourcenverbrauch und Supportaufwand.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Support und Schulung </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Technik wirkt nur, wenn Menschen sie einfach nutzen können und bei Problemen verlässliche Hilfe erhalten. Unser erstes Ziel ist, zentrale digitale Dienste so gut zu gestalten, dass sie möglichst wenig Schulung benötigen. Wo Schulung notwendig ist, stellen wir sie rollenbezogen, praxisnah und dauerhaft verfügbar bereit. Für zentrale Anwendungen definieren wir klare Supportwege, Zuständigkeiten, Reaktionszeiten und Eskalationsverfahren. Support soll besonders das Ehrenamt entlasten und niedrigschwellig erreichbar sein. Für jeden zentralen grünen digitalen Dienst stellen wir kurze Einführungs-Tutorials bereit.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>3. Wirkungsziele, Handlungsfelder und Weiterentwicklung</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Wirkungsziele beschreiben, was Digitalisierung für die Partei leisten soll. Sie bilden den Maßstab dafür, welche digitalen Vorhaben wir gemeinsam verfolgen und wie wir bestehende Lösungen weiterentwickeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>Die Wirkungsziele </strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Nachhaltigkeit, Sicherheit und digitale Souveränität verankern</strong><br>
Digitale Infrastruktur soll Ressourcen schützen, Daten sichern und die Kontrolle der Partei über ihre Systeme, Schnittstellen und Mitgliederverwaltung stärken. Diese Maßstäbe gelten für alle digitalen Vorhaben. Ein zentraler Hebel dafür ist das Handlungsfeld Plattform, Identität und Mitgliederverwaltung. Hier bündeln wir die grundlegenden technischen und organisatorischen Voraussetzungen für viele weitere digitale Angebote. Es umfasst Login, Rollen- und Rechtemanagement, Mitgliederverwaltung, Schnittstellen, Hosting, Infrastruktur und Basisdienste.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Teilhabe und Mitbestimmung erleichtern</strong><br>
Digitale Anwendungen sollen innerparteiliche Demokratie einfacher, zugänglicher und rechtssicher unterstützen. Mitglieder und Aktive sollen unabhängig von Ort, technischer Erfahrung oder individuellen Voraussetzungen an politischen Prozessen teilnehmen können. Digitale Beteiligung muss daher niedrigschwellig, barrierearm und auch in hybriden Formaten zuverlässig möglich sein. Das Handlungsfeld Teilhabe und Mitbestimmung bündelt die digitalen Prozesse innerhalb unserer Partei: von Antragsarbeit, Abstimmungen und Versammlungsunterstützung bis zu rechtssicheren hybriden Beteiligungsformaten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Prozesse verbessern und Geschäftsstellen entlasten</strong><br>
Digitalisierung soll wiederkehrende Abläufe einfacher, verständlicher und weniger aufwendig machen. Das betrifft insbesondere in Geschäftsstellen, Landesverbänden und Gliederungen, aber ebenso die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt. Das Handlungsfeld Zusammenarbeit, Prozesse und Geschäftsstellenausstattung bündelt die dafür nötigen Werkzeuge und Standards: Kommunikation, Dateiablage, Prozessunterstützung, digitale Arbeitsplätze, Geschäftsstellenbetrieb und hybride Veranstaltungsformate.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wissen auffindbar und nutzbar machen</strong><br>
Wissen soll innerhalb der Partei leicht auffindbar, verständlich und nutzbar sein. Gute Lösungen dürfen nicht an einzelnen Personen hängen, sondern müssen für alle Ebenen zugänglich und nachnutzbar werden. Das Handlungsfeld Wissen und Information bündelt die dafür notwendigen Strukturen und Angebote: Wissensdatenbanken, Dokumentationen, Vorlagen, Anleitungen und zielgruppengerechte Informationen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Mobilisierung und Kampagnenfähigkeit stärken</strong><br>
Digitale Werkzeuge sollen Aktive schneller handlungsfähig machen, Kampagnen wirksam unterstützen und Mobilisierung über Ebenen hinweg erleichtern. Mitglieder und Aktive sollen möglichst einfach Informationen erhalten, sich organisieren und an Aktivitäten beteiligen können. Das Handlungsfeld Mobilisierung und Kampagne bündelt digitale Lösungen, die Wahlkämpfe, Kampagnen und die Aktivierung von Menschen unterstützen: Werkzeuge für Wahlkampfplanung, Aktionen, Materialbereitstellung, Reichweite und die Aktivierung von Mitgliedern, Aktiven und Unterstützer*innen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>Handlungsfelder</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit nicht nur einzelne Projekte entstehen, bündeln wir zusammengehörige digitale Produkte zu dauerhaften Handlungsfeldern. Die Handlungsfelder sind keine zeitlich begrenzten Projekte. Sie bilden dauerhafte Verantwortungs- und Entwicklungsbereiche. Innerhalb eines Handlungsfeldes können bestehende Produkte weiterentwickelt, neue Vorhaben begonnen oder nicht mehr benötigte Lösungen abgelöst werden. Ein Entwicklungsplan macht sichtbar, welche Vorhaben laufen, welche Vorhaben priorisiert werden, welche Ressourcen gebraucht werden, welche Abhängigkeiten bestehen und wo Entscheidungen anstehen. Entwicklungspläne sorgen dafür, dass unsere digitalen Dienste nicht isoliert als einzelne Tools, sondern gemeinsam und aufeinander abgestimmt weiterentwickelt werden. Die Handlungsfelder und ihre Entwicklungspläne werden regelmäßig überprüft. Neue Anforderungen, technische Entwicklungen und veränderte organisatorische Bedarfe können dadurch aufgenommen werden, ohne für jede Veränderung eine neue Strategie entwickeln zu müssen. So entsteht eine kontinuierliche Verbindung zwischen strategischer Zielsetzung und praktischer Umsetzung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>4. Governance, Arbeitsgruppe Digitalisierung und </strong><br><strong>föderale Steuerung</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Digitale Infrastruktur ist eine gemeinsame Grundlage unserer Parteiarbeit und daher eine Gemeinschaftsaufgabe von Bundesverband und Landesverbänden. Sie betrifft Mitglieder und Aktive, Ehrenamt und Hauptamt, Geschäftsstellen, Gliederungen, Landesverbände und Bundesverband. Deshalb braucht sie klare Verantwortung, eine föderale Struktur und transparente Entscheidungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Anspruch ist: Digitale Vorhaben werden nicht über die Köpfe der Beteiligten hinweg entschieden. Gute digitale Lösungen entstehen aus der Praxis der Partei, durch klare Prioritäten, gemeinsame Standards, verlässliche Umsetzung und nachvollziehbare Rückkopplung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Gemeinsame Steuerung durch die Arbeitsgruppe Digitalisierung </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Bundesfinanzrat setzt eine Arbeitsgruppe Digitalisierung ein, welche eine arbeitsfähige Struktur für die gemeinsame Steuerung der Digitalisierung von Bund und Ländern schafft. Sie bündelt unterschiedliche Perspektiven, entwickelt Vorschläge für gemeinsame Prioritäten, bereitet Entscheidungen und Standards vor, begleitet die Umsetzung und macht sichtbar, wo Entscheidungen, Ressourcen oder weitere Klärungen erforderlich sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Arbeitsgruppe ist kein Gremium für Digitalpolitik. Sie befasst sich ausschießlich mit der digitalen Infrastruktur der Parteiorganisation: mit zentralen Anwendungen, Mitgliederverwaltung Schnittstellen, Produktqualität, Sicherheit, Datenschutz, Nachhaltigkeit, Support, Schulung, Finanzierungsvorbereitung und Rollout. Digitalpolitische, rechtliche und technologische Entwicklungen berücksichtigt er dort, wo sie Auswirkungen auf die digitale Infrastruktur und Arbeitsfähigkeit der Partei haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu ihren Aufgaben gehören</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>• Bedarfe aus Bund, Ländern und Gliederungen zusammenzubringen,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>• Vorschläge für Prioritäten und die Reihenfolge digitaler Vorhaben zu entwickeln,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>• gemeinsame Standards und Anforderungen vorzubereiten,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>• Handlungsfelder, Roadmaps und größere Vorhaben zu begleiten,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>• Finanzierungsbedarfe frühzeitig sichtbar zu machen,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>• Fortschritt, Risiken, Abhängigkeiten und offene Fragen regelmäßig gemeinsam zu betrachten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Bundesfinanzrat legt den finanziellen Rahmen für die gemeinsame Digitalisierung fest. Innerhalb des beschlossenen Digitalisierungsbudgets überträgt er der Arbeitsgruppe die Verantwortung für die Priorisierung und Freigabe der Mittel für konkrete Vorhaben. Dafür werden klare Wertgrenzen und Eskalationswege festgelegt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Arbeitsgruppe ersetzt dabei nicht die Zuständigkeiten anderer Gremien, Entscheidungen außerhalb ihres Mandats oder des ihr übertragenen Finanzrahmens werden an die jeweils zuständigen Gremien verwiesen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Governance-Struktur wird regelmäßig auf ihre Arbeitsfähigkeit, Wirksamkeit und angemessene föderale Beteiligung überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Zusammensetzung der Arbeitsgruppe Digitalisierung </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Arbeitsgruppe soll arbeitsfähig sein und zugleich die föderale Breite und die praktische Nutzung digitaler Infrastruktur abbilden. Ihr gehören Vertreter:innen der Bundesgeschäftsstelle und der Landesverbände an. Die Landesverbände bestimmen ihre Vertretung eigenständig. Die Vertreter*innen der Landesverbände bringen die unterschiedlichen Bedarfe ihrer Gliederungen in die gemeinsame Arbeit ein und sorgen zugleich für die Rückkopplung in ihre jeweiligen Strukturen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Externe Dienstleistende und weitere relevante Perspektiven aus der Partei können bei Bedarf beratend hinzugezogen werden. Sie unterstützen die Arbeitsgruppe mit fachlicher Expertise, sind aber nicht Teil der Entscheidungsstruktur. Neben der föderalen Perspektive sollen Erfahrungen aus der praktischen Nutzung digitaler Anwendungen berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Geschäftsstellen, ehrenamtlich Aktive und andere Personen, die digitale Anwendungen im Alltag einsetzen oder betreuen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nicht jede relevante Perspektive muss dauerhaft durch einen eigenen Sitz vertreten sein. Wo Perspektiven nicht unmittelbar in der Arbeitsgruppe vertreten sind, werden sie über geeignete Beteiligungs- und Rückkopplungsformate eingebunden. Ziel ist eine Zusammensetzung, die föderale Breite, praktische Erfahrung und Arbeitsfähigkeit miteinander verbindet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Koordinierungsstelle Digitalisierung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Koordinierungsstelle Digitalisierung koordiniert die operative Umsetzung der digitalen Gesamtstrategie. Sie bündelt Bedarfe aus Bund, Ländern, Gliederungen, Geschäftsstellen, Ehrenamt und Hauptamt, ordnet sie fachlich ein und bereitet sie für die Arbeit der Arbeitsgruppe Digitalisierung auf. Die Koordinierungsstelle ist eine gemeinschaftliche Stelle der Landesverbände und des Bundesverbandes.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sie führt das digitale Gesamtportfolio und koordiniert die Entwicklungspläne der Handlungsfelder. Sie macht Kosten, Zeitpläne, Risiken, Abhängigkeiten und Ressourcenbedarfe transparent und schafft damit die Grundlage für die Priorisierung und Entscheidungen. Gemeinsame Standards, Schnittstellen, Support, Datenschutz, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Produktqualität werden von Anfang an berücksichtigt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Föderale Beteiligung, Rückkopplung und Transparenz </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute digitale Lösungen entstehen aus der Praxis der Partei. Deshalb verbinden wir die föderale Steuerung durch die Arbeitsgruppe Digitalisierung mit einer breiteren Beteiligung von Mitgliedern, Ehrenamt sowie Nutzenden. Bedarfe, Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge können künftig bei der Koordinierungsstelle niederschwellig eingebracht werden können. Bei Vorhaben, die bestimmte Gliederungen oder Nutzer*innengruppen betreffen, werden diese gezielt einbezogen. Die fachliche Beteiligung stellt sicher, dass insbesondere Datenschutz, IT-Sicherheit, Barrierearmut, Nachhaltigkeit, Support, Schulung und Produktqualität frühzeitig berücksichtigt werden. Relevante Fachstellen, Arbeitsgruppen und Dienstleistende können beratend einbezogen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beteiligung und Rückkopplung funktionieren dabei in beide Richtungen. Bedarfe, Erfahrungen sowie Verbesserungsvorschläge aus der Partei fließen in Priorisierung und Weiterentwicklung ein (Bottom-Up Prinzip). Gleichzeitig werden Prioritäten, Entscheidungen und der Stand der Umsetzung transparent zurückgespielt. Es soll nachvollziehbar sein, welche Vorhaben priorisiert sind, woran aktuell gearbeitet wird und welche nächsten Schritte vorgesehen sind. Wo sinnvoll, werden Weiterentwicklungswünsche transparent dargestellt und Möglichkeiten zur Rückmeldung geschaffen.<br>
So entsteht vollständige Transparenz aus Bedarf, Bewertung, Entscheidung, Umsetzung, Nutzung und Verbesserung. Föderale Beteiligung, Basisrückkopplung und fachliche Expertise greifen ineinander, damit digitale Infrastruktur die Partei im Alltag entlastet und politisch handlungsfähiger macht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Prozesse und Ressourcensteuerung </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein gemeinsamer Prozess stellt sicher, dass aus Bedarfen verlässlich Ergebnisse werden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bedarf und Projektaufnahmenplanung: </strong>Bedarfe aus Landesverbänden, Gliederungen, Geschäftsstellen und relevante Fachbereiche werden an einer klaren und niedrigschwelligen Stelle eingebracht. Die Koordinierungsstelle prüft den Bedarf und bereitet die notwendigen Informationen auf. Bedarfe werden dabei als Problem beschrieben, nicht als Wunsch nach einem bestimmten Werkzeug.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Einordnung und Vorbereitung: </strong>Die Koordinierungsstelle ordnet den Bedarf einem Handlungsfeld und dessen Entwicklungsplan zu. Sie prüft bestehende Lösungen, Abhängigkeiten sowie erste Auswirkungen auf Ressourcen und andere Vorhaben. Dadurch werden Digitalisierungsvorhaben nicht isoliert als einzelne Tools betrachtet, sondern im Zusammenhang der bestehenden digitalen Infrastruktur weiterentwickelt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bewertung und Priorisierung: </strong>Die Arbeitsgruppe Digitalisierung bewertet Nutzen, Dringlichkeit, strategischen Beitrag, Abhängigkeiten und Ressourcenbedarf im Zusammenhang des Gesamtportfolios. Auf dieser Grundlage legt sie die fachliche Priorität des Vorhabens fest und entscheidet nach einer Konkretisierung im Rahmen des ihr übertragenen Digitalisierungsbudgets über die Freigabe der Mittel für das Vorhaben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Umsetzung und Review-Zyklus: </strong>Die Koordinierungsstelle koordiniert die Umsetzung und steuert die beteiligten internen Stellen und externen Dienstleistenden.Fortschritt, Kosten, Wirkung, Risiken und Prioritäten werden regelmäßig überprüft. Erkenntnisse aus Umsetzung und Nutzung fließen in die weitere Entwicklung ein. Veränderungen werden in den Entwicklungsplänen nachvollzogen und transparent zurückgespielt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Finanzierung der gemeinsamen Digitalisierung </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die gemeinsame Digitalisierung steht im Haushalt ein nachvollziehbar ausgewiesener Digitalisierungsfonds zur Verfügung. Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Arbeitsgruppe Digitalisierung über die Priorisierung und Freigabe von Mitteln für konkrete Digitalisierungsvorhaben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Über die Verwendung des Digitalisierungsbudgets berichtet die Arbeitsgruppe regelmäßig an den Bundesfinanzrat. Der finanzielle Rahmen orientiert sich an den Entwicklungsplänen, dem Betrieb zentraler Anwendungen, notwendigen Investitionen sowie den Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz, Nachhaltigkeit, Support und Schulung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>5. Digitale Souveränität und KI</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Open-Source und digitale Souveränität </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Open Source ist unser Leitprinzip zur Sicherung digitaler Souveränität. Es gelten die bestehenden Beschlüsse der Partei. Pragmatisch umgesetzt schließt das den Einsatz nicht quelloffener Software dort nicht aus, wo er fachlich geboten, wirtschaftlich sinnvoll und mit unseren Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Exit-Fähigkeit vereinbar ist. Für zentrale, gemeinsam finanzierte oder gemeinsam genutzte Systeme sind Open Source, Datensouveränität, Datenschutz und angemessene Sicherheitsstandards verbindliche Maßstäbe. Abweichungen werden begründet, dokumentiert und im zuständigen Verfahren entschieden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Digitale Souveränität bedeutet für uns auch: offene Schnittstellen, transparente Betriebsmodelle, klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Verträge und die Fähigkeit, Anbieter wechseln zu können. Auf lokaler und ehrenamtlicher Ebene empfehlen wir offene, datensparsame und sichere Werkzeuge und erleichtern ihren Einsatz durch Beratung, Vorlagen und Befähigung, ohne Engagement durch starre Vorgaben zu erschweren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Künstliche Intelligenz </h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für den Einsatz von KI gilt der Beschluss des Länderrats vom Juni 2026. Er setzt die Prinzipien für Souveränität, Beschaffung, Diskriminierungsfreiheit, Barrierefreiheit, den Schutz geistigen Eigentums, Transparenz und Ressourcenverbrauch und legt selbst betriebene, auf Open Source basierende KI-Interfaces auf souverän kontrollierter Infrastruktur als Standard fest. Diese Strategie schafft daneben keinen zweiten Regelungskörper, sondern überträgt diese Prinzipien auf unsere gemeinsame digitale Infrastruktur. Für die praktische Umsetzung leiten wir daraus gemeinsame Leitplanken für den Umgang mit KI ab:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Fortschreibbare KI-Leitlinen</strong><br>
Technologien, Nutzungsmöglichkeiten und Risiken im Bereich KI entwickeln sich besonders schnell weiter. Konkrete Anforderungen an Nutzung, Datenverarbeitung, Beschaffung, Kennzeichnung und technische Umgebungen werden deshalb nicht dauerhaft in dieser Strategie festgeschrieben. Sie werden in fortschreibbaren KI-Leitlinien konkretisiert und regelmäßig an technische, rechtliche und organisatorische Entwicklungen angepasst.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Abgestufter Einsatz nach Sensibilität der Daten</strong><br>
Je sensibler die Daten, desto mehr Kontrolle brauchen wir über die Umgebung, in der sie verarbeitet werden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Besonders schützenswerte Daten verarbeiten wir ausschließlich in der eigenen kontrollierten Umgebung.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Interne Arbeitsstände verarbeiten wir vorrangig dort; geprüfte kommerzielle Modelle können über diese Umgebung angebunden werden.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Öffentlich zugängliche Inhalte können in begründeten Fällen auch unmittelbar mit geprüften kommerziellen Angeboten bearbeitet werden.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bei gemischten Inhalten gilt die Einstufung des sensibelsten Bestandteils, im Zweifel wählen wir den geschützteren Weg. Wo eine entsprechend kontrollierte Umgebung nicht zur Verfügung steht, verzichten wir auf die Verarbeitung besonders schützenswerter Daten. Diese Abstufung ist für gemeinsam betriebene Systeme verbindlich; den Landesverbänden und Gliederungen empfehlen wir dieselbe Logik und befähigen sie, sie zu übernehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Menschliche Verantwortung und Transparenz</strong><br>
KI unterstützt menschliche Arbeit, ersetzt aber nicht die menschliche Verantwortung. Entscheidungen, die Rechte, Zugänge, Auswahlverfahren oder vergleichbar wesentliche Interessen betreffen, dürfen nicht allein durch KI-Systeme getroffen werden. Derartige Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein, überprüft und korrigiert werden können sowie einer menschlichen Freigabe unterliegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wo KI-generierte oder wesentlich durch KI bearbeitete Inhalte genutzt werden, schaffen wir angemessene Transparenz über ihren Einsatz. Die konkreten Anforderungen an Kennzeichnung und Dokumentation werden in gemeinsamen KI-Leitlinien geregelt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Gemeinsame Standards</strong><br>
KI wird sowohl von Mitarbeitenden als auch von Mitgliedern und Aktiven in der Parteiarbeit genutzt. Deshalb schaffen wir gemeinsame Orientierung für einen sicheren und verantwortungsvollen Einsatz. Für die Verarbeitung parteiinterner Daten und die Nutzung gemeinsamer Systeme gelten verbindliche Standards und empfohlene Werkzeuge zum Schutz sensibler Informationen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Ökologische Verantwortung</strong><br>
Energie- und Ressourceneffizienz sind verbindliche Auswahl- und Betriebskriterien, gleichrangig mit Funktionalität und Kosten. Wir fragen vor jedem Einsatz, ob KI das geeignete Mittel ist, und nutzen das kleinste Modell, das die Aufgabe erfüllt. Wo eine Suche, eine Vorlage oder ein einfacher Automatismus genügt, setzen wir diese ein. Von Anbietern erwarten wir Transparenz über Energie- und Ressourcenverbrauch.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Befähigung und Verantwortung</strong><br>
KI ist ein selbstverständliches Arbeitsmittel und keine Ausnahme. Für eine sinnvolle Nutzung müssen sich Mitarbeitende und Aktive nicht rechtfertigen. Die inhaltliche Verantwortung für Ergebnisse liegt immer bei Menschen. Für Anwendungsfälle, Schulung sowie Sicherheits- und Datenschutzfragen bauen wir eine gemeinsame Unterstützungsstruktur auf.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Datenschutz und IT-Sicherheit</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Mitglieder vertrauen uns Daten an, die Rückschlüsse auf ihre politischen Überzeugungen zulassen. Gleichzeitig sind Parteien ein bevorzugtes Ziel von Cyberangriffen, bis hin zu Angriffen staatlicher Akteure. Daraus folgt ein klarer Anspruch: Wir tun, was nötig ist, um diese Daten und unsere Systeme wirksam zu schützen. Unser Schutzniveau richten wir an der tatsächlichen Bedrohungslage und am Stand der Technik aus. Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe, denn ein erfolgreicher Angriff auf eine Gliederung trifft die gesamte Partei. Deshalb schaffen wir gemeinsam professionelle Strukturen, um Sicherheitsvorfällen vorzubeugen, sie zu erkennen und zu bewältigen. Auf diese Strukturen müssen sich alle Ebenen verlassen können. Für gemeinsam genutzte Systeme gelten verbindliche Standards. Landesverbände und Gliederungen unterstützen wir so, dass ein angemessenes Schutzniveau auch im Ehrenamt erreichbar ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Datenschutz und IT-Sicherheit sind keine Hürde für die Parteiarbeit, sondern ihre Voraussetzung. Bei Priorisierung und Finanzierung behandeln wir sie deshalb nicht nachrangig.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>-</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 20:22:26 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>W-10: Sekundärrohstoffe rechtssicher in den Kreislauf bringen</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/sekundarrohstoffe-rechtssicher-in-den-kreislauf-bringen-50328</link>
                        <author>Aike Jeutes (KV Aachen)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/sekundarrohstoffe-rechtssicher-in-den-kreislauf-bringen-50328</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Sekundärrohstoffe rechtssicher in den Kreislauf bringen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Recycling darf nicht an unklaren Regeln scheitern. Wer aus Abfall hochwertige Rohstoffe macht, braucht dafür einen verlässlichen Weg zurück in den Wirtschaftskreislauf.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit Sekundärrohstoffe Primärrohstoffe wirklich ersetzen können, müssen sie rechtssicher als Produkte genutzt und gehandelt werden können. § 5 KrWG enthält dafür bereits die notwendigen Grundlagen. In der Praxis fehlen jedoch für viele Stoffströme bundeseinheitliche Kriterien. Unternehmen und Behörden sind deshalb häufig auf Einzelfallentscheidungen angewiesen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich deshalb dafür ein,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>ein bundesweites Abfallende-Programm</strong> für relevante Sekundärrohstoffströme aufzulegen. Für Stoffströme mit hohem Recyclingpotenzial und etablierten Qualitätsstandards sollen innerhalb verbindlicher Fristen Kriterien nach § 5 Absatz 2 KrWG entwickelt werden;</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>bundeseinheitliche Verfahren für Einzelfallentscheidungen</strong> zu schaffen, solange keine allgemeinen Abfallende-Kriterien bestehen. Vergleichbare Sachverhalte sollen nicht in jedem Bundesland neu bewertet werden müssen;</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>ein öffentliches Register</strong> mit geltenden Abfallende-Regelungen, Vollzugshinweisen und Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung aufzubauen;</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>europäische Kriterien zu priorisieren</strong>, wo Sekundärrohstoffe grenzüberschreitend gehandelt werden. Nationale Regelungen sollen dort geschaffen werden, wo europäische Lösungen fehlen oder nicht zeitnah zu erwarten sind.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hohe Umwelt-, Gesundheits- und Produktstandards bleiben dabei Voraussetzung für jedes Abfallende. Ziel ist keine Absenkung von Schutzstandards, sondern mehr Rechtssicherheit für hochwertige Recyclingmaterialien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Begründung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Antrag verbindet Umweltschutz mit Wirtschaftsunterstützung. Recycling ist erst dann vollständig, wenn aus einem aufbereiteten Material wieder ein verlässlich handelbarer Rohstoff wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>§ 5 KrWG ermöglicht bereits, Anforderungen an Ausgangsmaterialien, Aufbereitung, Schadstoffgehalte, Qualitätssicherung und Produktqualität festzulegen. Diese Möglichkeit wird bislang jedoch nicht systematisch genutzt. Fehlende oder unterschiedliche Kriterien erschweren Investitionen und können Sekundärrohstoffe gegenüber Primärrohstoffen benachteiligen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb braucht es ein einfaches Prinzip:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Gleiche Umwelt- und Produktstandards – aber einmal zuverlässig nachgewiesen, rechtssicher Rohstoff.</strong></p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sekundärrohstoffe sicher wieder nutzen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Beim Recycling werden aus Abfällen wieder nutzbare Materialien. Diese nennt man auch Sekundärrohstoffe.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Recycling soll nicht an unklaren Regeln scheitern. Wer aus Abfall neue Rohstoffe macht, muss wissen, wann diese Materialien rechtlich kein Abfall mehr sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dafür gibt es schon Regeln im Kreislaufwirtschaftsgesetz. Für viele Materialien fehlen aber genaue und einheitliche Vorgaben. Deshalb entscheiden Behörden heute oft jeden Fall einzeln. Dabei können in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen deshalb:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li><p><strong>Klare Regeln für wichtige Recycling-Materialien.</strong><br>
Für Materialien, die gut recycelt werden können, sollen feste Regeln gelten. Darin soll stehen, wann sie kein Abfall mehr sind und wieder als Rohstoff oder Produkt genutzt werden können.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li><p><strong>Gleiche Verfahren in ganz Deutschland.</strong><br>
Solange es noch keine allgemeinen Regeln gibt, sollen ähnliche Fälle überall möglichst gleich bewertet werden. Unternehmen sollen nicht in jedem Bundesland mit anderen Entscheidungen rechnen müssen.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="3"><li><p><strong>Eine öffentliche Übersicht.</strong><br>
Es soll eine zentrale Übersicht geben. Dort kann man nachlesen, welche Regeln gelten und welche wichtigen Entscheidungen bereits getroffen wurden.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="4"><li><p><strong>Gemeinsame Regeln in Europa.</strong><br>
Viele Recycling-Materialien werden auch in andere Länder verkauft. Deshalb sind gemeinsame europäische Regeln besonders sinnvoll. Wenn es noch keine europäischen Regeln gibt, soll Deutschland eigene Regeln schaffen können.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Schutz von Umwelt und Gesundheit bleibt dabei wichtig. Auch die Anforderungen an die Qualität der Materialien sollen nicht gesenkt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>Begründung</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dieser Antrag verbindet Umweltschutz und Wirtschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Recycling funktioniert erst richtig, wenn das recycelte Material auch wieder genutzt und verkauft werden kann. Heute ist aber oft nicht klar, wann ein recyceltes Material rechtlich kein Abfall mehr ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Kreislaufwirtschaftsgesetz bietet schon heute die Möglichkeit, dafür genaue Regeln festzulegen. Diese Möglichkeit wird bisher aber nicht für alle wichtigen Materialien genutzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Unklare und unterschiedliche Regeln können Investitionen erschweren. Sie können auch dazu führen, dass Unternehmen lieber neue Rohstoffe verwenden, obwohl ein geeigneter Recycling-Rohstoff vorhanden wäre.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deshalb wollen wir ein einfaches Prinzip:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Wenn ein Recycling-Material sicher ist, die Qualitätsregeln erfüllt und dies zuverlässig geprüft wurde, soll es rechtssicher wieder als Rohstoff genutzt werden können.</strong></p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 17:57:51 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-27: Soziale Medien sind für alle da - Sichere digitale Räume statt populistischer Verbote</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/soziale-medien-sind-fur-alle-da-sichere-digitale-raume-statt-populis-40339</link>
                        <author>KV Nürnberg-Stadt (dort beschlossen am: 11.07.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/soziale-medien-sind-fur-alle-da-sichere-digitale-raume-statt-populis-40339</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der politische Handlungsdruck im Umgang mit sozialen Medien wächst weltweit, denn die digitale Transformation wird das Leben zukünftiger Generationen weiterhin nachhaltig prägen. Doch einfache Antworten greifen zu kurz. Die Frage nach einem guten Aufwachsen in einer immer digitalisierteren Welt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle Facetten der Herausforderung berücksichtigen muss. Das Beispiel Australiens macht dies deutlich, denn das seit Ende 2025 geltende Verbot sozialer Medien für Personen unter 16 Jahren hat die strukturellen Probleme digitaler Plattformen nicht gelöst. Circa 85 % der Jugendlichen umgehen die Sperren und positive Effekte auf die psychische Gesundheit sind bislang nicht nachweisbar. Gleichzeitig macht ein Urteil aus den USA die Tragweite des Problems deutlich. Im März 2026 sprach eine Jury in Los Angeles einer jungen Klägerin mehrere Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Sie befand Meta und YouTube für mitverantwortlich, da ihre Plattformen suchtähnliches Verhalten gezielt fördern. Bei uns in Europa ermittelt die EU-Kommission wegen mangelnden Kinderschutzes seit mehreren Jahren gegen Meta.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die digitale Welt wird heute von Plattformen dominiert, deren Geschäftsmodelle auf der Maximierung der Nutzungsdauer basieren. Lange Bildschirmzeiten sind kein Zufallsprodukt, sondern gezielt gewollt: Durch den Einsatz psychologisch optimierter Algorithmen fördern Technologiekonzerne suchtähnliches Nutzungsverhalten, um Werbeeinnahmen zu steigern. Scheinbar kostenlose Dienste erweisen sich dabei als Fallen, in denen Aufmerksamkeit und persönliche Daten zur eigentlichen Währung werden. Es hat sich ein System entwickelt, in dem Nutzer*innen nicht mehr nur Konsument*innen sind, sondern selbst zur Grundlage des Geschäftsmodells werden, oft auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit. Wir beobachten derzeit eine globale Krise der psychischen Gesundheit junger Menschen und der aktuelle Stand der Forschung gibt Grund zur Annahme, dass soziale Medien hierbei einen signifikanten Einflussfaktor darstellen. Dennoch wird der Anstieg von Depressionen, Angst- und Schlafstörungen bei jungen Menschen oft nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei können gerade in der Jugend solche mentalen und körperlichen Belastungen langfristige und schwerwiegende Folgen für das gesamte weitere Leben haben. Gleichzeitig fehlt es in der Gesellschaft an ausreichender Medienkompetenz, was insbesondere Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, anfällig für Manipulation, Radikalisierung und politische Polarisierung macht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein weiteres zentrales Problem ist, dass soziale Netzwerke derzeit Räume darstellen, in denen der Jugendschutz oft nicht ausreichend gewährleistet ist. Soziale Netzwerke müssen Orte sein, die Jugendlichen wirksamen Schutz vor missbräuchlichem Verhalten, wie beispielsweise Cybergrooming, Cybermobbing und sexualisierter digitaler Gewalt, bieten. Es sind dringend wirksame Lösungen erforderlich, die das Problem an der Wurzel packen. Benötigt wird Regulierung, die Transparenz und Verantwortung einfordert. Nur so kann ein Internet gestaltet werden, das Mündigkeit statt Sucht fördert und für alle Nutzer*innen zu einem sicheren Ort wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Lösungen statt Symbolpolitik</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine auch in Deutschland viel diskutierte Maßnahme ist die Einführung eines altersbezogenen Nutzungsverbots für soziale Medien, um Kinder und Jugendliche bis zu einem bestimmten Alter vor den Risiken digitaler Plattformen zu schützen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnt populistische Verbote sozialer Medien für Kinder und Jugendliche entschieden ab. Ein pauschales Verbot greift hier zu kurz, da es die tatsächlichen Gefahren im digitalen Raum, die insbesondere von Erwachsenen und Unternehmen ausgehen, nicht angemessen adressiert. Statt reaktiver Verbote braucht es daher proaktives Handeln mit umfassender und altersgerechten Medienbildung für alle Generationen sowie klare Schutzmechanismen auf den Plattformen selbst.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In der aktuellen Debatte zeigt sich eine gefährliche Verantwortungsverschiebung. Anstatt die strukturellen Ursachen zu bekämpfen, wird die Last auf Einzelne abgewälzt. Doch der Kern des Problems liegt in den Geschäftsmodellen der Plattformen und muss dort auch politisch angegangen werden. Unternehmen optimieren ihre Dienste gezielt darauf, die Nutzungszeit zu maximieren, um ihre Werbeeinnahmen zu steigern. Dabei nehmen sie die negativen Folgen für die psychische Gesundheit, auch von Kindern und Jugendlichen, billigend in Kauf. Besonders am Beispiel Australiens wird deutlich: Ein Verbot löst nicht das zugrunde liegende Problem. Es führt vielmehr dazu, dass die Verantwortung individualisiert und ins Private verschoben wird, während die eigentlichen Ursachen unangetastet bleiben. Wir GRÜNE fordern daher wirksame Regulierung der Tech-Konzerne statt der Verlagerung eines systemischen Problems in den privaten Raum.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zudem würde ein pauschales Nutzungsverbot für soziale Medien junge Menschen aus dem öffentlichen Diskurs ausschließen. Soziale Medien sind für Jugendliche längst mehr als Unterhaltungsplattformen: Sie sind politische Orte, Sprachrohre und zentrale Räume für gesellschaftliche Teilhabe. Bewegungen wie Fridays for Future zeigen, wie junge Menschen über digitale Netzwerke Debatten prägen, Protest organisieren und Themen auf die Agenda setzen, die sonst keinen Raum fänden. Gerade für marginalisierte Gruppen, etwa LGBTQI+-Jugendliche, sind soziale Medien oft der einzige Zugang zu Safe-Spaces, Communitys und Informationen, die ihnen im privaten oder schulischen Umfeld verwehrt bleiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Soziale Medien sind zentrale demokratische Infrastruktur unserer Gesellschaft. Kinder und Jugendliche haben nicht nur Schutzbedürfnisse, sondern auch Rechte: das Recht auf Meinungs und Informationsfreiheit sowie auf den Zugang zu Medien, wie sie in der UN Kinderrechtskonvention, insbesondere in Artikel 12 und 13, verankert sind. Ein pauschales Nutzungsverbot für soziale Medien würde diese Rechte massiv einschränken und die Entwicklung digitaler Kompetenzen behindern. Solche pauschalen Verbote stellen einen Verstoß gegen die UN- Kinderrechtskonvention dar, insbesondere gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Medien. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betonen daher: Jugendliche brauchen wirksamen Schutz, aber keine Ausgrenzung aus digitalen Räumen. Pauschale Social-Media Einschränkungen entmündigen Kinder und Jugendliche und verhindern letztlich digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Verbot hätte zudem den Nachteil, dass Kinder und Jugendliche in noch weniger regulierte Bereiche des Internets abgedrängt würden. Sie würden beispielsweise auf kleine, unkontrollierte Plattformen ausweichen, die weder Transparenz noch Schutzstandards bieten, oder durch falsche Altersangaben vollen, unkontrollierten Zugriff auf Inhalte der großen Plattformen erhalten. Dort wären sie genauso anfällig für Manipulation, Radikalisierung und Sucht. Darüber hinaus erschwert ein künstliches Herauszögern des Kontakts mit der digitalen Welt in zentralen Phasen der Sozialisation den Erwerb grundlegender Medienkompetenz. Eine solche Maßnahme löst die Herausforderung also nicht, sondern verschiebt sie lediglich in die Zukunft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN spricht sich daher klar gegen ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche aus. Die Problematik liegt in den Algorithmen und Geschäftsmodellen der großen Plattformen und wird durch diese Maßnahme nicht gelöst.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Social Media regulieren</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der wirksamste und dauerhaft tragfähigste Weg für die Regulierung großer Plattformen führt über die europäische Ebene. Digitale Plattformen agieren global und entziehen sich damit weitgehend nationalstaatlicher Regulierung. Einzelne Staaten stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Nationale Ergänzungen oder Sonderwege sind angesichts der europaweit vollharmonisierten und vorrangigen Regelungen des Digital Services Act (DSA) im Bereich der Plattformregulierung grundsätzlich nicht zulässig und laufen ins Leere. Wer dennoch auf nationale Maßnahmen setzt, ignoriert den europäischen Rechtsrahmen und betreibt populistische Symbolpolitik ohne praktische Wirkung. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen innerhalb der Europäischen Union lassen sich verbindliche Regeln durchsetzen, die für alle großen Plattformen gleichermaßen gelten. Mit dem DSA hat die Europäische Union hierfür einen wichtigen ersten Schritt unternommen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass der DSA konsequent umgesetzt wird. Für eine effektive Durchsetzung müssen die zuständigen Behörden mit ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet werden. Gleichzeitig muss der bestehende Rechtsrahmen dort weiterentwickelt werden, wo sich Lücken zeigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aktuell sehen die AGB der meisten Plattformen zwar ein Mindestalter für die Nutzung vor, doch eine wirksame Altersverifikation wird nicht umgesetzt. Existierende Lösungen basieren oft auf Selbstangabe des Alters oder unzuverlässigen Gesichts-Scans. Dabei stehen insbesondere gesichtserkennungsbasierte Ansätze in der Kritik, Diskriminierung zu reproduzieren. Technische Lösungen, etwa eine EU-weite digitale Wallet oder tokenbasierte Systeme, könnten das Alter verifizieren, ohne die Identität der Nutzer*innen preiszugeben, doch solche Ansätze stecken noch in den Kinderschuhen und werfen weiterhin Fragen zum Datenschutz und zur Umgehbarkeit auf. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern daher, dass Plattformen verpflichtet werden, anonyme und diskriminierungsfreie Alterschecks einzuführen, etwa durch die Nutzung der EU-ID oder unabhängiger Drittanbieter. Diese müssen datensparsam gestaltet sein, sodass sie weder das übermäßige Sammeln von Daten ermöglichen, noch die Anonymität der Nutzer*innen einschränken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Digitale Plattformen sind nicht neutral gestaltet. Ihre Funktionen folgen wirtschaftlichen Interessen und zielen meist darauf ab, die Nutzungsdauer und die Wiederkehrrate zu maximieren. Endlos-Scrolling, automatische Wiedergabe, Push-Mitteilungen und öffentliche Like-Zähler sind daher keine bloßen Komfortfunktionen, sondern Elemente eines Designs, das problematische Nutzungsmuster fördert. Minderjährige sind diesen Mechanismen in besonderem Maße ausgesetzt und deshalb besonders schutzbedürftig. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert deshalb verbindliche, altersgerechte und sichere digitale Räume für Kinder und Jugendliche. Dazu gehören strenge Voreinstellungen für Minderjährige, ein konsequenter Schutz vor schädlichen und suchtverstärkenden Funktionen sowie klare, nach Altersgruppen abgestufte Regeln, die der wachsenden Selbstständigkeit junger Menschen Rechnung tragen. Personalisierte Werbung auf Basis von Profiling, die sich explizit an ein minderjähriges Publikum richtet, lehnen wir entschieden ab. Plattformen sollen verpflichtet werden, standardmäßig nicht-manipulative und konfigurierbare Oberflächen bereitzustellen. Dazu gehören insbesondere die Deaktivierung von Autoplay-Funktionen, die Begrenzung von Push- Mitteilungen sowie das Ausblenden öffentlicher Like- und Vergleichsmetriken. Darüber hinaus müssen soziale Medien grundsätzlich auch ohne personalisierte algorithmische Empfehlungssysteme nutzbar sein. Plattformen sollen verpflichtet werden, dafür leicht auffindbare und verständliche Wahlmöglichkeiten bereitzustellen; für Minderjährige muss eine nicht-personalisierte Nutzung standardmäßig voreingestellt sein. Ergänzend sollen Plattformen altersgerechte und datensparsame Werkzeuge bereitstellen, mit denen Eltern oder Erziehungsberechtigte Schutzfunktionen aktivieren können, ohne die Privatsphäre und Selbstständigkeit von Jugendlichen unverhältnismäßig einzuschränken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Funktionsweise algorithmischer Systeme darf kein intransparenter Machtbereich privater Konzerne bleiben, wenn diese maßgeblich beeinflussen, welche Inhalte Sichtbarkeit erhalten und wie sich öffentlicher Diskurs formt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert daher eine wirksame demokratische Kontrolle großer Plattformen. Dazu gehört, dass ihre Systeme gegenüber unabhängigen Aufsichtsstellen und qualifizierten Forschenden prüffähig offengelegt werden. Erforderlich sind Auditierbarkeit, ein gesicherter Zugang zu relevanten Daten sowie verpflichtende Risikoanalysen und Folgenabschätzungen, insbesondere mit Blick auf den Schutz von Minderjährigen, die Verbreitung manipulativer Inhalte und die Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Verstöße gegen Jugendschutzbestimmungen dürfen nicht folgenlos bleiben. Bei wiederholten oder systematischen Verstößen müssen empfindliche Sanktionen möglich sein, insbesondere hohe Bußgelder und weitergehende aufsichtsrechtliche Maßnahmen bis hin zu befristeten Einschränkungen einzelner Funktionen oder Dienste. Zugleich braucht es starke Rechte für die Zivilgesellschaft. Kollektive Klagemöglichkeiten für Verbände sind durch die EU-Verbandsklage-Richtlinie bereits grundlegend verankert. Um diese Durchsetzung zu stärken, fordern wir eine Ausweitung auf alle relevanten Verstöße, zum Beispiel gegen den DSA, insbesondere mit Blick auf Jugendschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Regulierung sozialer Medien muss dem Ziel dienen, digitale Räume sicherer, demokratischer und menschenfreundlicher zu gestalten. Kinder und Jugendliche brauchen Schutz vor Ausbeutung, Manipulation und suchtförderndem Design, zugleich aber auch Räume für Information, Austausch und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb müssen Plattformregulierung, Kinderrechte, Datenschutz, Demokratie und Bildung zusammen gedacht werden. Verbote allein reichen dabei nicht aus. Ebenso zentral ist eine systematische Stärkung der Medienkompetenz, denn sie ist eine Voraussetzung für Prävention, Selbstschutz und demokratische Teilhabe. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert daher, Medienkompetenz verbindlich und überprüfbar in allen Schulformen zu verankern und durch qualifizierte Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut der Shell-Jugendstudie von 2024 ist auch ein Großteil der Jugendlichen der Meinung, dass der Umgang mit digitalen Medien und das Erkennen von Fake News in der Schule verpflichtend unterrichtet werden sollten. Dies muss durch außerschulische Bildungsangebote sowie gezielte Unterstützung für Eltern, Erzieher*innen und sozialpädagogische Fachkräfte ergänzt werden, damit Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien wirksam begleitet werden können. Auch Plattformen müssen hierbei stärker in die Verantwortung genommen werden. Wenn wir Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen mit hochspezialisierten, gewinnorientierten Plattformen alleinlassen, verlagern wir die Verantwortung für ein strukturelles Problem auf das Individuum. Nur durch das Zusammenspiel von Regulierung, Bildung und gesellschaftlicher Unterstützung kann ein digitaler Raum entstehen, der Mündigkeit stärkt, Teilhabe ermöglicht und wirksam schützt.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Soziale Medien verändern das Leben von jungen Menschen. Sie bieten viele Möglichkeiten. Aber sie können auch krank machen. Die Politik muss jetzt handeln. Aber einfache Verbote sind keine gute Lösung. Wir brauchen bessere Regeln für die großen Plattformen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die großen Plattformen wie Meta oder YouTube verdienen Geld mit Werbung. Sie verdienen umso mehr, je länger die Menschen auf den Plattformen bleiben. Deshalb sind die Plattformen so gebaut, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu scrollen. Experten sagen: Das Verhalten wird damit ähnlich wie eine Sucht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das hat Folgen für die Gesundheit. Viele junge Menschen haben heute Depressionen, Angst oder Schlafprobleme. Die Forschung zeigt: Soziale Medien spielen dabei eine Rolle. In den USA hat ein Gericht entschieden: Meta und YouTube müssen einer jungen Frau Millionen von Dollar zahlen. Die Plattformen haben absichtlich suchartiges Verhalten gefördert. Die EU ermittelt auch seit Jahren gegen Meta, wegen zu wenig Schutz für Kinder.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gibt noch weitere Gefahren im Internet:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Cybermobbing: Menschen werden online beleidigt oder fertig gemacht.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Cybergrooming: Erwachsene bauen online Kontakt zu Kindern auf, um sie zu missbrauchen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Sexualisierte Gewalt: Menschen werden online sexuell belästigt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Manipulation und Fake News: Viele Menschen können falsche Informationen nicht erkennen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Radikalisierung: Manche Menschen werden online in die falsche Richtung gezogen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es wird oft diskutiert: Sollen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren soziale Medien ganz verboten bekommen? BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sagen: Nein zu einem Verbot.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das sieht man am Beispiel Australien: Dort gilt seit Ende 2025 ein Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Das hat nicht geholfen. Ungefähr 85 von 100 Jugendlichen machen trotzdem weiter. Und gesünder sind sie auch nicht geworden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Warum ist ein Verbot keine gute Lösung?</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li>Das eigentliche Problem bleibt. Das Problem sind die Geschäftsmodelle der Plattformen. Die Plattformen wollen, dass Menschen lange online bleiben. Ein Verbot ändert daran nichts. Die Plattformen können einfach weiter machen wie vorher.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li>Kinder und Jugendliche werden bestraft für ein Problem, das andere machen. Die Gefahr geht vor allem von Erwachsenen und Unternehmen aus – nicht von den Jugendlichen. Ein Verbot schiebt die Schuld auf die Jugendlichen und ihre Eltern. Das ist unfair.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="3"><li>Junge Menschen haben Rechte. Es gibt ein wichtiges Abkommen der Vereinten Nationen: die UN-Kinderrechtskonvention. Dort steht: Kinder haben das Recht, ihre Meinung zu sagen. Sie haben das Recht auf Informationen und Zugang zu Medien. Ein Verbot verletzt diese Rechte.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="4"><li>Soziale Medien sind wichtig für die Teilhabe. Für Jugendliche sind soziale Medien mehr als nur Unterhaltung. Dort reden sie über Politik. Dort organisieren sie Protest. Ein Beispiel ist Fridays for Future. Diese Bewegung wurde groß durch soziale Medien. Manche Jugendliche finden dort auch den einzigen sicheren Ort, wo sie zu sich selbst sein können. Zum Beispiel junge LGBTIQ+-Menschen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="5"><li>Jugendliche würden einfach woanders hingehen. Mit einem Verbot nutzen Jugendliche kleinere und unkontrollierte Plattformen. Oder sie lügen über ihr Alter. Dann sind sie noch schlechter geschützt als vorher.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="6"><li>Jugendliche lernen den Umgang mit Medien später. Wenn Jugendliche erst später ins Internet dürfen, lernen sie später, wie man damit umgeht. Man muss Medien aber üben, um sicher damit zu werden. Ein Verbot schiebt das Problem nur in die Zukunft.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Was schlagen wir stattdessen vor?</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Regulierung auf europäischer Ebene: Die großen Plattformen arbeiten weltweit. Ein einzelnes Land wie Deutschland kann sie schwer kontrollieren. Deshalb brauchen wir Regeln in ganz Europa. In der EU gibt es schon ein wichtiges Gesetz: den Digital Services Act, kurz DSA. Dieses Gesetz muss konsequent umgesetzt werden. Die Behörden brauchen dafür genug Personal und genug Geld. Viele Plattformen schreiben vor, dass man mindestens 14 Jahre alt sein muss. Aber sie prüfen nicht wirklich, wie alt jemand ist. Man kann einfach ein falsches Alter angeben. Wir fordern: Plattformen müssen das Alter sicher prüfen. Aber ohne Gesichts-Scans. Diese können Menschen falsch einschätzen und benachteiligen. Und ohne zu viele Daten zu sammeln. Das Alter muss geprüft werden, aber die Identität soll geheim bleiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sichere Einstellungen für Jugendliche: Plattformen sind so gebaut, dass man lange bleibt. Beispiele:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Endlos-Scrollen: Es gibt kein Ende. Man scrollt immer weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Autoplay: Das nächste Video startet von selbst.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Push-Nachrichten: Das Handy piepst ständig, damit man wieder hinguckt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Like-Zähler: Alle sehen, wie viele Likes jemand hat. Das führt zu Druck und Vergleich.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Für Jugendliche soll das anders sein. Wir fordern:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Autoplay wird standardmäßig ausgeschaltet.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Weniger Push-Nachrichten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Like-Zähler werden ausgeblendet.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Jugendliche sollen auch ohne personalisierte Vorschläge nutzen können. Das heißt: Die Plattform zeigt nicht nur, was der Algorithmus für dich aussucht.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Es gibt sichere Einstellungen, die Eltern für ihre Kinder einschalten können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Keine personalisierte Werbung für Jugendliche: Werbung, die auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten ist, lehnen wir ab. Die Plattformen sammeln dafür zu viele Daten über junge Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kontrolle und Strafen: Die Algorithmen der Plattformen sind geheim. Niemand weiß genau, wie sie entscheiden, was man zu sehen bekommt. Wir fordern: Unabhängige Prüfer und Forscher müssen die Systeme anschauen dürfen. Wenn Plattformen sich nicht an die Regeln halten, müssen sie bestraft werden: mit hohen Geldstrafen oder mit Verboten von einzelnen Funktionen. Auch Verbände sollen klagen können. Das nennt man Verbandsklage. Sie hilft, die Rechte von Jugendlichen durchzusetzen.<br>
Medienkompetenz in der Schule Regeln allein reichen nicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kinder und Jugendliche müssen lernen, mit Medien umzugehen. Das nennt man Medienkompetenz. Wer Medienkompetenz hat, kann:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Fake News erkennen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>sich selbst schützen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>mitreden in der Demokratie</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir fordern: Medienkompetenz muss Pflicht in allen Schulen werden. Auch Lehrkräfte müssen dafür gut ausgebildet werden.<br>
Laut einer großen Jugendstudie von 2024 wollen das die meisten Jugendlichen selbst: Sie wollen in der Schule lernen, wie man mit digitalen Medien umgeht und Fake News erkennt. Auch Eltern und Erzieherinnen und Erzieher sollen Unterstützung bekommen. Und auch die Plattformen müssen Verantwortung übernehmen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Siehe Antrag. Die restliche Begründung erfolgt mündlich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kernforderungen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Ablehnung pauschaler Social-Media-Verbote für Kinder/Jugendliche</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Strikte Regulierung der Tech-Konzerne (DSA, Transparenz, Sanktionen)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Anonyme, diskriminierungsfreie Altersverifikation</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Sichere, altersgerechte digitale Räume (keine Suchtmechanismen, keine personalisierte Werbung für Minderjährige)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Verbindliche Medienkompetenz in Schulen + außerschulische Bildung</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Demokratische Teilhabe bewahren (keine Ausgrenzung aus digitalen Räumen)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Quellen und weiterführende Informationen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.bmj.com/content/bmj/393/bmj-2026-363695.full.pdf">Studie zu den Effekten des Social-Media-Verbots in Australien</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.shell.de/ueber-uns/initiativen/shell-jugendstudie-2024.html">Shell-Jugendstudie 2024</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/adolescent-mental-health">Die WHO zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.agj.de/positionen/artikel/positionspapier-digitale-raeume.html">Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://netzwerk-kinderrechte.de/2026/03/12/stellungnahme-kinder-und-jugendliche-schuetzen-nicht-pauschal-ausschliessen-kinderrechte-als-massstab-der-social-media-debatte/">Stellungnahme des Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://leibniz-hbi.de/die-huerden-eines-social-media-verbots-in-deutschland/">Rechtliche Einschätzung des Leibniz-Institut für Medienforschung</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.oecd.org/en/publications/how-s-life-for-children-in-the-digital-age_0854b900-en.html">OECD zum Leben von Kindern im digitalen Zeitalter</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.dkhw.de/informieren/im-ueberblick/aktuelles/nachricht/social-media-verboten-risiken-ernst-nehmen-kinderrechte-achten">Deutsches Kinderhilfswerk zu Social-Media-Verboten</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/expertenkommission-veroeffentlicht-handlungsempfehlungen-290226">Handlungsempfehlungen der Expertenkommission</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.zeit.de/digital/2026-04/meta-eu-kommission-facebook-instagram-minderjaehrige-gxe">Die Zeit zu den Ermittlungen der EU-Kommission</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.interface-eu.org/publications/social-media-age-gating-eu">Interface zu Altersgrenzen in der EU</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/K.G.M._v._Meta_et_al.">K.G.M. v. Meta et al.</a></li></ul></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 17:55:50 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-39: Umweltzonen weiterentwickeln: Neue Plakettenstufen für NOx-arme Fahrzeuge schaffen und Instrumente zur Umsetzung der verschärften EU-Luftqualitätsziele stärken</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/umweltzonen-weiterentwickeln-neue-plakettenstufen-fur-nox-arme-fahrze-49057</link>
                        <author>KV Herne (dort beschlossen am: 15.04.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/umweltzonen-weiterentwickeln-neue-plakettenstufen-fur-nox-arme-fahrze-49057</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen werden gebeten sich für folgende Ziele einzusetzen:<br>
1. die rechtlichen Grundlagen für eine Weiterentwicklung der Umweltzonen in Deutschland zu schaffen, indem die 35. Verordnung zur Durchführung des Bundes- Immissionsschutzgesetzes (35. BImSchV) so angepasst wird, dass zusätzliche, strengere Kennzeichnungs- und Zufahrtsstufen eingeführt werden können (insbesondere mit Blick auf Stickoxide (NOx) und reale Emissionen im städtischen Verkehr).<br>
2. eine neue Systematik von Umweltzonen-Stufen zu entwickeln, die über die heutige „grüne Plakette“ hinausgeht und weitere Stufen für besonders emissionsarme bzw. emissionsfreie Fahrzeuge ermöglicht. Dabei sollen die Stufen so ausgestaltet werden, dass Kommunen und Länder sie rechtssicher, transparent und verhältnismäßig anwenden können.<br>
3. die Verkehrszeichen und Verwaltungsvorschriften (u. a. StVO/VwV-StVO) so anzupassen, dass neue Umweltzonen-Stufen im Straßenraum klar kommuniziert und effektiv kontrolliert werden können.<br>
4. eine bundeseinheitliche Grundlage für kommunale Luftreinhalte-Instrumente zu schaffen bzw. zu stärken, damit Städte frühzeitig und präventiv handeln können, wenn absehbar ist, dass künftige EU-Grenzwerte (insbesondere ab 2030) ohne zusätzliche Maßnahmen nicht eingehalten werden.<br>
5. bei der Ausgestaltung der neuen Stufen soziale Ausgewogenheit sicherzustellen, insbesondere durch:<br>
- Übergangsfristen,<br>
- Ausnahmeregelungen für Härtefälle,<br>
- und die Verknüpfung mit Förderprogrammen (z. B. für kommunale Flotten, Handwerk, Lieferverkehre, ÖPNV/Busflotten, Umrüstung und emissionsfreie Antriebe).</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen werden gebeten, sich für folgende Ziele einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li><strong>Umweltzonen weiterentwickeln</strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Regeln für Umweltzonen in Deutschland sollen angepasst werden. Es soll möglich sein, strengere Stufen für die Zufahrt einzuführen. Dabei sollen besonders die Belastung durch Stickoxide (NOx) und die tatsächlichen Abgase von Fahrzeugen im Stadtverkehr berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li><strong>Neue Stufen für Umweltzonen schaffen</strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die bisherige „grüne Plakette“ soll weiterentwickelt werden. Es soll zusätzliche Stufen für besonders umweltfreundliche und für emissionsfreie Fahrzeuge geben. Die Regeln müssen klar, verständlich und rechtssicher sein. Städte und Länder sollen sie angemessen anwenden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="3"><li><strong>Neue Regeln im Straßenverkehr deutlich machen</strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Verkehrszeichen und Verwaltungsvorschriften sollen angepasst werden. So sollen die neuen Umweltzonen und ihre jeweiligen Stufen für alle Verkehrsteilnehmer klar erkennbar sein. Außerdem sollen die Regeln wirksam kontrolliert werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="4"><li><strong>Städte sollen frühzeitig handeln können</strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Städte sollen eine einheitliche rechtliche Grundlage für Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität bekommen. Sie sollen schon früh handeln können, wenn absehbar ist, dass zukünftige EU-Grenzwerte – insbesondere ab 2030 – ohne zusätzliche Maßnahmen nicht eingehalten werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="5"><li><strong>Soziale Auswirkungen berücksichtigen</strong></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bei den neuen Umweltzonen soll darauf geachtet werden, dass die Regeln sozial gerecht sind. Dazu gehören insbesondere:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>ausreichend lange Übergangsfristen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Ausnahmen für Menschen in besonderen Härtefällen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>und passende Förderprogramme, zum Beispiel für kommunale Fahrzeuge, Handwerksbetriebe, Lieferverkehr, Busse und den öffentlichen Nahverkehr sowie für die Umrüstung auf emissionsfreie Antriebe.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Mit der Verschärfung der europäischen Vorgaben zur Luftreinhaltung werden die Anforderungen an Ballungsräume deutlich steigen. Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx) und Feinstaub wirken gesundheitsschädlich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Schon bevor die strengeren Grenzwerte ab 2030 verbindlich gelten, entstehen bei absehbaren Überschreitungen Verpflichtungen zur Planung und Umsetzung von Maßnahmen. In Nordrhein-Westfalen liegt die Zuständigkeit für Luftreinhalteplanungen bei den Bezirksregierungen; gleichzeitig sind viele wirkungsvolle Maßnahmen im Verkehrsbereich nur dann umsetzbar, wenn Bund und Länder passende Instrumente bereitstellen.<br>
Umweltzonen haben in der Vergangenheit dazu beigetragen, verkehrsbedingte Emissionen zu senken. Die derzeit maßgebliche 35. BImSchV kennt in der Praxis die Stufen bis zur „grünen Plakette“ (Schadstoffgruppe 4). Diese Kennzeichnung wird häufig als „hoher Umweltstandard“ verstanden, bildet aber neuere Anforderungen an NOx-arme Fahrzeuge und die realen Emissionen im Stadtverkehr nur unzureichend ab.<br>
Viele Fahrzeuge erfüllen inzwischen deutlich bessere Abgasstandards als jene, die mit der heutigen Plakettenlogik noch genauso behandelt werden. Gleichzeitig fehlen Kommunen bzw. Bezirksregierungen rechtssichere Möglichkeiten, Umweltzonen feiner zu steuern – etwa durch zusätzliche Stufen, die die Zufahrt schrittweise an strengere NOx-Standards koppeln.<br>
In anderen europäischen Ländern sind Umweltzonen teils bereits so gestaltet, dass z. B. für schwere Nutzfahrzeuge Euro6-Niveaus verlangt werden oder über Gebühren-/Ticketmodelle eine differenzierte Steuerung erfolgt. Deutschland braucht dafür keine neue europäische Regelung, sondern vor allem eine Modernisierung der nationalen Kennzeichnungssystematik und der dazugehörigen Verkehrszeichen.<br>
Mit neuen, zusätzlichen Stufen können Umweltzonen zu einem präventiven, planbaren und sozial abgefederten Instrument werden, das die kommunale Luftreinhaltung unterstützt und die Umsetzung der verschärften EU-Luftqualitätsziele erleichtert.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 17:41:08 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>O-11: Schutz der Demokratie &amp; konsequente Abgrenzung von Menschenfeindlichkeit in Koalitionsverhandlungen</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/schutz-der-demokratie-konsequente-abgrenzung-von-menschenfeindlichke-41490</link>
                        <author>Johannes Mihram (LV Berlin)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/schutz-der-demokratie-konsequente-abgrenzung-von-menschenfeindlichke-41490</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Antragstext</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Landtagswahlen im September haben eine besorgniserregende Entwicklung<br>
gezeigt: Die politischen Ränder wurden gestärkt und Populismus ist auf beiden<br>
Seiten des Spektrums mehrheitsfähig geworden. Dies gefährdet das demokratische<br>
System, da die Kompromissfindung als Kern der Demokratie zunehmend erschwert<br>
wird. Parallel dazu nehmen Rassismus, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus und<br>
andere Formen der Menschenfeindlichkeit zu, insbesondere im rechten Spektrum.<br>
Exemplarisch stehen hierfür die Zusammenarbeit der CDU mit der rechtsextremen<br>
AfD in Heidenau zur Verhinderung von Holocaust-Gedenken, die ständigen<br>
rassistischen Entgleisungen von Friedrich Merz, das rechtspopulistische<br>
Genderverbot der CDU-Familienministerin Prien sowie die Untergrabung des<br>
Rechtsstaats durch den CDU-Bundesinnenminister Dobrindt, der sich nicht an<br>
Gerichtsurteile gebunden fühlt. In Sachsen-Anhalt hat die CDU die letzten Reste<br>
einer Brandmauer eingerissen, indem sie sehr wahrscheinlich der rechtsextremen<br>
AfD an die Macht verholfen hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir als Grüne stehen für eine wirksame Antidiskriminierungspolitik. Wir bekennen<br>
uns dazu, strukturellem Rassismus in allen staatlichen Institutionen<br>
entgegenzutreten und betrachten die Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus,<br>
Sexismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und jeder Form der Menschenfeindlichkeit<br>
nicht nur als Diskriminierungsschutz, sondern als fundamentale Verpflichtung<br>
unseres Rechtsstaates.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Möglichkeiten für stabile Regierungskoalitionen werden durch den zunehmenden<br>
Populismus begrenzt. Die Landtagswahl in Berlin hat jedoch gezeigt, dass eine<br>
grüne Regierungsbeteiligung nicht bedeuten muss, menschenfeindliche Tendenzen<br>
bei Partner*innen stillschweigend zu akzeptieren. Durch eine gemeinsame<br>
Erklärung zur Distanzierung von Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit sowie<br>
durch interne Mechanismen zum Fraktionsausschluss bei antisemitischen Äußerungen<br>
innerhalb der Linken wurde hier ein wirksamer Standard gesetzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundesdelegiertenkonferenz fordert die Bundesparteispitze auf, für alle<br>
künftigen Regierungsbeteiligungen auf Bundesebene (z. B. mit der CDU oder der<br>
Linken) folgende Bedingungen als Norm zu etablieren:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li>Gemeinsame Werteerklärung: Vor Abschluss eines Koalitionsvertrages muss<br>
eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet werden, in der sich alle<br>
beteiligten Parteien explizit und umfassend von Antisemitismus, Rassismus<br>
und jeder Form der Menschenfeindlichkeit distanzieren.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li>Konsequenzen bei Verstößen: In diese Vereinbarung ist ein Mechanismus<br>
aufzunehmen, wonach wiederholte rassistische oder antisemitische oder<br>
andere menschenfeindliche Äußerungen von Abgeordneten einer<br>
Koalitionspartei zum Ausschluss aus der jeweiligen Fraktion führen. Dafür<br>
wird ein auch ein Verwarnsystem vereinbart.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>So können wir Grüne auch in Zeiten zunehmender Polarisierung und<br>
Menschenfeindlichkeit weiterhin für unsere Werte einstehen und trotzdem unserer<br>
Verantwortung für stabile und demokratische Regierungsbildungen nachkommen.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Was wir über die Lage sagen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im September gab es Wahlen in mehreren Bundesländern.<br>
Dabei haben Parteien am rechten und linken Rand mehr Stimmen bekommen.<br>
Auch Populismus hatte Erfolg. Populisten machen einfache Versprechen und geben<br>
anderen die Schuld.<br>
Wir sehen darin eine Gefahr für die Demokratie. In der Demokratie müssen<br>
Parteien Kompromisse finden. Das wird schwieriger.<br>
Außerdem gibt es mehr Hass auf Menschengruppen. Das gilt besonders für<br>
Rassismus, Hass auf queere Menschen und Hass auf Jüdinnen und Juden. Wir sehen<br>
das vor allem im rechten Lager.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Beispiele, die der Text nennt:<br>
In Heidenau hat die CDU mit der AfD zusammengearbeitet. Dadurch wurde ein<br>
Gedenken an den Holocaust verhindert. Die AfD ist laut Text rechtsextrem.<br>
Friedrich Merz hat sich oft rassistisch geäußert.<br>
Die CDU-Familienministerin Prien hat Gendern verboten. Der Text nennt das<br>
rechtspopulistisch.<br>
Innenminister Dobrindt (CDU) hält sich nicht an Gerichtsurteile. Das schadet dem<br>
Rechtsstaat.<br>
In Sachsen-Anhalt hat die CDU die Brandmauer eingerissen. Mit Brandmauer ist<br>
gemeint: Man arbeitet nicht mit der AfD zusammen. Der Text sagt, die CDU habe<br>
der AfD sehr wahrscheinlich an die Macht geholfen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Was wir wollen<br>
Wir wollen wirksam gegen Diskriminierung vorgehen.<br>
Wir wollen Rassismus in allen staatlichen Stellen bekämpfen.<br>
Wir wollen auch gegen diese Dinge vorgehen: Hass auf Jüdinnen und Juden,<br>
Sexismus, Hass auf queere Menschen und Benachteiligung von Menschen mit<br>
Behinderung.<br>
Das ist für uns mehr als Schutz vor Benachteiligung. Es ist eine wichtige<br>
Pflicht des Rechtsstaates.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wegen des Populismus ist es schwerer, stabile Regierungen zu bilden.<br>
Wir sagen: In Berlin hat es trotzdem geklappt.<br>
Dort haben die Parteien eine gemeinsame Erklärung unterschrieben. Darin<br>
distanzieren sie sich von Hass auf Jüdinnen und Juden und von<br>
Menschenfeindlichkeit.<br>
Außerdem gibt es eine Regel: Wer antisemitisch spricht, kann aus der Fraktion<br>
ausgeschlossen werden. Eine Fraktion ist die Gruppe der Abgeordneten einer<br>
Partei im Parlament.<br>
Wir sehen das als gutes Vorbild.<br><br>
Die Delegierten verlangen von der Parteispitze: Wenn die Grünen künftig im Bund<br>
mitregieren, sollen zwei Bedingungen gelten. Das gilt zum Beispiel bei einer<br>
Regierung mit der CDU oder der Linken.<br>
Gemeinsame Werteerklärung: Vor dem Koalitionsvertrag müssen alle Parteien eine<br>
verbindliche Erklärung unterschreiben. Darin sagen sie klar, dass sie gegen<br>
Antisemitismus, Rassismus und jede Menschenfeindlichkeit sind.<br>
Folgen bei Verstößen: Abgeordnete einer Koalitionspartei sollen aus ihrer<br>
Fraktion ausgeschlossen werden, wenn sie immer wieder rassistische,<br>
antisemitische oder menschenfeindliche Dinge sagen. Vorher soll es Verwarnungen<br>
geben.<br>
Ziel<br>
Wir wollen ihren Werten treu bleiben. Gleichzeitig wollen wir Verantwortung<br>
übernehmen und stabile, demokratische Regierungen möglich machen, auch wenn die<br>
Gesellschaft stärker gespalten</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Vereinbarung in Berlin:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://gruene.berlin/fileadmin/user_upload/Berliner_Vereinbarung_zum_Start_der_Sondierungen.pdf">https://gruene.berlin/fileadmin/user_upload/Berliner_Vereinbarung_zum_Start_der_-Sondierungen.pdf</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Zu unseren Werten findet sich hier alles:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/assets/20250318_Regierungsprogramm_DIGITAL_DINA5.pdf">20250318_Regierungsprogramm_DIGITAL_DINA5.pdf</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/assets/BUENDNIS-90-DIE-GRUENEN_Grundsatzprogramm.pdf">https://cms.gruene.de/uploads/assets/BUENDNIS-90-DIE-GRUENEN_Grundsatzprogramm.pdf</a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 15:48:11 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-19: Anbindehaltung von Rindern beenden</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/anbindehaltung-von-rindern-beenden-25874</link>
                        <author>BAG Tierschutzpolitik (dort beschlossen am: 01.05.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/anbindehaltung-von-rindern-beenden-25874</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Deutschland ist die Anbindehaltung von Rindern (Kühe, Jungrinder, Masttiere) weit verbreitet, sowohl ganzjährig als auch den überwiegenden Teil des Jahres hinweg (so genannt: saisonal). Laut der aktuellen Landwirtschaftszählung des Statistischen Bundesamtes (Stand 01.03.2020) gibt es in Deutschland 1.138.400 Anbindehaltungsplätze, verteilt auf 413.000 Betriebe. Bayern führt die Statistik mit 628.300 Plätzen an, aber in anderen Bundesländern wie Niedersachsen (170.700), Nordrhein-Westfalen (64.100), Schleswig-Holstein (53.300), Hessen (37.000) und Rheinland-Pfalz (25.600) leben ebenfalls viele Rinder angebunden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch in Biobetrieben wird Anbindehaltung praktiziert. Nur die Verbände Biopark, Verbund Ökohöfe und Ecoland verbieten die Anbindehaltung vollständig; die anderen Bioverbände erlauben Ausnahmen für Kleinbetriebe.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Molkereien stellen in der Regel die Standards der anliefernden Betriebe nicht infrage und nehmen also auch Milch von angebunden lebenden Kühen an. Erst wenige Molkereien wie Arla und Die gläserne Molkerei haben sich entschieden, keine Milch aus Anbindehaltung zu akzeptieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Tierschutzrechtliche und ethische Bedenken</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Anbindehaltung, ob ganzjährig oder saisonal, unterdrückt die arteigenen Bedürfnisse der Rinder erheblich und widerspricht dem Tierschutzgedanken in Deutschland sowie dem Tierschutzrecht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Einschränkung des natürlichen Verhaltens</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Bewegungsfreiheit: Unter freibeweglichen Bedingungen legen Rinder täglich mehrere Kilometer zurück (durchschnittlich 2–4 km, in extensiven Systemen deutlich mehr).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Soziale Interaktionen: Rinder sind ausgeprägte Herdentiere, die in stabilen sozialen Gruppen mit Rangordnungen und langfristigen Sozialbeziehungen leben. Die Fixierung am Standplatz schränkt sowohl die Bewegung als auch soziale Interaktionen stark ein.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ruhe- und Komfortverhalten: An der Kette angebunden können sich die Tiere nur niederlegen, wo sie stehen und ihre Liegeposition nur minimal verändern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wichtige Komfort- und Pflegeverhaltensweisen wie Selbstpflege und gegen-seitiges Belecken (soziale Fellpflege) werden durch die Fixierung weitgehend verhindert. Nicht angebundene Milchkühe verbringen einen Großteil des Tages mit Ruhe- und Komfortverhalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Stallbedingungen: Moderne Milchkühe mit einer hohen Milchleistung sind viel breiter, länger und höher als Kühe der ursprünglichen regionalen Rassen und finden in den alten Ställen häufig nicht genug Platz. Wegen der beengten Bedingungen können sie zum Beispiel nicht alle gleichzeitig liegen oder sie liegen im Bereich der Gitterroste bzw. der Kotstufe.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Stress durch Enge: Die Anbindehaltung verhindert zwar Auseinander-setzungen, verursacht aber negativen Stress, wenn ranghohe und rangniedere Kühe nebeneinander angebunden sind und einander nicht ausweichen können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wer Rinder in Anbindehaltung hält, fügt ihnen länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zu. Dies verstößt gegen §1 und explizit §2(2) des Tierschutzgesetzes und kann gemäß §17(2) TSchG strafbar sein. Ein &quot;vernünftiger Grund&quot; für diese Praxis kann nicht angeführt werden, da die Mehrheit der Rinderhalter bereits zeigt, dass eine Haltung ohne Anbindung möglich und Standard ist.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Weitere Argumente gegen die Anbindehaltung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Glaubwürdigkeit: Die fortgesetzte Duldung der tierquälerischen Haltung, entgegen der Gesetzeslage und tiermedizinischen sowie juristischen Gutachten, untergräbt die Glaubwürdigkeit von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei vielen Verbraucher<em>*</em>innen und Wähler*innen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wirtschaftlicher Fehlanreiz: Die Zahl der Betriebe mit Anbindehaltung ist seit Jahren rückläufig; ihre weitere Zulassung setzt wirtschaftliche Fehlanreize, indem sie Investitionen in zukunftsfähige, nachhaltige Haltungssysteme hinauszögert.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anbindehaltung wird häufig damit gerechtfertigt, dass vorwiegend ältere Familienbetriebe sie praktizierten. Tatsächlich handelt es sich jedoch vielfach um Betriebe mit alternativen Einkommensquellen, die keinen unmittelbaren Anpassungsdruck haben und die Haltungsform lediglich deshalb fortführen, weil sie noch erlaubt ist. Ihre weitere Zulassung setzt damit klare Fehlanreize und bremst den strukturellen Wandel hin zu zukunftsfähigen Haltungssystemen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Rechtliche Durchsetzung: Solange kein grundsätzliches Verbot besteht, müssen Veterinärämter bei Verstößen den aufwändigen Rechtsweg beschreiten, um eine Anbindehaltung zu untersagen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Landschaftspflege und Biodiversität: Die Weidetierhaltung ist eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt bestimmter Kulturlandschaften und trägt wesentlich zur Förderung der biologischen Vielfalt in unseren Ökosystemen bei. Zahlreiche Rinderhaltende zeigen, dass sich Weidewirtschaft und Laufstallhaltung erfolgreich miteinander verbinden lassen. Für die wenigen Ausnahmen braucht es individuelle Lösungen, die finanziell unterstützt werden. Ein Ausstieg aus der Anbindehaltung stellt daher keine Gefahr für Kulturlandschaften oder die biologische Vielfalt dar.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Subventionen: Es widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen, Betriebe, in denen Rinder angebunden leben, weiterhin mit Steuergeldern zu subventionieren. Sinnvoller ist die Unterstützung von Betrieben, in denen die Tiere ihr natürliches Verhalten weitgehend ausleben können oder die Zahlung von Prämien für den Ausstieg aus der Anbindehaltung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Politische Bestrebungen und Fakten</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Ampelregierung (2021-2024) vereinbarte in ihrem Koalitionsvertrag, die Anbindehaltung spätestens in zehn Jahren zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der aktuelle Bundeslandwirtschaftsminister hat sich bisher nicht klar für einen Ausstieg ausgesprochen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Niedersachsen als Vorreiter: Das niedersächsische, Grün geführte Landwirtschaftsministerium stellte im Februar 2026 einen Beschluss zum Ende der Anbindehaltung vor. Geplant ist, die ganzjährige Anbindehaltung innerhalb von 18 Monaten und die saisonale Anbindehaltung/Kombihaltung innerhalb von sieben Jahren entweder durch Umbau oder Aufgabe der Rinderhaltung zu beenden. Der Entwurf befindet sich derzeit im Anhörungsverfahren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Tierärzt*innenschaft, Berufsverbände, Verhaltensbiolog*innen und Tierschutzorganisationen wollen die Abschaffung der Anbindehaltung. Im Oktober 2025 forderte u.a. auch der 30. Tierärztetag ein Verbot der Anbindehaltung aus Tierschutzgründen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Bundesrat: Der Bundesrat hat 2024 ebenfalls einen Beschluss für ein Verbot der Anbindehaltung gefasst.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN müssen unserem Anspruch als tierschutzorientierte Partei gerecht werden und uns bundesweit und öffentlich für ein rasches Ende der Anbindehaltung einsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu fordern wir in Anlehnung an das niedersächsische Modell die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für folgendes Vorgehen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li>Meldepflicht: Betriebe mit Anbindehaltung müssen sechs Monate nach Inkrafttreten einer entsprechenden Regelung einer zuständigen Behörde mitteilen, ob sie auf ein anderes Haltungssystem umstellen oder die Rinderhaltung aufgeben wollen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li>Übergangsfrist: Für diese Betriebe soll eine Übergangsfrist von18 Monaten gelten, innerhalb derer der Umbau oder die Beendigung der Anbindehaltung erfolgen muss. Während dieser Frist dürfen keine weiteren Tiere in Anbindung dazugestellt werden.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li>Beratungssystem: Es wird ein bundesweites, breit qualifiziertes und kostenfreies Beratungssystem aufgebaut, das Betriebsleiter*innen freiwillig und auch vor Ort zu Optionen und Fördermöglichkeiten berät.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li>Fördermaßnahmen: Entsprechende Fördermaßnahmen sind zu entwickeln und finanziell auskömmlich auszustatten.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="5"><li>Rechtliche Konsequenzen: Angesichts der eindeutigen Bewertung von Tierärzt*innen und breiter gesellschaftlicher Unterstützung (z.B. Foodwatch-Petition mit über 55.000 Unterstützer*innen) für ein Ende der Anbindehaltung ist ein konsequentes gesetzliches Verbot dieser Praxis unverzüglich umzusetzen.</li></ol></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antrag:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Über 1 Million Rinder werden in Deutschland noch immer in Anbindehaltung gehalten, das ganze Jahr oder jedes Jahr viele Monate („saisonal“). Auch Bio-Kühe werden angebunden. Wenn die Milch verarbeitet wird, wird meist Milch von angebundenen Kühen genutzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Doch die Anbindehaltung, auch saisonal, tut den Kühen weh. Sie leiden darunter. Deshalb ist Anbindehaltung eigentlich schon illegal, sie verstößt gegen §1 und §2 Tierschutzgesetz. Doch in der Praxis gibt es sie immer noch.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Ampelregierung wollte das ändern, der CDU-Landwirtschaftsminister jetzt ist dagegen. Niedersachsen macht mit grüner Ministerin vor, wie man die Anbindehaltung einfach und unkompliziert abschaffen kann. Tierärzte, Tierschützer, Bundesrat, alle sind gegen die Anbindehaltung und für ein Verbot.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir als Partei für Umwelt und Tiere müssen uns jetzt gegen die Anbindehaltung stark machen. Dafür fordern wir, dass wir uns für folgendes Vorgehen einsetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Betriebe mit Anbindehaltung sollen der Behörde mitteilen, ob sie die Kühe künftig ohne Anbinden halten wollen oder keine Kühe mehr halten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Die Betriebe, die umstellen wollen, dürfen dann noch 18 Monate weiter anbinden als Übergangszeit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Landwirt*innen sollen beraten und beim Umstieg gefördert werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Am Ende des Tages muss ein klares Verbot dieser tierquälerischen Haltung stehen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Begründung:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bei der Anbindehaltung wird unterdrückt, dass eine Kuh so leben kann, wie eine Kuh normalerweise lebt („arteigene Bedürfnisse“). So sieht es das Tierschutzrecht aber vor.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sie kann sich nicht genug bewegen und kann nicht mit anderen Rindern Zeit verbringen, wie es Rinder in Freiheit tun. Sie kann sich nicht richtig hinlegen und schlafen. Es wird auch verhindert, dass die Kuh normal ihr Fell pflegt. Vor allem, weil Kühe heute größer sind, sind die meisten Ställe viel zu klein. Die Enge stresst die Tiere sehr.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wer Rinder in Anbindehaltung hält, fügt ihnen länger anhaltende bzw. sich wiederholende erhebliche Schmerzen und Leiden zu. Dies verstößt schon jetzt gegen das Tierschutzgesetz. Wie so oft im Tierschutz besteht ein Vollzugsdefizit - das müssen wir als die Partei, die für Tierschutz steht, ändern.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 15:14:14 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-35: Endlich richtig ländlich - Perspektivwechsel: Grün!</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/endlich-richtig-landlich-perspektivwechsel-grun-54242</link>
                        <author>Niklas Wagener (KV Aschaffenburg-Stadt)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/endlich-richtig-landlich-perspektivwechsel-grun-54242</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Grün ist das Land:</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Grüne Politik darf nicht an der Stadtgrenze enden, denn unser Anspruch als Bündnispartei muss sein, Menschen überall in diesem Land zu erreichen. Ländliche Räume sind Heimat für rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland. Dennoch spiegeln sich ihre Lebensrealitäten und Perspektiven in politischen Debatten und Entscheidungen nicht ausreichend wider.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zeigen deutlich, wie wichtig die Identifikation mit Politik insbesondere in den ländlichen Räumen ist und wie sich gerade dort Menschen von der demokratischen Debatte entfernen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig entscheidet sich die ökologische und gesellschaftliche Transformation nicht nur in den Großstädten, sondern maßgeblich auf dem Land. 46 Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung werden in ländlichen Regionen erwirtschaftet. Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen hat dort ihren Sitz. Ländliche Räume sind damit Lebens-, Wirtschafts- und Gestaltungsräume für einen großen Teil unserer Gesellschaft. Sie sind entscheidend für den Erfolg der Mobilitäts-, Energie- und Agrarwende.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir Grüne wollen gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland.</strong><strong>Wo ein Mensch lebt, darf nicht darüber entscheiden, welche Chancen er auf Bildung, Arbeit, Mobilität, Gesundheitsversorgung oder gesellschaftliche Teilhabe hat.</strong> Gleichwertigkeit bedeutet dabei nicht Gleichheit. Unterschiedliche Regionen haben unterschiedliche Voraussetzungen und brauchen deshalb auch unterschiedliche Antworten. Politische Lösungen müssen diesen Unterschieden gerecht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn viele Teile der ländlichen Räume stehen unter besonderem Druck. Wo Arztpraxen fehlen, Busverbindungen ausgedünnt werden, der Weg zur Arbeit, zur Schule oder zur nächsten Fachärztin immer weiter wird, geht es um die Frage, wie gut der Alltag vor Ort funktioniert und ob Menschen das Gefühl haben, dass ihre Lebensrealitäten gesehen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Frust und Verbitterung entstehen insbesondere dann, wenn Entscheidungen weit entfernt getroffen werden und vor Ort kaum Einfluss darauf genommen werden kann. <strong>Deshalb sind eine verlässliche Daseinsvorsorge und echte Beteiligungsmöglichkeiten auch eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts und einer lebendigen Demokratie. Es braucht ein offenes Ohr für die Herausforderungen vor Ort, politische Lösungen, die zu den unterschiedlichen Regionen passen, und vor allem die Möglichkeit, selbst mitzugestalten.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dass es hierzu eine große Bereitschaft gibt, zeigen die vielen Menschen, die sich gerade in ländlichen Räumen in freiwilligen Feuerwehren, Sportvereinen, Kirchen, Landjugenden, Kommunalpolitik und zahlreichen weiteren Initiativen ehrenamtlich engagieren. Dieses Engagement schafft Begegnung, übernimmt Verantwortung und hält vielerorts Gemeinschaft zusammen. Diese Bereitschaft, sich einzubringen, wollen wir stärken und ihr mehr Raum geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Stärkung der ländlichen Räume ist für uns nicht nur eine Frage der Daseinsvorsorge, sondern auch eine Voraussetzung dafür, die Transformationsaufgaben unseres Landes gemeinsam zu bewältigen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das zeigt sich besonders bei der Energiewende. 79 Prozent der installierten Windenergieleistung an Land und 68 Prozent der Freiflächen-Photovoltaik befinden sich nach dem Vierten Bericht der Bundesregierung zur Entwicklung ländlicher Räume in ländlichen Regionen. Auch Klimaanpassung, Natur- und Artenschutz, Land- und Forstwirtschaft, Wasserhaushalt und der Ausbau der Stromnetze werden zu erheblichen Teilen in ländlichen Räumen umgesetzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer Transformation will, muss deshalb die Menschen und Kommunen vor Ort an ihrer Gestaltung beteiligen. Denn wenn Klimaschutz nicht nur Fläche beansprucht, sondern neue Perspektiven vor Ort durch regionale Wertschöpfung schafft, entstehen kommunale Einnahmen sowie Beteiligungsmöglichkeiten und eine Infrastruktur, von der Menschen vor Ort profitieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Das Land bei den Bündnisgrünen</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die ländlichen Räume auch innerhalb von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sichtbarer und wirksamer zu priorisieren, schlagen wir folgende Maßnahmen vor:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Ländliche Perspektiven als Teil unserer Vielfalt</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die bestehende Vielfalt von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ausbauen und die unterschiedlichen räumlichen und regionalen Lebensrealitäten innerhalb unserer Gesellschaft stärker berücksichtigen. Unser Anspruch ist, dass Menschen aus unterschiedlichen Regionen und mit unterschiedlichen Lebensrealitäten erreicht werden, zur Teilhabe eingeladen werden und die Möglichkeit haben, politische Verantwortung zu übernehmen und ihre Erfahrungen einzubringen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ergänzend soll ein „Ländlich-Check“ sicherstellen, dass wir auch unsere politischen Vorhaben daraufhin überprüfen, welche Auswirkungen sie unter den besonderen Bedingungen ländlicher Räume haben. So selbstverständlich, wie wir heute Klima- und Geschlechtergerechtigkeit mitdenken, soll ein solcher „Ländlich-Check“ sicherstellen, dass Themen und Personen aus den ländlichen Räumen stärker in den Fokus unserer Politik rücken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Der „Ländlich-Check“ soll deshalb zu einem festen Bestandteil bei der Erarbeitung zentraler Beschlüsse, Programme und Kampagnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>So ermöglichen wir es Menschen aus ländlichen Gegenden, sich leichter mit den Werten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu identifizieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Politische Verantwortung aus der Fläche ermöglichen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Anspruch muss sein, auch in den ländlichen Räumen politisch so verankert zu sein, dass dort Direktmandate gewonnen werden können und eine unmittelbare Verbindung zwischen regionalen Lebensrealitäten und den Parlamenten entsteht. Dafür braucht es Menschen, die ihre Region kennen, vor Ort Verantwortung übernehmen und deren Erfahrungen und Fachkenntnisse auch auf Landes- und Bundesebene Gehör finden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Menschen haben wir bereits in unserer Partei. In unseren Kreis- und Ortsverbänden engagieren sich Menschen mit beruflicher und praktischer Expertise aus Landwirtschaft und Forstwirtschaft, Handwerk und Mittelstand, Kommunalpolitik, sozialen Berufen und vielen weiteren Bereichen. Dieses Wissen müssen wir stärker nutzen und berücksichtigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür müssen wir innerhalb unserer Partei die Strukturen schaffen, in denen Mitglieder ermutigt werden, ihre fachlichen Perspektiven in politische Debatten einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und für ihre Themen einzustehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Durch ein gezieltes Empowerment-Programm wollen wir Menschen aus ländlichen Räumen frühzeitig erkennen, fördern und ihnen Wege in politische und innerparteiliche Verantwortung eröffnen. Dazu wollen wir Mentoring-, Vernetzungs- und Qualifizierungsangebote ausbauen. Mitglieder aus ländlichen Räumen sollen gezielt dabei unterstützt werden, Verantwortung in Gremien, Arbeitsstrukturen und bei Kandidaturen auf Landes- und Bundesebene zu übernehmen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade Menschen, die außerhalb größerer politischer Zentren leben, sollen unabhängig von räumlicher Entfernung Zugang zu Netzwerken, Wissen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb unserer Partei haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn wir Kompetenzen, Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten breiter verteilen, erweitern wir nicht nur das Spektrum unserer politischen Arbeit. Wir schaffen Identifikation. Menschen erleben politische Vertreter*innen, die ihre Lebenswirklichkeit kennen und verstehen, welche Herausforderungen sie beschäftigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Ländliche Perspektiven in Gremien und auf Listen stärken</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb braucht es den „Ländlich-Check“ auch für alle Listenaufstellungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Wir wollen sicherstellen, dass Personen aus ländlichen Wahlkreisen und deren Themen immer vertreten sind. Die Vielfalt an Menschen innerhalb unserer Partei muss sich auch in unseren Listen und unserer politischen Schwerpunktsetzung wiederfinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bei Listenaufstellungen sollen regionale Verankerung, kommunalpolitische Erfahrung und die unterschiedlichen räumlichen Lebensrealitäten stärker berücksichtigt werden. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Dazu wollen wir unsere Vielfaltsstrategie um eine räumlich-demografische Perspektive weiterentwickeln und die Erfahrungen von Menschen aus Dörfern, Kleinstädten und ländlich geprägten Regionen systematisch stärker berücksichtigen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Auch bei der Besetzung innerparteilicher Gremien, Delegationen und Arbeitsstrukturen wollen wir die Perspektiven ländlicher Regionen systematisch stärker berücksichtigen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Erfahrungen aus Dörfern, Kleinstädten und ländlich geprägten Regionen sollen dort vertreten sein, wo politische Positionen entwickelt, Strategien beraten und Entscheidungen vorbereitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Strukturen stärken und Ehrenamt entlasten</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Politisches Engagement braucht Zeit, Ressourcen und verlässliche Strukturen. Gerade kleinere Kreis- und Ortsverbände in ländlichen Regionen tragen einen großen Teil ihrer Arbeit ehrenamtlich und verfügen häufig über deutlich geringere personelle und finanzielle Möglichkeiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb wollen wir kleinere und strukturschwächere Kreis- und Ortsverbände in ländlichen Räumen dauerhaft organisatorisch, finanziell und personell stärker unterstützen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu gehört für uns insbesondere, hauptamtliche Unterstützung dort gezielt auszubauen, wo politische Arbeit bislang weitgehend ehrenamtlich getragen wird und eigene Geschäftsstellen, Fraktionen oder Mandatsträger*innen fehlen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Eine solidarische Finanzierung innerhalb unserer Partei soll unterschiedliche strukturelle Ausgangsbedingungen stärker berücksichtigen und insbesondere strukturschwache sowie flächenmäßig große Kreisverbände gezielt unterstützen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Politische Präsenz und professionelle Parteiarbeit dürfen nicht davon abhängen, wie viele Mitglieder ein Kreisverband bereits hat, wie hoch seine Einnahmen sind oder wie dicht Parteistrukturen in einer Region schon heute ausgebaut sind. Gerade dort, wo wir wachsen und neue Menschen erreichen wollen, müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Landes- und Bundesverband sollen deshalb verstärkt zentrale Dienstleistungen bereitstellen, die kleine und ehrenamtlich getragene Gliederungen bei administrativen und organisatorischen Aufgaben entlasten.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu können etwa Unterstützung bei Buchhaltung, digitaler Infrastruktur, Webauftritten, Materialorganisation, Öffentlichkeitsarbeit oder Veranstaltungsorganisation gehören. So bleibt vor Ort mehr Zeit für politische Arbeit, Mitgliederbetreuung und den direkten Austausch mit den Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Solidarität zwischen starken und schwächeren Strukturen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen außerdem die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zwischen unterschiedlich aufgestellten Kreis- und Ortsverbänden stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Partnerschaften zwischen Kreis- und Ortsverbänden, gemeinsame Projekte und der systematische Austausch von Wissen und Ressourcen sollen stärker gefördert und dauerhaft verankert werden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Stärkere Strukturen können so Erfahrungen, Wissen und praktische Unterstützung weitergeben. Gleichzeitig können ländliche Verbände ihre Erfahrungen, regionale Expertise und Perspektiven stärker in die Gesamtpartei einbringen. Zusammenarbeit soll dabei keine Einbahnstraße sein, sondern gegenseitiges Lernen ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Teilhabe darf nicht an Entfernung scheitern</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innerparteiliche Teilhabe ist in einem Flächenland mit anderen Herausforderungen verbunden, als in einer Großstadt. Lange Fahrzeiten, schlechte Verbindungen und zusätzliche Fahrt- oder Übernachtungskosten können dazu führen, dass Mitglieder an Sitzungen, Parteitagen oder anderen Formaten schwerer teilnehmen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Innerparteiliche Beteiligung darf nicht vom Wohnort oder den damit verbundenen Mobilitätskosten abhängen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb wollen wir bestehende Möglichkeiten zur Erstattung von Fahrt- und Übernachtungskosten überprüfen und dort weiterentwickeln, wo sie die Beteiligung von Mitgliedern aus ländlichen Regionen erleichtern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig wollen wir digitale und hybride Beteiligungsmöglichkeiten dort stärker nutzen, wo sie den Zugang zu Parteiarbeit verbessern. Präsenz und persönliche Begegnung bleiben für eine lebendige Partei unverzichtbar, dürfen aber nicht voraussetzen, dass Mitglieder für jede Beteiligungsmöglichkeit regelmäßig weite Strecken und hohe Kosten auf sich nehmen müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Rückhalt für Engagierte vor Ort</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade dort, wo grüne Positionen auf stärkeren Widerspruch stoßen oder nur wenige Parteimitglieder vor Ort aktiv sind, braucht politisches Engagement innerparteilichen Rückhalt und Unterstützungsangebote.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen insbesondere unseren kommunalpolitisch Engagierten aus den ländlichen Räumen auf Bundes- und Landesebene mehr Gehör verschaffen. So stärken wir diejenigen, die bereits heute vor Ort Verantwortung übernehmen, und schaffen zugleich Anknüpfungspunkte für Menschen, die sich künftig politisch einbringen wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wo Mitglieder und kommunalpolitisch Aktive aufgrund ihres grünen Engagements Anfeindungen, Bedrohungen oder besonderem gesellschaftlichem Druck ausgesetzt sind, brauchen sie schnelle, verlässliche Unterstützung und die Solidarität der gesamten Partei.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb wollen wir Beratungs-, Schulungs- und Unterstützungsangebote ausbauen und insbesondere kleinere Kreis- und Ortsverbände dabei unterstützen, professionell mit solchen Situationen umzugehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Die Partei muss auch räumlich näher kommen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Politische Teilhabe braucht Orte, an denen Menschen sich begegnen. Deshalb wollen wir politische Veranstaltungen und Beteiligungsformate stärker auch in Dörfer und Kleinstädte bringen und bestehende Strukturen vor Ort nutzen und stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bundes- und Landesverbände sollen zentrale Parteiveranstaltungen, Tagungen, Klausuren und Fachveranstaltungen regelmäßig in ländlichen Regionen durchführen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit wird ländlicher Raum nicht nur zum Gegenstand politischer Debatten, sondern selbst zum Ort innerparteilicher Willensbildung und Vernetzung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Partei wollen wir auch dort ansprechbar sein, wo bisher nur wenige grüne Strukturen bestehen. Deshalb wollen wir insbesondere in Regionen mit geringer Präsenz von Bundes-, Landes- oder Europaabgeordneten prüfen, wie weitere Parteibüros, mobile Büros und regelmäßige und niedrigschwellige Anlaufstellen verstärkt auch in Kleinstädten und ländlichen Regionen geschaffen oder gemeinsam genutzt werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig wollen wir unsere Mandatsträger*innen ermutigen, Veranstaltungen und Gesprächsangebote gezielt auch gemeinsam mit kleineren Kreis- und Ortsverbänden durchzuführen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Termine von Amts- und Mandatsträger*innen in ländlichen Regionen sollen, wo immer möglich, frühzeitig mit den Parteistrukturen vor Ort abgestimmt werden und gezielt dazu genutzt werden, lokale Mitglieder zu vernetzen, neue Mitglieder anzusprechen und die Arbeit der Kreis- und Ortsverbände zu stärken.</strong></p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Grüne Politik darf nicht an der Stadtgrenze enden. Rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland leben in ländlichen Regionen. Trotzdem werden ihre Erfahrungen und Probleme in der Politik oft zu wenig berücksichtigt. Gerade auf dem Land fühlen sich viele Menschen von der Politik nicht mehr angesprochen. Gleichzeitig sind ländliche Regionen für Deutschland sehr wichtig. Sie sind wichtige Wirtschaftsstandorte und spielen eine große Rolle bei der Energie-, Verkehrs- und Agrarwende.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir Grüne wollen gute und faire Lebensbedingungen in ganz Deutschland. Der Wohnort darf nicht darüber entscheiden, ob Menschen gute Chancen auf Bildung, Arbeit, Mobilität, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe haben. Dabei müssen wir beachten, dass Dörfer, Kleinstädte und Großstädte unterschiedliche Voraussetzungen haben und deshalb unterschiedliche Lösungen brauchen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In vielen ländlichen Regionen fehlen zum Beispiel Arztpraxen, Busverbindungen und andere wichtige Angebote. Wenn Wege zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt immer länger werden, fühlen sich Menschen schnell allein gelassen. Wenn Entscheidungen weit entfernt getroffen werden und die Menschen vor Ort kaum mitbestimmen können, entsteht Frust. Deshalb brauchen wir gute Angebote vor Ort, mehr Beteiligung und Politik, die die Probleme der Menschen kennt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ländliche Regionen sind auch für den Klimaschutz besonders wichtig. Ein großer Teil der Wind- und Solarenergie wird dort erzeugt. Auch Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Natur- und Artenschutz sowie der Ausbau der Stromnetze finden zu großen Teilen auf dem Land statt. Deshalb müssen die Menschen und Gemeinden vor Ort an diesen Veränderungen beteiligt werden. Sie sollen auch von den neuen Möglichkeiten profitieren, zum Beispiel durch Einnahmen für Gemeinden, neue Arbeitsplätze oder bessere Infrastruktur.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch innerhalb der Grünen wollen wir die Perspektiven des Landes stärker berücksichtigen. Deshalb soll es einen „Ländlich-Check“ geben. Bei wichtigen politischen Entscheidungen, Programmen und Kampagnen soll geprüft werden, welche Auswirkungen sie auf ländliche Regionen haben. Menschen aus Dörfern, Kleinstädten und ländlichen Gebieten sollen stärker in politische Verantwortung kommen und ihre Erfahrungen einbringen können. Dafür wollen wir Mentoring, Weiterbildung und Vernetzung ausbauen und Menschen gezielt bei politischen Aufgaben und Kandidaturen unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Erfahrungen aus ländlichen Regionen sollen auch in unseren Wahllisten, Parteigremien und Arbeitsgruppen stärker vertreten sein. Bei der Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten sollen die regionale Verbundenheit, kommunalpolitische Erfahrungen und unterschiedliche Lebensbedingungen stärker berücksichtigt werden. So können Menschen aus dem ländlichen Raum sichtbarer werden und für andere vor Ort als politische Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner dienen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kleine und strukturschwache Kreis- und Ortsverbände brauchen mehr Unterstützung. Sie arbeiten häufig fast vollständig ehrenamtlich und haben weniger Geld und Personal. Deshalb wollen wir sie finanziell, personell und organisatorisch stärker unterstützen. Der Landes- und Bundesverband soll ihnen außerdem mehr Verwaltungsarbeit abnehmen, zum Beispiel bei Buchhaltung, Technik, Webseiten, Öffentlichkeitsarbeit oder Veranstaltungen. Dadurch bleibt vor Ort mehr Zeit für politische Arbeit und den Kontakt zu den Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch die Zusammenarbeit zwischen größeren und kleineren Verbänden wollen wir verbessern. Wissen, Erfahrungen und Ressourcen sollen stärker geteilt werden. Gleichzeitig können größere Verbände von den Erfahrungen der ländlichen Verbände lernen. Politische Beteiligung darf außerdem nicht davon abhängen, wie weit jemand von einer Großstadt entfernt wohnt. Deshalb sollen Fahrt- und Übernachtungskosten überprüft und digitale und hybride Beteiligungsmöglichkeiten stärker genutzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Menschen, die sich vor Ort politisch engagieren, brauchen die Unterstützung der gesamten Partei. Das gilt besonders dort, wo grüne Politik auf starken Widerstand stößt oder Mitglieder wegen ihres Engagements angefeindet oder bedroht werden. Deshalb wollen wir Beratungs-, Schulungs- und Unterstützungsangebote ausbauen und kommunalpolitisch Aktive stärker auf Landes- und Bundesebene einbinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Schließlich wollen wir als Partei näher zu den Menschen kommen. Politische Veranstaltungen sollen häufiger in Dörfern und Kleinstädten stattfinden. Wo es bisher nur wenige grüne Strukturen gibt, sollen mobile Büros, gemeinsame Räume oder regelmäßige Anlaufstellen entstehen. Abgeordnete und andere politische Vertreterinnen und Vertreter sollen häufiger gemeinsam mit den örtlichen Grünen Veranstaltungen durchführen und frühzeitig mit den Kreis- und Ortsverbänden zusammenarbeiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Unser Ziel ist eine Grüne Partei, die Stadt und Land gleichermaßen erreicht. Menschen auf dem Land sollen nicht nur Gegenstand unserer Politik sein. Sie sollen selbst mitreden, Verantwortung übernehmen und die Politik der Grünen aktiv mitgestalten.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>erfolgt mündlich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Hintergrund:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Programme wie LEADER zeigen seit Jahrzehnten, wie regionale Entwicklung gemeinsam mit Menschen vor Ort gestaltet werden kann. Seit 35 Jahren steht LEADER für eine europäische Erfolgsgeschichte und wie kaum ein anderes EU-Programm dafür, dass Europa direkt vor Ort wirkt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>LEADER bringt die Europäische Union mit den Menschen in den ländlichen Räumen zusammen und macht europäische Politik dort sichtbar, wo die Menschen leben. Es sind die engagierten Menschen vor Ort, die sich in den LEADER-Regionen für Verbesserungen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld einsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Diese Erfolgsgeschichte gilt es mit ausreichenden und verlässlichen Mitteln und der nötigen Konsequenz der Bundesregierung fortzuschreiben, damit Europa auch künftig vor Ort sichtbar, erlebbar und gemeinsam mit den Menschen gestaltet werden kann.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 14:47:14 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-29: Glaubwürdigkeit stärken: Betriebsrat und Tarifvertrag auch in bündnisgrünen Abgeordnetenbüros</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/glaubwurdigkeit-starken-betriebsrat-und-tarifvertrag-auch-in-bundnisg-22865</link>
                        <author>Jenny Laube (KV Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/glaubwurdigkeit-starken-betriebsrat-und-tarifvertrag-auch-in-bundnisg-22865</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundesdelegiertenkonferenz beschließt:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li>Betriebliche Mitbestimmung und Tarifbindung gelten für uns auch dort, wo wir selbst Arbeitgeber*innen sind, also in den Büros unserer Abgeordneten. Das bekräftigen wir.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li>Wir erwarten von allen grünen Bundestagsabgeordneten, einer Abgeordnetengemeinschaft beizutreten. Der Beitritt bleibt freiwillig, Ein- und Austritt sind jederzeit möglich. Die Gemeinschaft schließt mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag für die Mitarbeitenden der Abgeordneten ab, der die Wahl eines gemeinsamen Betriebsrats ermöglicht.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li>Der Tarifvertrag soll insbesondere die Bildung des gemeinsamen Betriebsrats regeln, die Freistellung von Betriebsratsmitgliedern und notwendige Sachkosten solidarisch per Umlage aus den Mitarbeiterpauschalen der teilnehmenden Abgeordneten finanzieren und die Gehaltstabelle des Code of Conduct übernehmen. Der Betriebsrat ist bei beabsichtigten Kündigungen anzuhören, die Letztentscheidung bleibt bei den Abgeordneten.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li>Wir bitten die Bundestagsfraktion, die Gründung dieser Abgeordnetengemeinschaft organisatorisch und rechtlich zu unterstützen, etwa durch Geschäftsführung, Mustervertrag und arbeitsrechtliche Beratung, soweit das für die Fraktion zulässig ist. Als Verhandlungsvertretung der Gemeinschaft bieten sich Mitglieder des Fraktionsvorstands und die Ombudsleute der Fraktion an.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="5"><li>Wir bitten die Bundestagsfraktion, ihren Code of Conduct für den Umgang mit Mitarbeitenden verbindlich zu fassen und seine Inhalte nach Gründung des Betriebsrats in Betriebsvereinbarungen zwischen Betriebsrat und Abgeordnetengemeinschaft zu überführen. Bis dahin soll zur Pflicht werden, was im Code of Conduct bisher nur empfohlen wird: die Hinzuziehung der Interessenvertretung vor arbeitsrechtlichen Maßnahmen und auf Wunsch der Beschäftigten, auch ohne Zustimmung des Abgeordneten, die dokumentierte und monatlich abgezeichnete Arbeitszeit und die Eingruppierung nach TVöD Bund. Die Einhaltung prüft die Stelle nach Punkt 6.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="6"><li>Wir bitten die Bundestagsfraktion, neben den Ombuds-Abgeordneten eine unabhängige Beschwerde- und Schlichtungsstelle einzurichten, die Mitarbeitende ohne Zustimmung der Abgeordneten anrufen können, und mindestens einmal jährlich eine anonyme Befragung der Mitarbeitenden durchzuführen, deren Ergebnisse zu veröffentlichen und jährlich über die Nutzung der Ombuds-Stelle zu berichten.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="7"><li>Wir bitten die Landesverbände und Landtagsfraktionen, für die Mitarbeitenden von Landtagsabgeordneten entsprechend zu verfahren.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="8"><li>Wir setzen uns gegenüber dem Bundestag, insbesondere in der Mitarbeiterkommission des Ältestenrats, dafür ein, dass Tarifsteigerungen und Stufenaufstiege der Mitarbeitenden vollständig durch die Mitarbeiterpauschale gedeckt werden und nicht zu Stundenkürzungen bei anderen Mitarbeitenden führen. Außerdem soll geprüft werden, wie Arbeitgebergemeinschaften von Abgeordneten und büroübergreifende Mitbestimmung im Abgeordnetengesetz erleichtert werden können.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="9"><li>Der Bundesvorstand führt dazu Gespräche mit der Bundestagsfraktion und den Mitarbeitenden-Vertretungen und berichtet der nächsten Bundesdelegiertenkonferenz über den Stand.</li></ol></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bundesdelegiertenkonferenz beschließt:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li>Wir fordern Mitbestimmung und Tarifverträge für Beschäftigte. Das gilt auch für uns selbst. In den Büros unserer Abgeordneten sind wir Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Das sagen wir noch einmal deutlich.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li>Wir erwarten von allen grünen Bundestagsabgeordneten: Sie treten einer Abgeordnetengemeinschaft bei. Das ist ein Zusammenschluss von Abgeordneten, die gemeinsam Arbeitgeber sind. Der Beitritt ist freiwillig. Alle können jederzeit eintreten und wieder austreten. Die Gemeinschaft schließt mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag für die Mitarbeitenden ab. Mit diesem Vertrag können die Mitarbeitenden einen gemeinsamen Betriebsrat wählen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="3"><li>Im Tarifvertrag soll vor allem Folgendes stehen: Wie der gemeinsame Betriebsrat gebildet wird. Dass Betriebsratsmitglieder für ihre Arbeit im Betriebsrat freigestellt werden. Dass die nötigen Sachkosten bezahlt werden. Alle teilnehmenden Abgeordneten bezahlen das gemeinsam. Jede und jeder gibt dafür einen kleinen Teil vom Geld für Mitarbeitende ab. Das nennt man Umlage. Außerdem gilt die Gehaltstabelle aus dem Code of Conduct. Wenn Abgeordnete jemandem kündigen wollen, hören sie vorher den Betriebsrat an. Die Entscheidung treffen aber weiter die Abgeordneten selbst.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="4"><li>Wir bitten die Bundestagsfraktion: Helft bei der Gründung der Abgeordnetengemeinschaft. Ihr könnt bei der Organisation helfen, einen Mustervertrag bereitstellen und im Arbeitsrecht beraten. Das gilt nur, wenn die Fraktion das darf. Bei den Verhandlungen können Mitglieder des Fraktionsvorstands und die Ombudsleute der Fraktion für die Gemeinschaft sprechen.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="5"><li>Wir bitten die Bundestagsfraktion: Macht den Code of Conduct verbindlich. Das sind die Verhaltensregeln der Fraktion für den Umgang mit Mitarbeitenden. Bisher sind es nur Empfehlungen. Wenn es den Betriebsrat gibt, sollen die Regeln in Betriebsvereinbarungen stehen. Das sind Verträge zwischen dem Betriebsrat und der Abgeordnetengemeinschaft. Bis dahin sollen drei Dinge Pflicht werden. Erstens: Die Interessenvertretung wird hinzugezogen, bevor Abgeordnete arbeitsrechtliche Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel eine Kündigung. Das gilt auch, wenn Beschäftigte es wünschen und die Abgeordneten nicht zustimmen. Zweitens: Die Arbeitszeit wird aufgeschrieben und jeden Monat abgezeichnet. Drittens: Die Beschäftigten werden nach dem TVöD Bund in Gehaltsgruppen eingeordnet. Ob das klappt, prüft die Stelle aus Punkt 6.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="6"><li>Wir bitten die Bundestagsfraktion: Richtet zusätzlich zu den Ombuds-Abgeordneten eine unabhängige Beschwerde- und Schlichtungsstelle ein. Dort können Mitarbeitende Probleme melden. Die Stelle hilft auch, Streit zu klären. Mitarbeitende dürfen sich dorthin wenden, auch wenn ihre Abgeordneten nicht zustimmen. Außerdem soll mindestens einmal im Jahr eine anonyme Befragung der Mitarbeitenden stattfinden. Die Ergebnisse werden veröffentlicht. Jedes Jahr wird berichtet, wie oft die Ombuds-Stelle genutzt wurde.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="7"><li>Wir bitten die Landesverbände und Landtagsfraktionen: Macht dasselbe für die Mitarbeitenden von Landtagsabgeordneten.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="8"><li>Wir setzen uns beim Bundestag dafür ein: Das Geld für Mitarbeitende soll auch bei Tariferhöhungen reichen. Das gilt auch, wenn Mitarbeitende in eine höhere Stufe kommen. Wenn ein Gehalt steigt, sollen bei anderen Mitarbeitenden nicht die Stunden gekürzt werden. Dafür setzen wir uns besonders in der Mitarbeiterkommission des Ältestenrats ein. Außerdem soll geprüft werden: Wie kann das Abgeordnetengesetz es leichter machen, dass Abgeordnete gemeinsam Arbeitgeber sind? Und wie kann es gemeinsame Mitbestimmung für mehrere Büros leichter machen?</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="9"><li>Der Bundesvorstand spricht darüber mit der Bundestagsfraktion und mit den Vertretungen der Mitarbeitenden. Er berichtet der nächsten Bundesdelegiertenkonferenz, wie weit alles ist.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Kurz erklärt</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Tarifvertrag:</strong> Ein Vertrag zwischen Arbeitgebern und einer Gewerkschaft. Er legt fest, wie Arbeit bezahlt wird und welche Regeln gelten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Betriebsrat:</strong> Eine gewählte Vertretung der Beschäftigten. Sie redet bei wichtigen Entscheidungen im Betrieb mit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Abgeordnetengemeinschaft:</strong> Ein Zusammenschluss von Abgeordneten. Sie sind gemeinsam Arbeitgeber und verhandeln gemeinsam.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Mitarbeiterpauschale:</strong> Geld vom Bundestag. Jede und jeder Abgeordnete bekommt es, um Mitarbeitende zu bezahlen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Umlage:</strong> Alle zahlen einen kleinen Teil in einen gemeinsamen Topf.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Freistellung:</strong> Betriebsratsmitglieder dürfen in ihrer Arbeitszeit für den Betriebsrat arbeiten. Dafür arbeiten sie weniger an ihrer normalen Arbeit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Code of Conduct:</strong> Die Verhaltensregeln der Fraktion für den Umgang mit Mitarbeitenden. Sie sind bisher freiwillig.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Interessenvertretung:</strong> Die gewählte Vertretung der Mitarbeitenden der grünen Abgeordneten. Sie arbeitet ehrenamtlich und hat weniger Rechte als ein Betriebsrat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Betriebsvereinbarung:</strong> Eine Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Arbeitgebern. Sie regelt Fragen des Arbeitsalltags.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Ombudsleute:</strong> Abgeordnete, an die sich Mitarbeitende bei Konflikten wenden können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>TVöD Bund:</strong> Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Bundes.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir fordern Mitbestimmung und Tarifbindung von anderen, doch die rund 600 Mitarbeitenden unserer Abgeordneten haben beides nicht. Das gefährdet unsere Glaubwürdigkeit. Unser Regierungsprogramm verspricht: „Wir unterstützen die Gründung von neuen Betriebsräten.“ Diesen Maßstab müssen wir auch an uns selbst anlegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Lage. Jedes Abgeordnetenbüro gilt als eigener Kleinstbetrieb, daher gibt es im Regelfall keinen Betriebsrat. Verträge sind befristet, der Kündigungsschutz ist eingeschränkt. Die ehrenamtliche Interessenvertretung hat weder Mitbestimmungsrechte noch Freistellung oder eigene Mittel. Der Code of Conduct der Fraktion ist nur eine Empfehlung und nicht einforderbar (<a href="https://taz.de">taz, 11.7.2026</a>).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Modell existiert. Bei SPD und Linken schließen sich Abgeordnete freiwillig zu einer Abgeordnetengemeinschaft zusammen, die mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag abschließt. Über die Öffnungsklausel in § 3 BetrVG entsteht so ein gemeinsamer Betriebsrat. Er klärt Konflikte früh, erarbeitet Mindeststandards einmal statt in jedem Büro und wird solidarisch per Umlage aus der Mitarbeiterpauschale finanziert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Mandatsfreiheit. Dieser Antrag lässt die Freiheit des Mandats der Abgeordneten unberührt: Er formuliert eine Erwartung der Partei(mitglieder) und Bitten an die Fraktion, keinen Zwang. Der Beitritt zu einer Arbeitgeber*innengemeinschaft betrifft die Rolle als Arbeitgeber*in, nicht das Abstimmungsverhalten im Parlament oder die Gewissensfreiheit der Abgeordneten. Die Letztentscheidung, etwa über Kündigungen, bleibt bei den Abgeordneten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Warum jetzt. Gespräche mit der Fraktionsspitze 2023 blieben erfolglos, im März 2026 hat die Interessenvertretung ihre Forderung erneuert. Die BDK kann den Anstoß geben, Mitbestimmung nicht nur zu fordern, sondern selbst zu leben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Quellen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://taz.de/Mitarbeiter-von-Bundestagsabgeordneten/!6191138/">taz, „Zwischen Buddy und Butler“, 11.7.2026</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw32_finanzierung_buero-384390">Deutscher Bundestag, „Der Abgeordnete und seine Mitarbeiter“, 2015</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><a href="https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/herbert-behrens/fragen-antworten/208369">abgeordnetenwatch, Antwort von Herbert Behrens (Die Linke)</a></li></ul></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 12:13:19 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-21: Für Teilhabe, die gelingt:  Eine systemische Bildungsassistenz für jede Kita-Gruppe und Schulklasse</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/fur-teilhabe-die-gelingt-eine-systemische-bildungsassistenz-fur-jed-35017</link>
                        <author>BAG Kinder, Jugend und Familie (dort beschlossen am: 03.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/fur-teilhabe-die-gelingt-eine-systemische-bildungsassistenz-fur-jed-35017</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir BÜNDNISGRÜNE stehen wie keine andere Partei zur vollständigen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der daraus folgenden staatlichen Ziele und</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>individuelle Rechte. Wir BÜNDNISGRÜNE machen uns genau auf diesen Weg, wir wollen, dass allen Kindern im Bildungssystem ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung - zur frühen Bildung im Elementarbereich ( Kita ) und zu einem Schulabschluss ermöglicht wird. Auch in einem inklusiven Bildungssystem und besonders auf dem Weg dorthin bleiben individuelle Rechte, die durch strukturelle Maßnahmen besser eingebettet werden und wirksame Rechtsdurchsetzung, unverzichtbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Inklusion beginnt mit einer einfachen Erkenntnis: Menschen sind vielfältig und sie alle gehören dazu. Nicht das Individuum muss sich anpassen, sondern die Strukturen müssen so gestaltet sein, dass Teilhabe für alle selbstverständlich wird. Barrieren entstehen nicht durch Unterschiede zwischen Menschen, sondern dort, wo Zugänge fehlen, Regeln ausschließen und Vielfalt nicht mitgedacht wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Gesellschaft, die diese Verantwortung ernst nimmt, schafft Räume, in denen Menschen unabhängig von Behinderungen, Herkunft oder sozialem Hintergrund selbstverständlich dazugehören. Dafür setzen wir uns ein: auf kommunaler Ebene, im Land, auf Bundesebene und in Europa.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das gilt besonders für unser Bildungssystem. Kinder bringen sehr unterschiedliche Lebensrealitäten mit: Armut, Fluchterfahrung,körperliche Beeinträchtigung, familiäre Belastung oder auch Hochbegabung. Sie teilen dabei die gleichen Rechte. Es ist die Aufgabe von Gesellschaft und Bildungssystem, ihnen diese Rechte zuzusichern. Kindheiten sind heute diverser als je zuvor. Wir haben den Anspruch, dass das System dennoch allen Kindern und den Menschen, die sie begleiten, gerecht wird. Dafür muss es sich verändern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gesetzliche Grundlage</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach aktueller Gesetzeslage kann es in Kita-Gruppen oder Klassen zu Fällen kommen, dass mehrere Kinder Unterstützungsbedarf haben, die Einzelfallhilfe aber nur für das ihr zugewiesene Kind zuständig ist, ohne Bezug zum Geschehen in der Gruppe oder Klasse. Das führt dazu, dass mitunter mehrere Integrationsassistenzen gleichzeitig anwesend sind, sich allerdings nur um ein einzelnes Kind kümmern dürfen.Auch darf man hier nicht außer Acht lassen, das in einer Klasse oder einer Kitagruppe auch undiagnostizierte Kinder sitzen,welche zur Zeit gar keine Beachtung finden können - sie fallen ohne Hilfe hinten herunter. Weil das Thema vielschichtig ist, lohnt ein genauerer Blick auf die Rechtslage. Für Integrationsassistenz gibt es zwei gesetzliche Grundlagen: § 90 SGB IX richtet sich im Rahmen der Eingliederungshilfe an junge Menschen mit geistiger, körperlicher oder Mehrfachbehinderung, bewilligt durch das Sozialamt. § 35a SGB VIII richtet sich im Rahmen der Jugendhilfe an junge Menschen mit drohender oder bestehender seelischer Behinderung, bewilligt durch das Jugendamt. Bei allem Weiterdenken gilt unbedingt: Kinder, die aufgrund ihrer Einschränkungen ohne individuelle Integrationsassistenz nicht am Unterricht teilnehmen können, müssen weiterhin einen individuellen Anspruch auf diese Unterstützung haben. Diese Einzelfallhilfen sind und bleiben unverzichtbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Neben den rechtlichen Grundlagen für individuelle Hilfe im Einzelfall ist zu beachten, dass die Schulen gemäß ihrer jeweiligen landesrechtlichen Grundlagen in der Pflicht stehen, für alle Kindern Bildung zu ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für diese Kinder und ihre Familien muss die Planungssicherheit gestärkt werden. Bei dauerhaftem individuellem Unterstützungsbedarf darf Integrationsassistenz nicht jedes Jahr zum Unsicherheitsfaktor werden. Familien, die ohnehin erheblichen Aufwand leisten, um für ihre Kinder einzutreten, brauchen keine Antragsverfahren, die sich Jahr für Jahr wiederholen, obwohl sich am Bedarf nichts geändert hat. Längerfristige Bewilligungen, möglichst für die gesamte Schullaufbahn, müssen möglich sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Realität anerkennen: Herausforderungen für alle Beteiligten</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Integrationsbegleitung wird von freien Trägern der Jugendhilfe erbracht und ist formal kein Teil des pädagogischen Kita- oder Schulteams. Die Erzieher*innen oder die Klassenlehrkraft haben keine Weisungsbefugnis gegenüber der Integrationsassistenz. Gleichermaßen sind die Erzieher*innen oder die Klassenlehrerkraft nicht verpflichtet, sich mit Anregungen und Hinweisen der Einzelfallhelfer:innen auseinander zu setzen. Pädagogische Absprachen entstehen nur, wenn alle Beteiligten es wollen und die Zeit dafür finden. Manchmal gelingt das gut, strukturell gesichert ist es nicht. Wachsende Klassen und zunehmende Heterogenität kommen erschwerend hinzu. Dazu kommt, dass die Rahmenbedingungen mit dem steigenden Bedarf nicht Schritt gehalten haben. So entsteht ein System, das mit vielen Einzelhilfen reagiert, statt strukturell für echte Teilhabe und Entlastung zu sorgen. Für die Kinder selbst hat die Einzelhilfe oft eine weitere Konsequenz: Unterstützung, die zwar Teilhabe ermöglicht, aber auf der anderen Seite auch sichtbar macht, dass man anders ist als alle anderen. Dies wird von Kindern oft exkludierend wahrgenommen. Auch Eltern geraten zunehmend in schwierige Situationen. Sie erleben Druck und indirekte Erwartungen, zusätzliche Hilfen zu beantragen oder Entscheidungen im Sinne des Systems zu treffen, statt dass das System selbst verlässliche Strukturen bereitstellt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schließlich die Arbeitsbedingungen der Integrationsassistent*innen selbst: befristete Verträge, wenige Stunden, abhängig vom bewilligten Umfang, keine verbindlichen Qualifikationsanforderungen, Beratungsmöglichkeiten und Supervision sind nicht immer hinreichend Bestandteil der Refinanzierung und in der Ausgestaltung auch vom Träger abhängig. Das macht diese Arbeit für gut ausgebildete Fachkräfte wenig attraktiv. Manche Kommunen versuchen mit Poollösungen gegenzusteuern, um Unterstützung im Verbund mit der Kitagruppe oder der Klasse anzubieten, pädagogische Zusammenarbeit zu ermöglichen, Kindern weniger das Gefühl zu geben anders zu sein, die Zahl der Erwachsenen in Gruppen und Klassen zu reduzieren und attraktivere Stellen zu schaffen. Doch auch die Poollösung allein löst das Problem nicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Darüber hinaus müssen auch pflegerische Anteile klar anerkannt und angemessen vergütet werden. Körperbezogene Unterstützung und pflegerische Tätigkeiten gehören für manche Kinder selbstverständlich zum Kita- oder Schulalltag. Diese Aufgaben dürfen nicht unausgesprochen vorausgesetzt oder nebenbei erwartet werden. Sie müssen fachlich benannt, professionell eingeordnet und entsprechend bezahlt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline">Unsere Forderung</span>:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für uns BÜNDNISGRÜNE ist klar: Wir stehen für ein Bildungssystem, das trägt. Unser Ziel <em>ist </em>eine hilfreiche, diskriminierungsfreie und individuell anpassbare Unterstützung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung. Inklusion betrifft die Gemeinschaft aller lernenden jungen Menschen in den Bildungsinstitutionen. Bildungsassistenz muss deshalb aus der strukturellen Isolation der Eingliederungshilfe heraus und in das multiprofessionelle Team von Kita und Schule integriert werden. Qualifikation, pädagogische Einbindung und Arbeitsbedingungen müssen verbindlich geregelt sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Systemische Bildungsassistenz perspektivisch als Standard verankern</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir BÜNDNISGRÜNE wollen das aktuelle System weiterentwickeln. Unser Vorschlag: Jede Kita-Gruppe und jede Klasse bekommt perspektivisch eine systemische Bildungsassistenz. Diese Person ist täglich dabei, kennt die Kinder und die Dynamik der Gruppe und ist verlässliche Ansprechperson für Kinder, Erzieher*innen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit und Eltern gleichermaßen. Ziel ist diese Funktion für alle Kita-Gruppen sowie alle Klassen in der Primarstufe und der Sekundarstufe 1. Systemische Bildungsassistenz kommt allen Kindern zugute, nicht nur denen mit einer diagnostizierten Behinderung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn in der Schule eine Klasse erhöhten Bedarf hat, kann die Schule entscheiden, eine Klassenbegleitung vorübergehend woanders einzusetzen, flexibel, aber mit klarem Bezugspunkt. Über einen Kitasozialindex sowie den bereits bestehenden Schulsozialindex können Schulen mit besonderem Bedarf zusätzliche Klassenbegleitungen erhalten, zum Beispiel in Form von Springerkräften, gestaffelt nach der Höhe des Index.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hilfen nach § 90 SGB IX sowie die Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII sollen weiterhin das einzelne Kind individuell unterstützen, wo sie nötig sind. Individuelle Unterstützung kann und soll gleichzeitig nicht die strukturellen Lücken eines exklusiven Bildungssystems stopfen. Hier trägt das Bildungssystem selbst Verantwortung, sich zu verändern, um allen Kindern in ihrer Vielfalt gerecht zu werden.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen, das jedes Kind gut in die Kita oder zur Schule gehen kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Manche Kinder brauchen dafür eine Begleitung. Manche Kinder empfinden die Begleitung als störend. Sie sind dann anders als andere Kinder.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deshalb wollen Bündnis90/die Grünen, dass in jeder Kita nicht nur die Erzieher*innen der Gruppe da sind, sondern in jeder Gruppe eine weitere Expertin oder Experte ist. Auch in jeder Schulklasse soll in jeder Klasse eine weitere Expertin oder Experte arbeiten. Diese Person kennt dann die Kinder und Jugendlichen und kann gut für sie da sein. Die wollen wir &quot;systemische Bildungsassistenz&quot; nennen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bemerkung zum Sprachgebrauch: in Deutschland läuft die Begleitung von Kindern mit (drohender) Behinderung unter verschiedenen Begriffen: Schulbegleitung, Kitaassistenz, Integrationsassistenz, usw. Für die Vereinfachung im Lesefluss wird im kommenden das Wort „Integrationsassistenz“ genutzt.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 11:48:36 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>W-06: Der ermöglichende Staat - für ein neues Verhältnis von Staat und Wirtschaft</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/der-ermoglichende-staat-fur-ein-neues-verhaltnis-von-staat-und-wirts-42156</link>
                        <author>BAG Wirtschaft und Finanzen (dort beschlossen am: 26.09.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/der-ermoglichende-staat-fur-ein-neues-verhaltnis-von-staat-und-wirts-42156</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Neues Verhältniszwischen Staat und Wirtschaft: Ein ermöglichender Staat ist klar in den Zielen und eröffnet Freiheit in den Wegen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em>Beschluss der BAG Wirtschaft und Finanzen 26. September 2026 </em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Ein in Teilen ineffizienter Staat hemmt Dynamik und Fortschritt</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutsche Unternehmen sind in vielen Bereichen führend, doch in wichtigen Branchen sinkt ihre Wettbewerbsfähigkeit. In nahezu jeder Umfrage unter Unternehmer:innen wird Bürokratie als eines der drängendsten Probleme benannt. Aufwendige Genehmigungsverfahren, bspw. für den Transport von Windenergieanlagen, in denen das Gleiche in mehreren Bundesländern beantragt werden muss, erschweren unternehmerische Entscheidungen. Komplexe Berichtspflichten, die aus der sinnvollen Idee hervorgingen, Nachhaltigkeitskriterien in Investitionsentscheidungen einzubeziehen (EUTaxonomie), überfordern insbesondere kleinere Unternehmen und frustrieren selbst besonders nachhaltige Investoren. Staatliche Infrastrukturprojekte wie Stuttgart 21 werden regelmäßig mit langen Verzögerungen und hohen Mehrkosten realisiert. Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates ist in eine Krise geraten und auch die im Vergleich zu autoritären und marktradikalen Systemen geringere wirtschaftliche Dynamik Europas hat eine Debatte über Bürokratieabbau und Deregulierung ausgelöst.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Debatte über Bürokratieabbau wird dabei oft durch Partikularinteressen missbraucht: Besonders aktuell wird lautstark gefordert, Schutzniveaus für Umwelt und Gesundheit zu senken, und dabei ignoriert, dass staatliche Bürokratie und Regulierung Werte schützen, die für unsere Freiheit und die soziale Gerechtigkeit unabdingbar sind. Auch für Unternehmen hat Bürokratie einen Wert: Sie schafft Planungssicherheit und ermöglicht ein regelbasiertes Wirtschaften. Gleichzeitig geht es auch um Schutz und Entlastung der Arbeitnehmer:innen, der Zivilgesellschaft, der Verbraucher:innen und Bürger:innen, sowie der Verwaltung selbst. Für Grüne Politik gilt: Ambitionierte ökologische Ziele wie die Klimaneutralität bis 2045 sind demokratisch legitimierte Entscheidungen über Richtung und Priorität – und daher nicht unter dem Schlagwort Bürokratieabbau abzuschwächen. Stickoxidgrenzwerte, die zur Entwicklung des Autokatalysators führten, oder das Verbot von ozonschichtzerstörenden FCKW, die durch innovative Kühlmittel ersetzt wurden, sind Positivbeispiele dafür, dass gut gemachte Regulierung wirtschaftliche Aktivität nicht behindert, sondern Innovationen fördert. Auf der anderen Seite verteidigen auch wir GRÜNE oft den in Teilen dysfunktionalen Status Quo. Wir kommen aus einer freiheitlichen und staatskritischen Tradition, haben in den vergangenen Jahren aber mitunter selbst eine kleinteilige staatliche Steuerung befördert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Staat nimmt auf den Ebenen EU, Nation, Land und Kommune gegenüber Unternehmen vielfältige Rollen ein, die zudem nach Branchen variieren. Es bestehen mehrere Problemfelder: Ein in manchen Bereichen überkomplexer regulatorischer Rahmen, eine nicht angemessen handlungsfähige Verwaltung und sich in hohem Tempo verändernde Rahmenbedingungen und Märkte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wirtschaftspolitisch wichtige staatliche Aufgaben wie Regulierungen und Förderpolitiken werden nicht schnell und zielgerichtet genug angepasst und umgesetzt. Langsame Verfahren binden Ressourcen, bremsen Investitionen, erzeugen eine Kultur der Vermeidung statt des Gestaltens und erodieren das Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit. Wir GRÜNE können uns mit dem Status quo des Verhältnisses zwischen Staat und Wirtschaft nicht zufriedengeben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Prinzipien für ein Zielbild: Der ermöglichende Staat</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir GRÜNE wollen diese Lücke schließen und ein neues Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft formulieren. Wir wollen weder einen Staat, der sich aus seiner Verantwortung zurückzieht, noch einen, der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung im Detail vorgibt. Wir wollen einen handlungsfähigen, lernenden und freiheitlichen Staat, der Orientierung gibt, Hindernisse abbaut, Verantwortung ermöglicht und dort wirksam eingreift, wo Gemeinwohl, Nachhaltigkeit und faire Wettbewerbsbedingungen es verlangen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Bürokratie ist eine Grundlage rechtsstaatlicher Ordnung,</strong> nicht das Gegenbild zu Freiheit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Überregulierung und Ineffizienz müssen bekämpft werden,</strong> nicht Bürokratie an sich.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Vorrang von Zielvorgaben vor Wegvorgaben: </strong>Regulatorische Ziele müssen klar, überprüfbar und verbindlich formuliert sein, ohne die Umsetzung im Detail festzulegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zielorientierte statt regelbasierte Regulierung,</strong> die Einfachheit vor Perfektion stellt und Entscheidungsspielräume eröffnet.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Vertrauen und positive Fehlerkultur als Grundwerte:</strong> Mut zur Entscheidung, Risikobereitschaft und Fehlertoleranz müssen stärker gelten als Absicherung, Einzelfallgerechtigkeit und Fehlerlosigkeit um jeden Preis. Vertrauen ersetzt jedoch keine Verbindlichkeit – definierten Zielen steht eine konsequente Sanktionierung ihrer Verfehlung gegenüber.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Ein ermöglichender Staat setzt auf starke intermediäre Institutionen</strong> (Kammern, Gewerkschaften, Verbände, unabhängige Forschungsinstitute wie die Fraunhofer- und Max-Planck-Institute), Vielfalt in der Privatwirtschaft und eine konsequente Wettbewerbspolitik, die Marktdominanz begrenzt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Offene Benennung von Zielkonflikten,</strong> statt sie durch zusätzliche Detailsteuerung scheinbar aufzulösen. Gerade darin liegt ein Unterschied zu einem Staatsverständnis, das versucht, Spannungen durch immer neue Regeln, Ausnahmen und Absicherungen technisch zu bewältigen (z.B. Einzelfallgerechtigkeit vs. Einfachheit: Nicht jeder Einzelfall lässt sich vollständig gerecht regeln).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Unsere Vorschläge für einen ermöglichenden Staat </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><em>Bessere Gesetzgebung für klare Ziele und Freiheit auf dem Weg dorthin</em></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Bei jedem Gesetz muss die Umsetzbarkeit von Beginn an mitgedacht werden. </strong>Wir wollen einen verbindlichen Leitfaden für gute Gesetzgebung etablieren – dieser fehlt in Deutschland, wie der Sachverständigenrat Wirtschaft bemängelt. Auch braucht er einen verbindlichen Kontrollmechanismus, der administrativen Aufwand, Verständlichkeit, Umsetzbarkeit und Wirksamkeit neuer Gesetze prüft.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Stakeholder und Vertreter:innen umsetzender Verwaltungen in transparenten Beteiligungsprozessen frühzeitig und verbindlich einbinden,</strong> um die Wahrscheinlichkeit der effizienten Umsetzbarkeit und tatsächlichen Wirksamkeit neuer Gesetze in der Praxis zu garantieren und intransparente einseitige Beeinflussung von Gesetzgebung zu verhindern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Reallabore etablieren, </strong>in denen Legislative, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft die Praxistauglichkeit von Regulierung und Genehmigungsprozessen prüfen (wie bspw. das Reallabor B(e)Ware in Berlin).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Regulierung im Binnenmarkt stärker europäisch vereinheitlichen. </strong>Vorrang unmittelbar geltender EU-Regeln statt 27 nationaler Umsetzungen; bei der Umsetzung von EU-Richtlinien den Mehrwert zusätzlicher Berichtspflichten hart mit den für Unternehmen und Verwaltungen entstehenden Kosten abwägen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Berichtspflichten dort abbauen, wo sie wenig Nutzen stiften oder die Verwaltung Prüfung nicht mehr gewährleisten kann </strong>– insbesondere bei kleinen Unternehmen und geringem Risiko. Verbleibende Pflichten durch digitale Formate und standardisierte Schnittstellen leichter erfüllbar machen; zugleich unangemeldete, risikobasierte Kontrollen und wirksamere Sanktionen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wo Datenverfügbarkeit, Digitalisierung und besonders der Einsatz künstlicher Intelligenz die Erfüllung notwendiger unternehmerischer Berichts- und Sorgfaltspflichten erheblich erleichtern und die Kosten für Unternehmen senken, müssen diese <strong>Innovationspotenziale bei der Formulierung von Anforderungen an Unternehmen kontinuierlich beachtet werden.</strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Evaluierung und Verfallsdaten (Sunset-Klauseln) zum Standard machen.</strong> Berichtspflichten und Umsetzungsvorgaben in Verwaltungsvorschriften werden nach einem definierten Zeitraum überprüft und, wenn sie ihren Zweck nicht erfüllen, außer Kraft gesetzt. Die hierfür nötigen Verwaltungskapazitäten müssen bereitgestellt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Digitale Umsetzbarkeit von Anfang an mitverantworten.</strong> Wer Gesetze erlässt, muss zugleich für deren digitale Umsetzbarkeit und gleichzeitige digitale Souveränität Verantwortung übernehmen und dies bezahlen. Der „Digitalcheck&quot; muss verbindlich und mit echten Konsequenzen ausgestattet werden, statt eine Formalie zu bleiben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em><strong>Zielgerichtete und zukunftsorientierte Förderpolitik </strong></em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Neues fördern, statt Altes zu subventionieren:</strong> Anstatt gegen den Strukturwandel anzusubventionieren, muss Förderpolitik gezielt die Bedingungen für Investitionen und Innovationen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft optimieren. (Positivbeispiel: Die Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Förderprogramme konsolidieren und fokussieren:</strong> Klassische Förderprogramme im Sinne von Investitionskostenzuschüssen müssen sich stärker auf Bereiche konzentrieren, in denen ein Markthochlauf ermöglicht werden soll.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wettbewerb der Ideen fördern:</strong> Das Modell der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) über mehr Wettbewerb, meilensteinbasierte Förderung und Ziele statt kleinteiliger Vorgaben, soll deutlich ausgeweitet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Mit Förderpolitik gezielt Märkte entwickeln:</strong> Durch staatliche Aufträge, Vorkaufvereinbarungen für neue Produkte in einer frühen Entwicklungsphase (Advanced Purchase Agreements), Garantieinstrumente, Differenzverträge und gezielte öffentliche Beschaffung Nachfragerisiken abmildern.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Ausgründungen aus der Forschung vereinfachen, Start-up-Ökosysteme schaffen: </strong>Start-ups erhalten die nötige Infrastruktur, ihnen wird die Nutzung von in staatlichen Wissenschaftseinrichtungen entwickelten Innovationen, Patenten und Gebrauchsmustern erleichtert. Die finanzielle Beteiligung, etwa durch Eigenkapital, von Hochschulen oder staatlichen Beteiligungsgesellschaften an Start-ups wollen wir ermöglichen, erleichtern und ausweiten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em><strong>Eine gute und vor allem schnelle Administration sowie gute Führung in den Behörden</strong></em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Verwaltung als Dienstleisterin statt Verfahrenswächterin: </strong>Die Haltung „Ja, wenn… &quot; muss die Haltung „Nein, weil… &quot; ablösen. Verwaltungshandeln muss immer rechtskonform sein, aber der Erfolg von Verwaltungshandeln sollte sich am erzielten Ergebnis messen und nicht ausschließlich an der formalen Korrektheit des Verfahrens. Die Mitarbeitenden fühlen sich verantwortlich für die Vorgänge, die sie bearbeiten, und betrachten sich als zentrale Ansprechpartner:innen mit Serviceanspruch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Strukturen zur dauerhaften Bürokratiebegrenzung schaffen:</strong> Es braucht unabhängige Normenkontrollräte auf Bundes- und Länderebene unter Einbeziehung von Beschäftigten auf den operativen Ebenen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Mehr Spielraum für Behördenleiter:innen und Führungskräfte </strong>bei der Organisation der Behörden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Digitalisierung ist Chef:innensache: </strong>Digitalisierung und einheitliche Prozesse sind Voraussetzung für schnelle und kosteneffiziente Abwicklung. In jeder Behörde muss die Digitalisierung administrativer Prozesse am Anfang stehen. Es braucht mehr gemeinsame Standards, standardisierte Schnittstellen sowie KI zur Unterstützung von Verwaltungshandeln. Durch interoperable Register und <strong>datenschutzkonformen Datenaustausch zwischen Verwaltungsebenen</strong> müssen Bürger:innen und Unternehmen Informationen nicht wiederholt an unterschiedliche Behörden liefern. Im Idealfall entfällt dann auch die Notwendigkeit, einen Antrag zu stellen, denn die Bearbeitungsstelle kann die Daten zentral abrufen. Das erhöht auch massiv die Geschwindigkeit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>„One-Stop-Shops&quot; für Genehmigungsverfahren:</strong> Ein Antrag bedeutet eine:n Ansprechpartner:in in einer Behörde, unabhängig davon, wie viele Behörden involviert sind. braucht es neben standardisierten, digitalen Schnittstellen und Prozessen auch koordinierte Ver-fahren (bspw. Fristen) und klare Zuständigkeiten zwischen unterschiedlichen Behörden, Ländern und Kreisen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Verwaltungshandeln transparent und überprüfbar machen,</strong> etwa durch öffentlich einsehbare Bearbeitungszeiten und Erfolgsindikatoren, um Lernprozesse und Rechenschaft zu ermöglichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Strukturen von Behörden regelmäßig prüfen,</strong> und in diesem Zug Prozesse überprüfen. Hierarchieebenen und Funktionsbereiche, die keinen Mehrwert schaffen, streichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Positive Fehlerkultur und mehr Entscheidungsspielraum für Verwaltungsmitarbeitende:</strong> Mut zu Entscheidungen im Sinne der Sache muss belohnt, nicht sanktioniert werden. Dazu gehört auch, Beschäftigte rechtlich und organisatorisch abzusichern, wenn sie in gutem Glauben und im Rahmen ihres Ermessensspielraums handeln. Entscheidungen sollten, wenn möglich, auf der Ebene getroffen werden, wo die Folgen wirksam werden. Gleichzeitig schützen Standardisierungen, Transparenzvorgaben und stichprobenartige interne Kontrollen vor Willkür.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Gute Führung fördern,</strong> durch die Qualifizierung von Führungskräften, regelmäßige Befragungen der Mitarbeitenden und Ausstiegsmöglichkeiten aus der Führung, um eine vertrauensbasierte, wertschätzende, befähigende und zielgerichtete Führungskultur in Behörden zu etablieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Personalentwicklung und Qualifizierung der Verwaltung stärken: </strong>Mehr Personal mit digitaler, wirtschaftlicher und Projektmanagement-Kompetenz gewinnen. Aus- und Fortbildung stärker auf Ermessensausübung, Priorisierung und lösungsorientiertes Arbeiten ausrichten, statt allein auf Rechtsanwendung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Experimentierräume auch innerhalb der Verwaltung schaffen und nutzen,</strong> um neue agile Formen der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auszuprobieren. Eine verantwortungsbewusste Konsens- und Kooperationskultur auch über Abteilungs- und Behördengrenzen hinweg etablieren, die stetig nach Ermöglichung strebt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Fazit: Grüne Tradition weiterdenken</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieses Papier ist eine Grüne Antwort auf eine doppelte politische Krise: Auf die wachsende Frustration über einen Staat, der im Vollzug zu oft langsam, kompliziert und schwerfällig wirkt, und auf eine Entbürokratisierungsdebatte, die häufig unterkomplex bleibt, Schutzinteressen gegeneinander ausspielt oder von partikularen Interessen getrieben ist. Unser Konzept des ermöglichenden Staates, die daraus abgeleiteten Leitprinzipien und die konkreten Maßnahmen knüpfen dabei an einen politischen Kern der Grünen an, der oft verdeckt, aber nie verschwunden ist:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>die Verbindung von Freiheit und Verantwortung, </strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>der Schutz öffentlicher Güter und gesellschaftlicher Selbstentfaltung, </strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>klare Ziele und offene Wege der Zielerreichung.</strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In dieser Tradition steht auch die Geschichte unserer Partei – in ihrer generellen Skepsis gegenüber einer Staatlichkeit, die beengend und übergriffig sein kann, ebenso wie in ihrem Anspruch, ökologische und soziale Grenzen politisch wirksam zu schützen. Genau daraus folgt die hier vertretene Positionierung.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Neues Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein ermöglichender Staat gibt klare Ziele vor und lässt Freiheit bei den Wegen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><em>Beschluss der BAG Wirtschaft und Finanzen, 26. September 2026, in Einfacher Sprache</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>1. Ein Staat, der teilweise nicht effizient arbeitet, bremst Dynamik und Fortschritt</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deutsche Unternehmen sind in vielen Bereichen Spitze. Aber in wichtigen Branchen werden sie weniger wettbewerbsfähig. Fast alle Umfragen unter Unternehmerinnen und Unternehmern zeigen: Bürokratie gehört zu den größten Problemen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dafür gibt es Beispiele:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Genehmigungen dauern lange. Will ein Unternehmen zum Beispiel Teile von Windkraftanlagen transportieren, muss es denselben Antrag in mehreren Bundesländern stellen. Das erschwert Entscheidungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Es gibt viele Berichtspflichten. Sie gehen auf eine gute Idee zurück: Nachhaltigkeit soll bei Investitionen eine Rolle spielen (EU-Taxonomie). Aber kleinere Unternehmen sind damit überfordert. Selbst Geldgeber, die besonders auf Nachhaltigkeit achten, sind davon genervt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Staatliche Bauprojekte wie Stuttgart 21 dauern oft viel länger als geplant und werden viel teurer.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Viele Menschen vertrauen dem Staat weniger, dass er handeln kann. Außerdem wächst die Wirtschaft in Europa langsamer als in autoritären und marktradikalen Ländern. Deshalb wird heftig über Bürokratieabbau und Deregulierung gestritten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Der Streit wird oft von Einzelinteressen missbraucht.</strong> Im Moment wird laut gefordert, den Schutz von Umwelt und Gesundheit zu senken. Dabei wird übersehen: Bürokratie und Regeln schützen Werte, die für unsere Freiheit und für soziale Gerechtigkeit unverzichtbar sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch für Unternehmen hat Bürokratie einen Wert. Sie gibt Planungssicherheit. Sie macht Wirtschaften nach festen Regeln möglich. Außerdem schützt und entlastet sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Zivilgesellschaft, Verbraucherinnen und Verbraucher, Bürgerinnen und Bürger und auch die Verwaltung selbst.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Für Grüne Politik gilt: Ehrgeizige Umweltziele, zum Beispiel Klimaneutralität bis 2045, wurden demokratisch beschlossen. Sie legen Richtung und Vorrang fest. Man darf sie deshalb nicht unter dem Schlagwort „Bürokratieabbau&quot; abschwächen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Gute Regeln behindern die Wirtschaft nicht, sondern fördern Neues. Dafür gibt es zwei Beispiele:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Grenzwerte für Stickoxide haben zur Erfindung des Autokatalysators geführt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Das Verbot von FCKW, die die Ozonschicht zerstören, hat zu neuen Kühlmitteln geführt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Auch wir GRÜNE verteidigen oft den Zustand, wie er ist, obwohl er teilweise nicht gut funktioniert.</strong> Wir kommen aus einer freiheitlichen Tradition und sind skeptisch gegenüber dem Staat. Trotzdem haben wir in den letzten Jahren manchmal selbst zu kleinteilige staatliche Steuerung gefördert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Staat hat gegenüber Unternehmen viele Rollen. Er tritt auf als EU, als Bund, als Land und als Kommune. Die Rollen sind je nach Branche verschieden. Es gibt mehrere Problemfelder:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Die Regeln sind in manchen Bereichen zu kompliziert.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Die Verwaltung kann nicht ausreichend handeln.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>Rahmenbedingungen und Märkte ändern sich sehr schnell.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wichtige staatliche Aufgaben sind zum Beispiel Regeln und Förderung. Sie werden nicht schnell und gezielt genug angepasst und umgesetzt. Langsame Verfahren binden Kräfte und bremsen Investitionen. Es entsteht eine Kultur des Vermeidens statt des Gestaltens. Das Vertrauen in den handlungsfähigen Staat sinkt. <strong>Wir GRÜNE können mit dem heutigen Zustand nicht zufrieden sein.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>2. Grundsätze für das Zielbild: Der ermöglichende Staat</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir GRÜNE wollen diese Lücke schließen. Wir wollen das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft neu beschreiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen keinen Staat, der sich aus seiner Verantwortung zurückzieht. Wir wollen aber auch keinen Staat, der Gesellschaft und Wirtschaft bis ins Detail vorschreibt, was sie tun sollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen einen Staat, der:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>handlungsfähig ist,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>dazulernt,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>die Freiheit achtet.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dieser Staat gibt Orientierung. Er räumt Hindernisse weg. Er macht es möglich, dass Menschen Verantwortung übernehmen. Und er greift dort wirksam ein, wo das Gemeinwohl, die Nachhaltigkeit und faire Wettbewerbsbedingungen es verlangen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dafür gelten diese Grundsätze:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Bürokratie ist eine Grundlage des Rechtsstaats.</strong> Sie ist nicht das Gegenteil von Freiheit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Man muss Überregulierung und Ineffizienz bekämpfen.</strong> Man muss nicht die Bürokratie an sich bekämpfen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Ziele haben Vorrang vor Vorgaben zum Weg.</strong> Ziele in Regeln müssen klar, überprüfbar und verbindlich sein. Wie man sie im Einzelnen erreicht, soll die Regel aber nicht festlegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Regulierung soll sich an Zielen orientieren statt an vielen Einzelregeln.</strong> Einfachheit ist wichtiger als Perfektion. Es soll Raum für eigene Entscheidungen geben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Vertrauen und eine positive Fehlerkultur sind Grundwerte.</strong> Mut zur Entscheidung, Bereitschaft zum Risiko und Toleranz bei Fehlern sollen mehr zählen als Absicherung, Gerechtigkeit im Einzelfall und Fehlerlosigkeit um jeden Preis. Aber Vertrauen ersetzt nicht Verbindlichkeit. Wer festgelegte Ziele verfehlt, muss konsequent mit Sanktionen rechnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Ein ermöglichender Staat setzt auf starke Institutionen dazwischen.</strong> Gemeint sind Kammern, Gewerkschaften, Verbände und unabhängige Forschungsinstitute wie die Fraunhofer- und Max-Planck-Institute. Außerdem setzt er auf Vielfalt in der Privatwirtschaft und auf eine konsequente Wettbewerbspolitik, die die Macht einzelner Unternehmen am Markt begrenzt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Zielkonflikte sollen offen benannt werden.</strong> Man soll sie nicht scheinbar lösen, indem man noch mehr Details regelt. Darin unterscheiden wir uns von einem Staatsverständnis, das Spannungen mit immer neuen Regeln, Ausnahmen und Absicherungen lösen will. Ein Beispiel ist der Konflikt zwischen Gerechtigkeit im Einzelfall und Einfachheit: Nicht jeder Einzelfall lässt sich vollständig gerecht regeln.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>3. Unsere Vorschläge für einen ermöglichenden Staat</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h3><em>Bessere Gesetze: klare Ziele und Freiheit auf dem Weg dorthin</em></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Schon bei der Planung eines Gesetzes muss klar sein, ob man es umsetzen kann.</strong> Wir wollen einen verbindlichen Leitfaden für gute Gesetzgebung. Den gibt es in Deutschland nicht, das kritisiert auch der Sachverständigenrat Wirtschaft. Es braucht außerdem eine verbindliche Kontrolle. Sie prüft bei neuen Gesetzen den Verwaltungsaufwand, die Verständlichkeit, die Umsetzbarkeit und die Wirkung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Betroffene Gruppen und Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltungen, die das Gesetz umsetzen, sollen früh und verbindlich mitreden.</strong> Das geschieht in offenen Verfahren. So wird es wahrscheinlicher, dass neue Gesetze in der Praxis gut umgesetzt werden und wirken. Außerdem verhindert es, dass einzelne Gruppen die Gesetzgebung heimlich einseitig beeinflussen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Wir wollen Reallabore einrichten.</strong> In Reallaboren prüfen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam, ob Regeln und Genehmigungsverfahren in der Praxis funktionieren. Ein Beispiel ist das Reallabor B(e)Ware in Berlin.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Im Binnenmarkt sollen die Regeln stärker europaweit einheitlich sein.</strong> EU-Regeln sollen möglichst direkt gelten, statt in 27 Ländern einzeln umgesetzt zu werden. Wenn EU-Richtlinien umgesetzt werden, soll man genau abwägen. Es geht darum, ob zusätzliche Berichtspflichten genug Nutzen bringen, gemessen an den Kosten für Unternehmen und Verwaltung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Wir wollen Berichtspflichten abbauen, wenn sie wenig nutzen oder die Verwaltung sie nicht mehr prüfen kann.</strong> Das gilt besonders für kleine Unternehmen und bei geringem Risiko. Pflichten, die bleiben, sollen leichter zu erfüllen sein, durch digitale Formate und einheitliche Schnittstellen. Gleichzeitig soll es Kontrollen ohne Vorankündigung geben, die sich nach dem Risiko richten. Und die Sanktionen sollen wirksamer werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Neue Technik kann helfen, Berichts- und Sorgfaltspflichten zu erfüllen und Kosten zu senken.</strong> Das gilt für verfügbare Daten, Digitalisierung und besonders für künstliche Intelligenz. Dieses Potenzial muss man bei den Anforderungen an Unternehmen immer wieder berücksichtigen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Überprüfung und Verfallsdaten (Sunset-Klauseln) sollen Standard werden.</strong> Berichtspflichten und Umsetzungsvorgaben in Verwaltungsvorschriften werden nach einer festgelegten Zeit überprüft. Erfüllen sie ihren Zweck nicht, werden sie aufgehoben. Dafür muss die Verwaltung genug Personal und Zeit bekommen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Wer ein Gesetz erlässt, muss von Anfang an auch für die digitale Umsetzung verantwortlich sein.</strong> Das gilt auch für digitale Unabhängigkeit (digitale Souveränität). Wer das Gesetz erlässt, muss dafür auch zahlen. Der „Digitalcheck&quot; muss verbindlich sein und echte Folgen haben. Er darf keine bloße Formsache bleiben.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h3><em>Gezielte und zukunftsorientierte Förderpolitik</em></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Neues fördern, statt Altes zu unterstützen.</strong> Der Staat soll nicht gegen den Strukturwandel ansubventionieren. Stattdessen soll die Förderung die Bedingungen für Investitionen und Neuerungen verbessern, damit die Wirtschaft nachhaltiger wird. Ein gutes Beispiel ist die Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Förderprogramme bündeln und auf weniger Bereiche konzentrieren.</strong> Klassische Programme mit Zuschüssen zu Investitionskosten sollen sich stärker auf Bereiche richten, in denen ein Markt erst wachsen soll.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Den Wettbewerb der Ideen fördern.</strong> Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) macht es vor: mehr Wettbewerb, Förderung nach erreichten Zwischenzielen (Meilensteinen) und Ziele statt kleinteiliger Vorgaben. Dieses Modell soll deutlich ausgeweitet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Mit Förderpolitik gezielt Märkte aufbauen.</strong> Neue Produkte haben am Anfang oft zu wenig Nachfrage, und das ist ein Risiko für die Hersteller. Der Staat kann dieses Risiko senken. Dafür gibt es mehrere Wege:
<ul><li>staatliche Aufträge,</li><li>Abnahmezusagen für neue Produkte schon in einer frühen Phase (Advanced Purchase Agreements),</li><li>Garantien,</li><li>Differenzverträge,</li><li>gezielter Einkauf durch die öffentliche Hand.</li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Ausgründungen aus der Forschung erleichtern und Start-up-Umfelder schaffen.</strong> Start-ups bekommen die nötige Infrastruktur. Sie können leichter Erfindungen, Patente und Gebrauchsmuster nutzen, die in staatlichen Forschungseinrichtungen entstanden sind. Wir wollen es möglich machen, leichter machen und ausweiten, dass Hochschulen oder staatliche Beteiligungsgesellschaften sich an Start-ups beteiligen, zum Beispiel mit Eigenkapital.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h3><em>Eine gute und vor allem schnelle Verwaltung und gute Führung in den Behörden</em></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Die Verwaltung soll Dienstleisterin sein, nicht Verfahrenswächterin.</strong> Die Haltung „Ja, wenn …&quot; soll die Haltung „Nein, weil …&quot; ersetzen. Verwaltung muss immer im Rahmen des Rechts handeln. Ihren Erfolg soll man aber am Ergebnis messen, nicht nur daran, ob das Verfahren formal richtig war. Die Mitarbeitenden fühlen sich für ihre Vorgänge verantwortlich. Sie sehen sich als zentrale Ansprechpersonen mit Service-Anspruch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Wir wollen Strukturen schaffen, die Bürokratie dauerhaft begrenzen.</strong> Dafür braucht es unabhängige Normenkontrollräte auf Bundes- und Länderebene. Auch Beschäftigte aus der praktischen Arbeit sollen dabei sein.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Behördenleitungen und Führungskräfte sollen mehr Spielraum bekommen, ihre Behörde zu organisieren.</strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Digitalisierung ist Chefsache.</strong> Digitale und einheitliche Abläufe sind die Voraussetzung für schnelle und günstige Bearbeitung. In jeder Behörde muss die Digitalisierung der Verwaltungsabläufe am Anfang stehen. Dafür braucht es mehr gemeinsame Standards, einheitliche Schnittstellen und KI zur Unterstützung der Verwaltung. Register sollen miteinander zusammenarbeiten können. Zwischen den Verwaltungsebenen soll es einen Datenaustausch geben, der den Datenschutz einhält. Dann müssen Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ihre Angaben nicht mehrmals an verschiedene Behörden schicken. Im besten Fall muss man gar keinen Antrag mehr stellen, weil die zuständige Stelle die Daten selbst abrufen kann. Das macht alles viel schneller.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>„One-Stop-Shops&quot; für Genehmigungen.</strong> Ein Antrag bedeutet: eine Ansprechperson in einer Behörde. Dabei ist es egal, wie viele Behörden beteiligt sind. Dafür braucht es einheitliche, digitale Schnittstellen und Abläufe. Dazu kommen abgestimmte Verfahren, zum Beispiel bei Fristen. Und es muss klar sein, wer zuständig ist, zwischen den Behörden, Ländern und Kreisen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Verwaltungshandeln soll durchschaubar und überprüfbar sein.</strong> Zum Beispiel kann man Bearbeitungszeiten und Erfolgskennzahlen öffentlich zeigen. So kann man daraus lernen, und die Verwaltung muss Rechenschaft ablegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Die Strukturen der Behörden regelmäßig prüfen, und dabei auch die Abläufe.</strong> Hierarchie-Ebenen und Bereiche, die keinen Mehrwert bringen, werden gestrichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Eine positive Fehlerkultur und mehr Entscheidungsspielraum für Mitarbeitende in der Verwaltung.</strong> Wer mutig im Sinne der Sache entscheidet, soll dafür belohnt und nicht bestraft werden. Dazu gehört auch: Beschäftigte werden rechtlich und organisatorisch abgesichert, wenn sie in gutem Glauben und innerhalb ihres Spielraums handeln. Entscheidungen sollen wenn möglich dort getroffen werden, wo ihre Folgen wirken. Gleichzeitig schützen einheitliche Abläufe, Transparenz und interne Stichproben-Kontrollen vor Willkür.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Gute Führung fördern.</strong> Dazu gehören Schulungen für Führungskräfte, regelmäßige Befragungen der Mitarbeitenden und Möglichkeiten, aus der Führungsrolle auszusteigen. Ziel ist eine Führungskultur in den Behörden, die auf Vertrauen und Wertschätzung beruht, Menschen stärkt und auf Ziele ausgerichtet ist.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Personalentwicklung und Weiterbildung in der Verwaltung stärken.</strong> Die Verwaltung soll mehr Personal gewinnen, das sich mit Digitalem, Wirtschaft und Projektmanagement auskennt. Aus- und Weiterbildung sollen sich stärker darauf richten, Ermessen auszuüben, Prioritäten zu setzen und Lösungen zu finden. Bisher geht es oft nur darum, das Recht anzuwenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><strong>Auch innerhalb der Verwaltung Räume zum Ausprobieren schaffen und nutzen.</strong> So kann man neue, flexible Formen der Zusammenarbeit testen, zwischen Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Es soll eine verantwortungsbewusste Kultur des Konsenses und der Zusammenarbeit geben, auch über Abteilungs- und Behördengrenzen hinweg. Diese Kultur soll immer danach streben, etwas möglich zu machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>Fazit: Grüne Tradition weiterdenken</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dieses Papier ist eine Grüne Antwort auf eine doppelte politische Krise:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li>Viele Menschen sind zunehmend frustriert über einen Staat, der in der Umsetzung oft langsam, kompliziert und schwerfällig wirkt.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li>Die Debatte über Bürokratieabbau bleibt oft zu einfach. Sie spielt Schutzinteressen gegeneinander aus oder wird von Einzelinteressen getrieben.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Unser Konzept des ermöglichenden Staates, die Grundsätze und die konkreten Maßnahmen knüpfen an einen politischen Kern der Grünen an. Dieser Kern ist oft verdeckt, aber nie verschwunden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>die Verbindung von Freiheit und Verantwortung,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>der Schutz öffentlicher Güter und der freien Entfaltung der Gesellschaft,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li>klare Ziele und offene Wege, um sie zu erreichen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In dieser Tradition steht auch die Geschichte unserer Partei. Sie war schon immer skeptisch gegenüber einem Staat, der einengt und zu weit geht. Genauso wollte sie immer ökologische und soziale Grenzen politisch wirksam schützen. Genau daraus folgt die Position, die in diesem Papier vertreten wird.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit ist in der Krise. Der Staat leidet teils an ineffizienter Bürokratie und überkomplexer Regulierung. Unser Antrag zeigt, wie der Staat durch Klarheit im Ziel und Freiheit im Weg handlungsfähig wird, Dynamik ermöglicht und ambitionierte Ziele erreicht.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 11:09:08 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-37: Antrag an den Bundesparteitag zur Änderung von Artikel 56 des Grundgesetzes </title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/antrag-an-den-bundesparteitag-zur-anderung-von-artikel-56-des-grundges-35837</link>
                        <author>Kreisverband Viersen (dort beschlossen am: 14.11.2025)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/antrag-an-den-bundesparteitag-zur-anderung-von-artikel-56-des-grundges-35837</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Bundesparteitag möge beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen möge sich dafür einsetzen, dass Artikel 56 und Artikel 64 des Grundgesetzes dahingehend geändert werden, dass der Amtseid des Bundeskanzlers sowie der Minister:innen auch die Verantwortung umfasst, dem Wohle der Menschen der Europäischen Union als Ganzes zu dienen.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Bundesparteitag soll beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Grünen im Bundestag sollen sich dafür einsetzen, dass das Grundgesetz geändert wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bisher versprechen der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin und die Ministerinnen und Minister bei ihrem Amtsantritt, ihre Kraft für das Wohl des deutschen Volkes einzusetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Künftig sollen sie zusätzlich versprechen, auch Verantwortung für das Wohl aller Menschen in der Europäischen Union zu übernehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h3>Was bedeutet das konkret?</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bundesregierung soll bei ihren Entscheidungen nicht nur die Interessen Deutschlands berücksichtigen, sondern auch das Wohl der Menschen in den anderen EU-Ländern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wichtig: Der Antrag will nicht, dass die Bundesregierung ihre Verantwortung gegenüber Deutschland aufgibt. Diese Verantwortung soll vielmehr ausdrücklich um eine europäische Verantwortung ergänzt werden.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deutschland ist Teil einer eng verbundenen Europäischen Union. Politische Entscheidungen wirken weit über nationale Grenzen hinaus. Deshalb sollte sich die Verantwortung der Bundesregierung nicht nur auf Deutschland beschränken, sondern auch das Wohl aller Menschen in der EU berücksichtigen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 09:01:39 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-25: Schützen statt aussperren – Plattformen regulieren, Grundrechte wahren, kein pauschales Social-Media-Verbot für Jugendliche</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/schutzen-statt-aussperren-plattformen-regulieren-grundrechte-wahren-32136</link>
                        <author>BAG Digitales und Medien (dort beschlossen am: 29.03.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/schutzen-statt-aussperren-plattformen-regulieren-grundrechte-wahren-32136</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em>Die folgenden Forderungen basieren auf dem Positionspapier der BAG Digitales und Medien. Es ist das Ergebnis eines mehrmonatigen Prozesses, in den Wissenschaftler*innen, Eltern, junge Menschen sowie Delegierte aus allen Bundesländern einbezogen waren. (Verlinken des Papiers hier)</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundesdelegiertenkonferenz möge beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bündnis 90/Die Grünen nehmen die Sorgen um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, um belastende und traumatisierende Inhalte sowie um suchtfördernde Mechanismen auf digitalen Plattformen sehr ernst. Diese Sorgen verlangen entschlossenes politisches Handeln. Ein pauschales Social-Media-Verbot für Minderjährige ist dafür jedoch der falsche Weg: Es greift unverhältnismäßig in Grundrechte ein, entlässt die Plattformkonzerne aus ihrer Verantwortung und schließt junge Menschen von digitaler Teilhabe aus. Wir setzen stattdessen auf wirksame, grundrechtskonforme und europäisch abgestimmte Instrumente, die bei den Ursachen ansetzen: bei der Gestaltung der Plattformen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4>1. Evidenzbasiert handeln</h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Politische Maßnahmen mit derart weitreichenden Eingriffen müssen auf einer belastbaren wissenschaftlichen Grundlage stehen. Die Forschung zeigt bislang nur geringe oder uneinheitliche Zusammenhänge zwischen Social-Media-Nutzung und psychischer Gesundheit; die Wirkungen unterscheiden sich stark von Person zu Person. Wir fordern daher:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>keine Verbotspolitik ohne robuste, kausale Evidenzbasis;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>die konsequente Umsetzung und Ausweitung des Datenzugangs für unabhängige Forschung nach Art. 40 DSA, einschließlich verpflichtender Schnittstellen (API-Zugang) der Plattformbetreiber;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine verstärkte Forschungsförderung, insbesondere für die bislang vernachlässigte Altersgruppe unter zehn Jahren.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4>2. Grundrechte und Kinderrechte wahren</h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Soziale Medien sind für viele junge Menschen zentrale Informationsquelle und Raum politischer Meinungsbildung. Ein pauschales Verbot berührt die Informations- und Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG), und die zur Durchsetzung nötige Identitätsprüfung gefährdet die informationelle Selbstbestimmung aller Nutzer*innen. Die UN-Kinderrechtskonvention (Art. 17) schützt ausdrücklich den Zugang von Kindern zu Medien und Informationen. Wir fordern daher:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine klare Absage an jedes Regulierungsmodell, das den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4>3. Plattformen in die Pflicht nehmen – den Digital Services Act durchsetzen</h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Kernproblem ist nicht die Nutzung sozialer Medien an sich, sondern bewusst gewählte Design-Entscheidungen der Plattformen: endloses Scrollen, Push-Benachrichtigungen, Gamifizierung und auf maximale Aufmerksamkeitsbindung optimierte Algorithmen. Diese Mechanismen schaden Menschen aller Altersgruppen. Wie im Straßenverkehr Airbags und Sicherheitsgurte, brauchen wir eine sichere Plattformarchitektur. Der Digital Services Act bietet mit Art. 28 bereits heute wirksame Instrumente für den Jugendschutz, die jedoch unzureichend durchgesetzt werden. Wir fordern:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>die konsequente Durchsetzung des DSA, insbesondere ein striktes Vorgehen gegen suchterzeugende Dark Patterns, manipulative Empfehlungssysteme und die Verbreitung radikalisierender Inhalte;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Schutzstandards für alle: bewährte Funktionen wie Opt-in-Regelungen, Graustufenmodus und Filter für nicht jugendfreie Inhalte sollen allen Nutzer*innen zur Verfügung stehen;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>algorithmisch kuratierte Feeds nur nach ausdrücklicher Einwilligung (Opt-in) statt als Standardeinstellung;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Schutzpflichten für Minderjährige unabhängig von Größe und Marktanteil der Plattform;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine stärkere Inpflichtnahme der Plattformen bei strafbaren Inhalten sowie die Prüfung des Providerprivilegs und einer wirtschaftlichen Trennung von Inhalt und Infrastruktur;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>die Förderung europäischer, gemeinwohlorientierter Social-Media-Alternativen sowie die gezielte Verbesserung kindgerechter Versionen bestehender Dienste;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>keine algorithmische Benachteiligung externer Verlinkungen durch die Plattformen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4>4. Gesellschaftliche Resilienz und Medienkompetenz stärken</h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die psychische Belastung junger Menschen hat viele Ursachen, darunter Klimaangst, die Folgen der Pandemie und wirtschaftliche Unsicherheit. Wer ihre Gesundheit schützen will, darf die Mittel für psychische Gesundheitsversorgung nicht kürzen. Echte Resilienz entsteht durch Medienkompetenz: die Fähigkeit, Algorithmen zu durchschauen und souverän mit Desinformation umzugehen. Wir fordern:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Medienkompetenz als fächerübergreifendes Querschnittsthema in Schulen sowie strukturell in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und in der Jugendarbeit zu verankern;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>niedrigschwellige Bildungsangebote für Erwachsene und gezielte Programme für Mädchen, FLINTA* sowie LGBTQI*-Jugendliche auszubauen;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>herstellerunabhängige, nicht-kommerzielle Bildungsangebote sicherzustellen und die Monetarisierung etwa von Gesundheits- oder Bildungsinhalten an redaktionelle Qualitätsstandards zu knüpfen;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>einen Nationalen Fonds für Medienkompetenz einzurichten, finanziert durch eine Digitalabgabe bzw. eine Besteuerung der Onlinewerbung großer Plattformen;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>das digitale Ehrenamt durch rechtliche Anerkennung und angepasste steuerliche Rahmenbedingungen zu stärken.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4>5. Einen kohärenten europäischen Rahmen für Altersgrenzen schaffen</h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Heute gelten in Deutschland und Europa zahlreiche, teils widersprüchliche Altersgrenzen: in den Nutzungsbedingungen der Plattformen, im Jugendmedienschutz, im Datenschutzrecht (Art. 8 DSGVO) und in aktuellen Verbotsdebatten. Diese Zersplitterung verunsichert Jugendliche, Eltern und Anbieter gleichermaßen. Wir fordern:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>keine unilaterale nationale Altersgrenzen-Politik; die vollharmonisierende Wirkung des DSA ist zu beachten;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine kohärente, europaweit einheitliche und durchsetzbare Regelung, die bestehende Widersprüche auflöst – verankert im angekündigten Digital Fairness Act;</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine verbindliche europäische Definition dessen, was „altersgerecht“ bedeutet.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h4>6. Freiheitsräume bewahren – Identitätspflichten ablehnen!</h4></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir lehnen es ab, den Zugang zum digitalen öffentlichen Raum schleichend an Identitätsnachweise zu koppeln. Ein solcher „digitaler Türsteher“ gefährdet die offene Architektur des Internets und die Freiheitsrechte aller. Sollte eine Altersverifikation in spezifischen Hochrisikobereichen außerhalb der Social-Media-Regulierung rechtlich unumgänglich sein, ist die EUDI-Wallet mit Zero-Knowledge-Proofs und Selective Disclosure die datenschutzfreundlichste verfügbare Option, weil sie nur ein Attribut wie „über 18“ bestätigt, ohne die Identität offenzulegen. Auch dann bleibt sie Ultima Ratio und darf nicht zur flächendeckenden Kontrollinfrastruktur indem sie verpflichtend für Plattform Nutzung werden.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Schützen statt aussperren</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Darum geht es in diesem Antrag:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen Kinder und Jugendliche im Internet schützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aber wir wollen ihnen Social Media nicht verbieten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Stattdessen sollen die Firmen hinter den Apps strengere Regeln bekommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Social Media: </strong>Das sind Apps und Webseiten, auf denen Menschen Bilder, Videos und Texte teilen. Zum Beispiel Instagram, TikTok oder YouTube.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Plattform: </strong>Das ist ein anderes Wort für so eine App oder Webseite. Mit „Plattform&quot; ist oft auch die Firma gemeint, der die App gehört.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Woher kommt dieser Antrag?</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine Arbeitsgruppe der Grünen hat ihn geschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Gruppe heißt: BAG Digitales und Medien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Viele Menschen haben mehrere Monate daran mitgearbeitet: Forscher*innen, Eltern, junge Menschen und Grüne aus allen Bundesländern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(Verlinken des Papiers hier)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>BAG: </strong>Das heißt Bundesarbeitsgemeinschaft. Das ist eine Gruppe in der Partei. Sie beschäftigt sich mit einem bestimmten Thema.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was soll beschlossen werden?</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Über den Antrag stimmt die Bundesdelegiertenkonferenz ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Bundesdelegiertenkonferenz: </strong>Das ist das große Treffen der Grünen aus ganz Deutschland. Dort entscheidet die Partei über ihre Meinung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>Unsere Meinung in Kürze</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir machen uns Sorgen um Kinder und Jugendliche.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Vielen von ihnen geht es seelisch nicht gut.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Internet sehen sie manchmal schlimme Dinge.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Und manche Apps sind so gemacht, dass man nicht mehr aufhören kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Darum muss die Politik etwas tun.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aber ein Verbot ist der falsche Weg.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Verbot hat 3 große Nachteile:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="1"><li value="1"><p>Es nimmt jungen Menschen wichtige Rechte weg.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="2"><li><p>Die Firmen müssen dann nichts mehr ändern.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ol start="3"><li><p>Junge Menschen sind von der digitalen Welt ausgeschlossen.</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen lieber die Apps selbst sicherer machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Diese Regeln sollen in ganz Europa gelten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>1. Erst forschen, dann handeln</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Verbot ist eine sehr große Entscheidung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dafür braucht man gute Beweise.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Forschung sagt aber bis jetzt: Es ist nicht klar, ob Social Media krank macht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bei manchen Menschen schadet es. Bei anderen hilft es. Bei vielen macht es keinen Unterschied.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Das fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li value="1"><p>Kein Verbot ohne klare Beweise.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Forscher*innen sollen die Daten der Apps anschauen dürfen. So können sie besser verstehen, was die Apps mit Menschen machen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Mehr Geld für Forschung. Vor allem über Kinder unter 10 Jahren. Über diese Kinder weiß man noch sehr wenig.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>2. Rechte schützen</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Grundrechte: </strong>Das sind die wichtigsten Rechte, die alle Menschen in Deutschland haben. Sie stehen im Grundgesetz. Das Grundgesetz ist die wichtigste Regel in Deutschland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Grundrecht ist zum Beispiel: Jeder Mensch darf sich frei informieren. Und jeder darf seine Meinung sagen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Für viele junge Menschen ist Social Media sehr wichtig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dort erfahren sie Neuigkeiten. Dort reden sie über Politik.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Verbot würde ihnen das wegnehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gibt noch ein Problem: Bei einem Verbot müssten alle Menschen zeigen, wie alt sie sind. Also auch Erwachsene.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dafür müssten sie zum Beispiel ihren Ausweis zeigen. Das ist schlecht für den Datenschutz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Datenschutz: </strong>Meine persönlichen Daten gehören mir. Zum Beispiel mein Name, mein Alter oder meine Adresse. Andere dürfen sie nicht einfach sammeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch die Vereinten Nationen sagen: Kinder haben ein Recht auf Informationen. Das steht in der UN-Kinderrechtskonvention.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>UN-Kinderrechtskonvention: </strong>Das ist ein Vertrag zwischen fast allen Ländern der Welt. Darin stehen die Rechte von Kindern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Das fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Keine Regeln, die zu stark in die Rechte der Menschen eingreifen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>3. Die Firmen müssen mehr tun</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Problem ist nicht Social Media an sich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Problem ist, wie die Firmen ihre Apps bauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Viele Apps haben Tricks, damit man möglichst lange bleibt:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Man kann immer weiter nach unten wischen. Es hört nie auf.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Das Handy meldet sich ständig mit neuen Nachrichten.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Man bekommt Punkte und Belohnungen, wie in einem Spiel.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Ein Computer-Programm sucht genau die Videos aus, die einen am längsten festhalten.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Algorithmus: </strong>Das ist ein Computer-Programm. Es entscheidet, welche Beiträge man in der App sieht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Diese Tricks schaden Menschen in jedem Alter. Nicht nur Kindern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Ein Vergleich:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Auto gibt es Gurte und Airbags. Sie schützen uns.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Genauso sollen Apps von Anfang an sicher gebaut sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Es gibt schon ein gutes Gesetz:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die EU hat ein Gesetz für Plattformen gemacht. Es heißt: Digital Services Act, kurz DSA.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Darin stehen schon Regeln zum Schutz von Jugendlichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aber die Regeln werden nicht streng genug kontrolliert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Digital Services Act (DSA): </strong>Das ist ein Gesetz der Europäischen Union. Es gilt in allen EU-Ländern. Es sagt, welche Pflichten große Internet-Firmen haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Das fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Die Regeln aus dem DSA müssen streng kontrolliert werden. Besonders gegen Tricks, die süchtig machen. Und gegen Inhalte, die Menschen extrem und gefährlich denken lassen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Gute Schutz-Funktionen soll es für alle geben. Zum Beispiel: Man kann den Bildschirm grau machen. Dann ist die App weniger spannend. Oder es gibt Filter gegen Inhalte, die nicht für Kinder sind.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Der Algorithmus soll nur dann Beiträge aussuchen, wenn man vorher Ja sagt. Am Anfang soll er immer ausgeschaltet sein.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Opt-in: </strong>Eine Funktion ist erst aus. Man muss sie selbst einschalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Alle Plattformen müssen Kinder schützen. Auch kleine Plattformen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Die Firmen sollen mehr Verantwortung für verbotene Inhalte übernehmen. Zum Beispiel für Beleidigungen oder Gewalt-Videos. Heute haften sie dafür oft nicht. Wir wollen prüfen, ob das so bleiben soll.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Es soll mehr europäische Apps geben, die den Menschen dienen. Nicht nur dem Geld. Kinder-Versionen von Apps sollen besser werden.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Die Apps sollen Beiträge mit Links zu anderen Webseiten nicht verstecken dürfen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>4. Menschen stark machen</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Viele junge Menschen haben Sorgen. Zum Beispiel wegen der Klimakrise. Oder wegen der Corona-Zeit. Oder weil ihre Familie wenig Geld hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wer jungen Menschen helfen will, darf nicht bei Hilfe für die Seele sparen. Zum Beispiel bei Beratung oder Therapie.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wichtig ist auch Medienkompetenz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Medienkompetenz: </strong>Man weiß, wie das Internet funktioniert. Man versteht, warum man bestimmte Beiträge sieht. Und man kann falsche Nachrichten erkennen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Desinformation: </strong>Das sind falsche Nachrichten. Jemand verbreitet sie mit Absicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Das fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Medienkompetenz soll in allen Schulfächern vorkommen. Lehrkräfte sollen dafür gut ausgebildet werden. Auch in Jugendtreffs soll es das Thema geben.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Mehr einfache Kurse für Erwachsene.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Besondere Angebote für Mädchen, für FLINTA* und für queere Jugendliche.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>FLINTA*: </strong>Das steht für: Frauen, Lesben, inter Personen, nicht-binäre Personen, trans Personen und agender Personen. Das sind Menschen, die oft benachteiligt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Queer: </strong>Das ist ein Wort für Menschen, die nicht heterosexuell sind. Oder die sich nicht als Mann oder Frau fühlen, wie es bei der Geburt gesagt wurde.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Die Kurse sollen nicht von Firmen kommen, die damit Geld verdienen wollen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Wer mit Videos über Gesundheit oder Bildung Geld verdient, soll sich an Regeln für gute Qualität halten.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Es soll einen Geld-Topf für Medienkompetenz geben. Das Geld sollen die großen Internet-Firmen bezahlen. Zum Beispiel über eine Steuer auf ihre Werbung.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Fonds: </strong>Das ist ein Geld-Topf für einen bestimmten Zweck.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Menschen, die ehrenamtlich im Internet helfen, sollen mehr Anerkennung bekommen. Und sie sollen weniger Steuern zahlen müssen.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Ehrenamt: </strong>Man arbeitet freiwillig und bekommt kein Geld dafür.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>5. Gleiche Altersgrenzen in ganz Europa</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Heute gibt es viele verschiedene Altersgrenzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Apps haben eigene Regeln. Das Jugendschutz-Gesetz hat andere Regeln. Das Datenschutz-Gesetz hat wieder andere Regeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Manche Regeln passen nicht zusammen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das ist verwirrend für Jugendliche, Eltern und Firmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Das fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Deutschland soll keine eigenen Altersgrenzen machen. Das Internet hört nicht an der Grenze auf. Außerdem gilt der DSA schon in der ganzen EU gleich.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Eine gemeinsame Regel für ganz Europa. Sie soll klar sein und kontrolliert werden. Sie soll in einem neuen EU-Gesetz stehen. Das Gesetz heißt: Digital Fairness Act.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>Digital Fairness Act: </strong>Das ist ein neues Gesetz. Die EU plant es gerade. Es soll Menschen im Internet besser schützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Die EU soll genau sagen, was „passend für ein bestimmtes Alter&quot; bedeutet.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>6. Freiheit im Internet – keine Ausweis-Pflicht</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen nicht, dass man für das Internet immer einen Ausweis braucht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das wäre wie ein Türsteher vor dem Internet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das ist schlecht für die Freiheit von allen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Eine Ausnahme:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Manchmal muss man vielleicht doch zeigen, wie alt man ist. Zum Beispiel bei besonders gefährlichen Angeboten. Damit ist aber nicht Social Media gemeint.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dann gibt es eine gute Lösung: die EUDI-Wallet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>EUDI-Wallet: </strong>Das ist eine digitale Brieftasche auf dem Handy. Die EU entwickelt sie gerade. Man kann damit zeigen, dass man zum Beispiel über 18 ist. Die App verrät dabei aber nicht den Namen oder das Geburtsdatum. Nur die Antwort: „Ja, über 18.&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aber auch diese Lösung soll nur die letzte Möglichkeit sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sie darf keine Pflicht werden, um Social Media zu nutzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sonst könnte man alle Menschen im Internet kontrollieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><h2>Warum wir das fordern</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Sorgen um Kinder im Internet sind berechtigt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aber in der Debatte wird oft übertrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dann wollen Politiker*innen schnelle Lösungen. Diese Lösungen sehen gut aus, helfen aber wenig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir Grüne wollen Politik machen, die auf Forschung beruht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was die Forschung sagt:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Forscher*innen haben viele Studien zusammen ausgewertet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Ergebnis: Social Media macht nicht eindeutig krank.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Oft ist es umgekehrt: Wer schon traurig oder belastet ist, nutzt Social Media mehr.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine Studie hat Jugendliche einzeln untersucht. Das kam heraus:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Etwa 1 von 4 Jugendlichen geht es durch Social Media <strong>besser</strong>.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Etwa 1 von 4 Jugendlichen geht es durch Social Media <strong>schlechter</strong>.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Bei fast der Hälfte macht es <strong>keinen Unterschied</strong>.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Klar ist auch: Social Media hat gute Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Junge Menschen finden dort Freund*innen. Sie finden heraus, wer sie sind. Sie machen bei Politik mit. Sie lernen voneinander.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das ist besonders wichtig für queere Jugendliche. Und für andere Gruppen, die oft benachteiligt werden. Für sie ist das Internet oft ein sicherer Ort.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In den USA wollen manche Gruppen Alterssperren. Eine davon heißt Heritage Foundation. Diese Gruppe kämpft auch gegen die Rechte von queeren Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Warum ein Verbot schadet:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Mehr als 1 von 3 jungen Menschen erfährt Neuigkeiten vor allem über Social Media.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Verbot würde sie davon abschneiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Und alle müssten ihr Alter beweisen. Das gefährdet die Daten von allen Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch eine wichtige Behörde für Jugendschutz sagt: Ein komplettes Verbot geht zu weit. Die Behörde heißt: Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In Australien gibt es schon ein Verbot. Dort sieht man: Viele Jugendliche umgehen das Verbot.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dann will der Staat noch mehr kontrollieren. In Australien spricht man jetzt sogar über ein Verbot von VPN.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Was ist das? </strong><strong>VPN: </strong>Das ist ein Programm. Damit kann man so tun, als wäre man in einem anderen Land. So kann man Sperren umgehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Unser Fazit:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Verbot wäre kein Fortschritt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es würde zeigen: Der Staat schafft es nicht, die Firmen zu kontrollieren. Darum bestraft er lieber die Nutzer*innen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dabei hat die EU schon gute Gesetze.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Jetzt müssen diese Gesetze endlich richtig benutzt werden.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Zur Begründung: <a href="https://wolke.netzbegruenung.de/s/NGRd3Dzib2PC4Ni?dir=/&amp;editing=false&amp;openfile=true">https://wolke.netzbegruenung.de/s/NGRd3Dzib2PC4Ni</a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 08:44:04 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-34: Prävention: Kinder und Jugendliche schützen, Leben retten und Geld sparen</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/pravention-kinder-und-jugendliche-schutzen-leben-retten-und-geld-spa-26069</link>
                        <author>Johannes Wagner (KV Coburg-Stadt)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/pravention-kinder-und-jugendliche-schutzen-leben-retten-und-geld-spa-26069</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gesundheit ist ein Menschenrecht. Jeder Mensch hat den Anspruch auf den für sie oder ihn höchstmögliche Maß an körperlicher und geistiger Gesundheit. Dieser Anspruch verpflichtet Staaten, ihrer Bevölkerung ein Leben in gesundheitsförderliche Umgebung zu ermöglichen und besonders Kinder und Jugendliche zu schützen. So fordert es auch die UN-Kinderrechtskonvention. Das umfasst viele Bereiche. In diesem Antrag geht es spezifisch um Verhältnisprävention.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Daher möge die Bundesdelegiertenkonferenz folgendes beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich für eine umfassende, wissenschaftsbasierte<br>
Präventionsstrategie ein, die insbesondere auf Verhältnisprävention setzt. Unser<br>
Ziel ist, Deutschland bei der Prävention zu einem europäischen Spitzenreiter zu<br>
machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn der aktuelle Zustand ist nicht länger tragbar: Deutschland gibt pro Kopf<br>
mehr für Gesundheit aus als alle anderen EU-Staaten, erreicht bei<br>
Gesundheitszielen aber vielfach nur europäisches Mittelmaß. Der Public Health<br>
Index von AOK und Deutschem Krebsforschungszentrum zeigt erhebliche Defizite<br>
Deutschlands insbesondere bei Tabak, Alkohol und Ernährung. Bei der<br>
Verhältnisprävention in diesen Bereichen landet Deutschland im europäischen<br>
Vergleich regelmäßig auf dem letzten oder vorletzten Platz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei ist uns allen klar: Gesundheitspolitik darf nicht erst beginnen, wenn<br>
Menschen krank geworden sind. Wir wollen politische Rahmenbedingungen schaffen,<br>
die Menschen möglichst lange gesund halten und dort regulieren, wo dies<br>
nachweislich große gesundheitliche Wirkung entfaltet. Neben einem echten<br>
Mehrwert in der Lebensqualität kann wirksame Prävention zudem Kosten im<br>
Gesundheitssystem sowie gesellschaftliche Folgekosten insgesamt reduzieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen deshalb auf drei wissenschaftlich belegte Hebel in Bezug auf<br>
gesundheitsschädliche Produkte, um das zu ändern:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Zugang erschweren, insbesondere für Kinder und Jugendliche;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Preise stärker anheben und so einen verhältnispräventiven Ansatz stärken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Marketing und Sponsoring stärker regulieren, um der Bildung positiver<br>
„Images“ für sehr ungesunde Lebensmittel und suchtfördernde Produkte<br>
entgegenzuwirken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade Kinder und Jugendliche reagieren besonders sensibel auf Verfügbarkeit,<br>
Verkaufsumfeld, Marketing und Preis. Prävention muss deshalb dort ansetzen, wo<br>
politische Maßnahmen nachweislich die größten Wirkungen entfalten können. Das<br>
größte Potential liegt hierfür in den Bereichen Alkohol, Tabak und Zucker.<br>
Andere Länder machen vor, was hierbei möglich ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Alkohol – ein Blick nach Skandinavien</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen riskanten Alkoholkonsum wirksam reduzieren und uns an erfolgreichen<br>
europäischen Präventionsmodellen orientieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür fordern wir insbesondere:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Anhebung der Besteuerung alkoholischer Getränke, insbesondere bei<br>
Produkten mit besonders hohem gesundheitlichem Schadenspotenzial, und eine<br>
Aufhebung der steuerlichen Ausnahmen für Wein</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>separate Verkaufsbereiche für alkoholische Getränke mit mehr als 15<br>
Volumenprozent – entweder in eigenen Verkaufsstätten oder abgetrennten<br>
Ladenbereichen;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>kein Verkauf mehr von alkoholischen Getränken im unmittelbaren<br>
Kassenbereich;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine konsequente Einschränkung von Werbung und Sponsoring,<br>
Verkaufsförderung und Verkaufsstrategien, die sich an Kinder und<br>
Jugendliche richten oder ihren Konsum fördern;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine regelmäßige wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit dieser<br>
Maßnahmen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die Rahmenbedingungen so verändern, dass gesundheitsschädlicher<br>
Konsum insbesondere bei jungen Menschen weniger attraktiv und weniger<br>
selbstverständlich wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Tabak und Nikotin – von Irland lernen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch beim Tabak- und Nikotinkonsum wollen wir Deutschland zu einem europäischen<br>
Vorreiter machen und insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor dem Einstieg<br>
in die Nikotinabhängigkeit schützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür fordern wir insbesondere:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine deutlich höhere und einheitliche Mindestbesteuerung für alle<br>
nikotinhaltigen Produkte je nach typischem Konsumverhalten – inklusive<br>
Liquids;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>kein Verkauf mehr von Tabak- und Nikotinprodukten im unmittelbaren<br>
Kassenbereich;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die schrittweise Abschaffung von Tabak- und Nikotinverkaufsautomaten im<br>
öffentlichen Raum – insbesondere im Umfeld von Schulen und Kitas;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>konsequente Einschränkungen von Außenwerbung, Sponsoring und<br>
Verkaufsförderung – insbesondere dort, wo Kinder und Jugendliche erreicht<br>
werden;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Regularien zur Verbannung von Produkten und Produktaufmachungen, die<br>
gezielt Kinder und Jugendliche ansprechen, vom deutschen Markt – etwa<br>
durch kindlich wirkende Designs oder besonders attraktive<br>
Geschmacksrichtungen;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein schnellstmögliches Verkaufsverbot für Einweg-E-Zigaretten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>konsequente Kontrollen des Jugendschutzes im stationären und digitalen<br>
Handel sowie wirksame Sanktionen bei Verstößen;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Ausweitung rauch- und nikotinfreier öffentlicher Räume, z.B. an<br>
Bushaltestellen und im Umfeld von Schulen und Kitas;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine nationale Strategie für eine rauch- und nikotinfreie Generation;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen abgeschlossenen Räumen;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein Rauchverbot in allen geschlossenen Räumen, in denen sich Kinder<br>
aufhalten, insbesondere auch in Autos.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gesüßte Getränke – eine Herstellerabgabe nach britischem Vorbild</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland braucht eine wirksame Herstellerabgabe auf zuckerhaltige<br>
Erfrischungsgetränke nach dem Vorbild der britischen Soft Drinks Industry Levy.<br>
Das britische Modell setzt nicht bei den Verbraucher*innen an, sondern schafft<br>
für Hersteller*innen und Importeur*innen einen finanziellen Anreiz, ihre<br>
Produkte zu reformulieren. Zwischen 2015 und 2024 sank dort der<br>
verkaufsgewichtete durchschnittliche Zuckergehalt der erfassten Getränke um 47,4<br>
Prozent und Übergewicht ging in bestimmten Kindergruppen zurück, besonders bei<br>
benachteiligten Kindern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern daher:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine gestaffelte Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Erfrischungsgetränke,<br>
abhängig vom Zuckergehalt;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Erhebung der Abgabe bei Herstellern und Importeuren am oberen Ende der<br>
Lieferkette, um kleine gastronomische Betriebe und Verkaufsstellen von<br>
unnötiger Bürokratie zu entlasten;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine regelmäßige Überprüfung und Inflationsanpassung der Abgabesätze;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine zweckgebundene Verwendung der Einnahmen für Gesundheitsförderung und<br>
Prävention, insbesondere für Kinder und Jugendliche, zur Finanzierung von<br>
Präventionsprogrammen mit Schwerpunkt Ernährungsaufklärung;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine regelmäßige wissenschaftliche Evaluation der Auswirkungen der Abgabe<br>
auf Zuckergehalt, Absatz, Konsum und Gesundheit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Eine Altersbeschränkung für sogenannte „Energy Drinks“, die meist neben Zucker auch andere für Kinder und Jugendliche schädliche Stoffe enthalten von 16 Jahren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ziel der Abgabe ist ausdrücklich nicht die Erhöhung staatlicher Einnahmen,<br>
sondern die Reformulierung von Produkten. Je weniger Zucker enthalten ist, desto<br>
geringer soll die Abgabenlast ausfallen. Wir wollen einen Wettbewerb um weniger<br>
Zucker – nicht um mehr Steueraufkommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Prävention als Investition</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Prävention ist Gesundheits-, Sozial- und Finanzpolitik zugleich. Chronische<br>
Erkrankungen und Suchterkrankungen verursachen persönliches Leid und erhebliche<br>
Kosten für Gesundheits- und Sozialsysteme. Maßnahmen, die Erkrankungen<br>
verhindern oder ihr Auftreten hinauszögern, verbessern Lebensqualität und können<br>
langfristig Kosten senken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich deshalb dafür ein, Prävention bei allen<br>
relevanten politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Unser Leitbild<br>
ist eine Gesundheitspolitik, die Gesundheit ermöglicht, gesunde Lebensjahre<br>
verlängert, gesundheitliche Ungleichheit reduziert und langfristig Kosten spart.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Prävention stärken – Gesundheit schützen<br><br>
Die Bundesdelegiertenkonferenz möge beschließen:<br><br>
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen Deutschland zu einem Vorreiter bei der<br>
Gesundheitsprävention machen.<br><br>
Deutschland gibt viel Geld für Gesundheit aus. Trotzdem gibt es bei Tabak,<br>
Alkohol und Ernährung große gesundheitliche Probleme. Deshalb muss<br>
Gesundheitspolitik früher ansetzen: Wir wollen Krankheiten verhindern, bevor sie<br>
entstehen.<br><br>
Dafür wollen wir die Bedingungen verändern, unter denen Menschen leben und<br>
konsumieren. Besonders Kinder und Jugendliche sollen besser geschützt werden.<br><br>
Wir setzen auf drei einfache Grundsätze:<br><br>
Gesundheitsschädliche Produkte sollen schwerer zugänglich sein.<br>
Ihr Preis soll stärker an ihrem gesundheitlichen Schaden ausgerichtet werden.<br>
Werbung, Marketing und Sponsoring für diese Produkte sollen stärker begrenzt<br>
werden.<br><br>
Alkohol<br><br>
Wir wollen riskanten Alkoholkonsum verringern. Dafür fordern wir:<br><br>
- höhere Steuern auf Alkohol, besonders auf besonders schädliche Produkte;<br>
- die Abschaffung der Steuer-Ausnahme für Wein und eine höhere Besteuerung von<br>
Bier;<br>
- keinen Verkauf von hochprozentigem Alkohol direkt an der Kasse;<br>
- getrennte Verkaufsbereiche für hochprozentigen Alkohol;<br>
- weniger Werbung und Sponsoring für Alkohol, besonders mit Blick auf Kinder und<br>
Jugendliche;<br>
- eine regelmäßige Überprüfung, ob diese Maßnahmen wirken.<br><br>
Tabak und Nikotin<br><br>
Wir wollen Kinder und Jugendliche besser vor dem Einstieg in die Nikotinsucht<br>
schützen. Dafür fordern wir:<br><br>
- höhere und einheitliche Steuern auf Tabak, E-Zigaretten und andere<br>
Nikotinprodukte;<br>
- keinen Verkauf direkt an der Kasse;<br>
- weniger Tabak- und Nikotin-Automaten, besonders in der Nähe von Schulen und<br>
Kitas;<br>
- weniger Werbung, Sponsoring und Verkaufsförderung;<br>
- ein Verbot von Produkten und Geschmacksrichtungen, die gezielt Kinder und<br>
Jugendliche ansprechen;<br>
- ein schnelles Verbot von Einweg-E-Zigaretten;<br>
- bessere Kontrollen des Jugendschutzes und wirksame Strafen bei Verstößen;<br>
- mehr rauch- und nikotinfreie öffentliche Orte, besonders rund um Schulen und<br>
Kitas;<br>
- eine nationale Strategie für eine rauch- und nikotinfreie Generation;<br>
- ein Rauchverbot in öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen und überall<br>
dort, wo sich Kinder aufhalten, insbesondere in Autos.<br><br>
Zuckerhaltige Getränke<br><br>
Wir wollen eine Herstellerabgabe auf stark zuckerhaltige Getränke nach<br>
britischem Vorbild.<br><br>
Dabei gilt: Je mehr Zucker ein Getränk enthält, desto höher die Abgabe.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>- Die Abgabe soll bei Herstellern und Importeuren erhoben werden. Kleine<br>
Geschäfte und Gastronomiebetriebe sollen möglichst wenig zusätzliche Bürokratie<br>
haben.<br>
- Die Einnahmen sollen vor allem für Gesundheitsförderung und Prävention<br>
eingesetzt werden, insbesondere für Kinder und Jugendliche.<br>
- Die Abgabe soll regelmäßig überprüft werden. Dabei soll untersucht werden, ob<br>
Hersteller den Zuckergehalt senken und ob sich der Konsum und die Gesundheit<br>
verbessern.<br><br>
Das Ziel ist nicht, mehr Steuern einzunehmen. Das Ziel ist, dass Getränke<br>
weniger Zucker enthalten.<br><br>
Prävention lohnt sich<br><br>
Gute Prävention schützt Gesundheit, verbessert Lebensqualität und kann<br>
langfristig Kosten sparen.<br><br>
Wir wollen deshalb, dass Prävention bei politischen Entscheidungen stärker<br>
berücksichtigt wird.<br><br>
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Menschen möglichst lange gesund leben<br>
können – unabhängig von ihrem Einkommen oder ihrer Herkunft.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Wir wollen nicht erst die Folgen vermeidbarer Krankheiten behandeln, sondern Gesundheit für alle ermöglichen. Deutschland soll vom europäischen Schlusslicht zum Vorbild bei der Prävention werden – für mehr gesunde Lebensjahre, weniger vermeidbare Erkrankungen &amp; ein nachhaltiges Gesundheitssystem.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 07:39:42 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-18: Keine Einschränkungen des Art. 15 GG für Bundesländer</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/keine-einschrankungen-des-art-15-gg-fur-bundeslander-738</link>
                        <author>KV Regensburg-Stadt (dort beschlossen am: 07.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/keine-einschrankungen-des-art-15-gg-fur-bundeslander-738</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Grüne erkennen wir das im Grundgesetz ausformulierte Werkzeug der Vergesellschaftung von Grund und Boden, von Naturschätzen und Produktionsmitteln zum Wohle der Allgemeinheit an und verteidigen es. Der Bundesverband von Bündnis 90 / Die Grünen stellt sich klar gegen das Vorhaben der Bundesregierung, durch ein Bundesgesetz die Vergesellschaftung von privaten Wohnungsunternehmen durch Bundesländer zu unterbinden. Ebenso positioniert sich der Bundesverband gegen eine bundeseinheitliche Festlegung möglicher Entschädigungen auf den Verkehrswert der Immobilien im Falle einer Vergesellschaftung von Unternehmen oder Unternehmensteilen. Potenzielle Entschädigungen müssen stets im Einzelfall, wie im Grundgesetz festgeschrieben unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten, bestimmt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im Fall einer Verabschiedung der oben genannten Gesetze unterstützt der Bundesverband eine entsprechende Verfassungsklage in der Öffentlichkeit. Einer etwaigen Bestrebung, den Art. 15 GG durch eine Verfassungsänderung abzuschaffen, erteilen die Grünen in eine klare Absage.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Grundgesetz ist ein wichtiges Buch mit Regeln. In diesem Buch steht eine besondere Regel. Der Staat darf Land oder Firmen übernehmen. Das macht der Staat für alle Menschen. Wir finden diese Regel gut. Wir schützen diese Regel. Die Regierung will ein neues Gesetz machen. Dieses Gesetz verbietet die Übernahme von Wohnungen. Wir finden das falsch. Die Regierung will auch den Preis für die Firmen festlegen. Der Preis soll immer sehr hoch sein. Wir finden das auch falsch. Jede Firma ist anders. Man muss die Kosten jedes Mal neu prüfen. Man schaut auf die Besitzer. Man schaut auch auf alle anderen Menschen. So steht es im Grundgesetz.<br><br>
Die Regierung schreibt diese neuen Gesetze vielleicht trotzdem. Dann gehen wir vor das hohe Gericht. Das Gericht prüft die Gesetze. Wir sagen das allen Menschen ganz deutlich. Wir kämpfen gegen diese Pläne.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch soll dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat 2019 klargestellt, dass der Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen zur Bedürfnisbefriedigung im Sinne der Allgemeinheit aus allgemeinen verfassungsrechtlichen Erwägungen nichts entgegensteht. Die Entschädigung ist im Einzelfall unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Laut Art. 74 Abs. 1 Nr. 15 GG unterliegt die Vergesellschaftung der konkurrierenden Gesetzgebung, d.h. nur ein Bundesgesetz, das die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen mit entsprechender Entschädigung bundeseinheitlich bestimmt, kann die Länder davon abhalten, eigene Gesetze zur Vergesellschaftung zu beschließen. Ein Bundesgesetz, das lediglich die Rahmenbedingungen für eine Vergesellschaftung so setzt, dass die Länder daran gehindert werden, eigene Gesetze zu beschließen, ohne dabei selbst eine Vergesellschaftung festzulegen, ist unserer Ansicht nach verfassungsrechtlich unzulässig, da dies bedeuten würde, dass Verfassungsartikel durch einfache Bundesgesetze ausgehebelt werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch wenn der Art. 15 GG bisher noch keine Anwendung gefunden hat, stellt er ein wichtiges Instrument dar, bei groben wirtschaftlichen Verwerfungen, die mögliche Einflussnahme des Staates zu sichern. Sich dieses Instrument, das das Grundgesetz ermöglicht, aus ideologischen Gründen zu nehmen, ist keine zukunftsgerichtete Politik. Deshalb kann eine Abschaffung dieses Verfassungsartikels nicht Sinne der Grünen sein.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 06:58:03 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-33: Don’t Stop Me Now – Starker Start, smarter Staat</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/don-t-stop-me-now-starker-start-smarter-staat-9153</link>
                        <author>Raphael Putz (KV Esslingen)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/don-t-stop-me-now-starker-start-smarter-staat-9153</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Don’t Stop Me Now – Starker Start, smarter Staat</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Gesellschaftsvertrag zwischen jungen Menschen und dem Staat ist brüchig geworden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Folge ist Perspektivlosigkeit, besonders abseits der Großstädte. Der Lebensentwurf, auf den sich so viele Generationen verlassen konnten, trägt nicht mehr: Schule machen, eine Ausbildung oder ein Studium abschließen, einen guten Job finden und sich etwas aufbauen. Damit schwindet das Vertrauen in Staat, Demokratie, aber auch in sich selbst und sein Umfeld. Wer immer wieder erlebt, dass die eigene Anstrengung nichts verändert, verliert die Überzeugung, das eigene Leben selbst gestalten zu können. Doch genau diese <strong>Selbstwirksamkeit ist die Grundlage für Zuversicht und für eine lebendige Demokratie</strong>. Während die einen das Land verlassen, verlassen die anderen die Diskursräume. Sie ziehen sich zurück und kehren dem Land innerlich den Rücken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei gab es einmal ein Versprechen: <strong>Unsere Kinder sollen es mal besser haben</strong>. Das ist kein Slogan einer politischen Couleur. Es ist ein <strong>Versprechen der Freiheit</strong>, das dieses Land jeder und jedem gegeben hat. Wer sich auf den Weg macht, kann es schaffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Bündnis 90/Die Grünen sind wir uns einig: Es soll nicht darauf ankommen, woher du kommst, sondern wohin du willst. Damit das wieder für alle gilt, braucht es einen fairen Rahmen, in dem junge Menschen frei starten können und nicht gestoppt werden. Don’t stop me now.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür machen wir fünf konkrete Vorschläge.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Mitreden statt abwarten: Jugendbeteiligung verbindlich machen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jugendräte sind die Werkstätte der Demokratie. Sie sichern jungen Menschen eine starke und verbindliche Vertretung in demokratischen Prozessen. Statt des bisherigen Flickenteppichs aus Beteiligungsformaten wollen wir das Pilotprojekt der Jugendräte bundesweit starten und dann auch verstetigen. Beispielsweise zeigt der Landesjugendbeirat in Baden-Württemberg, dass Jugendbeteiligung nicht nur auf kommunaler Ebene passieren kann, sondern auf allen Ebenen des demokratischen Prozesses. <strong>Junge Menschen verdienen Einfluss und Mitspracherecht</strong> auch auf Landes- und Bundesebene, daher wollen wir dieses Modell ausweiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Demokratie ist spannend, weil man selbst etwas verändern kann</strong>. Für diese Selbstwirksamkeit und Wirkmacht braucht es aber den notwendigen Rahmen: Jugendräte brauchen Antrags-, Anhörungs- und Rederechte in den Gremien auf allen Ebenen und ein eigenes Budget, über das sie selbst entscheiden können. Wir wollen nicht nur dabei sitzen, sondern auch mitmischen. Ebenso ist es wichtig, dass junge Menschen nicht nur zu vermeintlich „jugendspezifischen“ Themen gefragt werden. <strong>Alle Themen sind Jugendthemen</strong>, denn es gibt kein Thema, das uns über kurz oder lang nicht betrifft. Denn auch Jugendliche werden älter.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Mit Sprache gegen den Bildungsabgrund – von der Kita bis zur Gründung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Chancenermöglichung zur freien Entfaltung und Verwirklichung gerade junger Menschen ist ein tiefgreifendes Anliegen unserer Partei. Sie ist der Schlüssel zu mittel- und langfristigem Wohlstand. Ihre Gewährleistung ist daher essentiell.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sprache sehen wir hierbei als Schlüssel zu unserer Gesellschaft an, folgerichtig ist der Spracherwerb von allen Kindern die Grundlage für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben. Doch genau an dieser wichtigen Grundkompetenz versagt unser Bildungssystem gerade. Die PISA-Erhebung 2026 attestiert hier ein historisch tiefes Niveau, wobei ein Drittel der 15-Jährigen das Basis-Niveau im Lesen unterschreitet. Gleichzeitig sinken die Spitzen-Niveaus auf unter 10 % der Schüler*innen. Und selbst Universitäten beklagen zunehmend sinkende Kompetenzen beim Textverständnis.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>PISA-Schock 2.0?</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die große Diskussion über das deutsche Bildungssystem und seine Zukunft bleibt jedoch aus. Vielleicht auch, weil viele Probleme seit Jahren bekannt sind, aber nicht angegangen werden. Wir wollen nicht resignieren und sehen eine entscheidende Lösung in der Förderung des Spracherwerbs und somit auch der Sprachkompetenzen. In wenigen Ländern der EU hängt der Bildungserfolg mehr von der eigenen Herkunft ab als in Deutschland. Vor allen Dingen Kinder mit Migrationshintergrund und aus einkommensschwachen Familien schneiden bei den Sprachkompetenzen immer schlechter ab. Es ist dabei unsere Pflicht als Gesellschaft, besonders für diese Kinder das Aufstiegsversprechen endlich einzulösen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Chancen ermöglichen durch frühe Sprachförderung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern bundesweit vergleichbare und verbindliche Standards bei den Sprachtests in den Ländern. Genauso wichtig ist, dass es ein verpflichtendes Förderangebot für Kinder gibt, die die Mindeststandards unterschreiten. Am Beispiel Hamburgs zeigt sich, dass so ein Großteil der Kinder bis zum Grundschulstart ein schulfähiges Sprachniveau erreicht. Dort werden im Bildungsmonitor gute Ergebnisse erzielt. Dass sich Sprachförderung an Schulen auszahlt, zeigt sich auch im Ausland am „Mississippi Miracle“.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Doch diese Sprachförderung darf nicht mit dem Eintritt in die Grundschule enden. Zunächst muss die Übergangsphase – vor allen Dingen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf – besonders weich gestaltet werden. Gewährleistet werden kann dies unter anderem durch ein digitales Datenmanagement, in dem Kita-Personal und Grundschullehrkräfte auf Testergebnisse und Fördergutachten sowie persönliche Beurteilungen datenschutzkonform zugreifen können. Bereits ermittelte Bedarfe können so nicht verloren gehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wichtig ist, dass qualifiziertes Personal die Schüler*innen in den Grundkompetenzen und im Umgang mit KI bis zu ihrem Schulabschluss bedarfsgerecht unterstützt. Auch über den klassischen Kernunterricht hinaus. Die Nachmittagsbetreuung soll besonders in den weiterführenden Schulen ausgebaut werden. Deswegen schlagen wir eine Qualitätsoffensive Hort vor, die Schüler*innen nicht nur betreut. Der Fokus soll hier ganz klar auf der <strong>Förderung und Einübung der Grundkompetenzen und der Zukunftskompetenzen</strong> liegen und über die „klassische Hausaufgabenbetreuung“ hinausgehen. Vereine sollen dabei aktiv eingeladen werden und bekommen die Möglichkeit, durch (Sport-)Angebote Gemeinschaft zu stiften und Nachwuchs zu gewinnen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Erfolg ermöglichen durch ein Gründungs-BAföG</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein solcher Ermöglichungsgedanke soll auch einer späteren Erleichterung bei Gründungen zugutekommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern daher die <strong>Einführung eines Gründungs-BAföGs</strong> für alle jungen Menschen bis zum 27. Lebensjahr. Damit wollen wir die Gründung stärker von der finanziellen Situation des Elternhauses und privater Rücklagen entkoppeln und jungen Menschen den Schritt von der Hochschule oder Ausbildung in die Selbstständigkeit erleichtern. Diese Förderung soll mit niederschwelliger unternehmerischer Qualifizierung und Beratung verbunden werden. Grundsätzlich soll sie aus einem Zuschuss und einem individuell errechneten, einkommensabhängig rückzahlbaren, zinslosen Darlehen bestehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dadurch soll der von Mieten und anderen persönlichen Faktoren abhängige Lebensunterhalt von Gründer*innen abgesichert werden, ohne diese durch zu hohe Schulden zu belasten. Bestehende Instrumente wie z. B. EXIST oder die KfW-Gründungsförderung sollen dabei nicht ersetzt, sondern um die bislang unzureichend abgesicherte persönliche Gründungsphase, unter Beachtung der Lebenshaltungskosten, erweitert werden. So stärken wir Chancengerechtigkeit in unserer Gesellschaft und schaffen eine vielfältigere Gründungs- und Unternehmenskultur.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Ein Staat, der einfach funktioniert: Leistungen einfach und automatisch</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vertrauen in unsere Demokratie und den Staat ist keine Selbstverständlichkeit. Jungen Menschen, die in kaputt gesparten Schulen lernen, mit Sorge auf den Arbeitsmarkt blicken und immer mehr für die Gesellschaft leisten müssen, können wir Begeisterung für Institutionen nicht einfach vorschreiben. Wir müssen sie wecken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deswegen <strong>wollen wir einen Staat, der einfach funktioniert und jungen Menschen das Leben einfacher macht.</strong>Staatliche Leistungen und Informationen müssen bei allen ankommen. <strong>Wir setzen auf einen proaktiven Staat</strong>, in dem Bürger*innen nicht suchen und beantragen müssen, sondern direkt erfahren, welche Angebote ihnen zur Verfügung stehen. Unser langfristiges Ziel ist: Wo ein Anspruch eindeutig feststeht, wird die Leistung automatisch ausgezahlt. Wo noch Angaben fehlen, weist der Staat selbst auf Lücken hin und fragt nur das ab, was wirklich noch benötigt wird. Dafür legen wir eine digitale Basis, mit einem einheitlichen Behörden-Konto, vernetzten Registern und interoperablen technischen Systemen in jedem Bundesland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade bei Kindern und Jugendlichen dürfen komplizierte Verfahren nicht dazu führen, dass Eltern die zustehenden Leistungen nicht kennen oder beantragen. Beispielsweise beim Bildungs- und Teilhabepaket zeigt sich heute, dass Unterstützungen für Schulmaterial, Mittagessen und Klassenfahrten oft nicht bei Kindern ankommen, die sie brauchen. <strong>Mit proaktiven Leistungen lösen wir dieses Problem</strong>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bis dieses Ziel erreicht ist, dürfen wir nicht untätig bleiben. Solange staatliche Systeme komplex und unbekannt sind, muss der Staat junge Menschen beim Übergang ins selbstständige Leben begleiten. Wir bieten jungen Menschen mehr als nur eine Einladung zur Musterung!</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür setzen wir auf ein <strong>„Startpaket“ für junge Menschen</strong>, die in eine neue Lebensphase eintreten. Kurz vor dem Schulabschluss oder zum 18. Geburtstag meldet sich der Staat und zeigt, was er bietet und worauf es jetzt ankommt. Was ändert sich für mich als eigenständige Person? Welche Entscheidungen kann ich treffen? Zum Beispiel bezüglich Steuern, Krankenversicherung und Rente?</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ansprüche, etwa auf BAföG, Wohngeld und Kindergeld-Fortzahlung, müssen sichtbar gemacht werden und mit wenigen Klicks beantragt werden können. So verlaufen auch Programme wie die Frühstartrente und das neue Altersvorsorgedepot nicht ins Leere, sondern kommen von Anfang an bei jungen Menschen an.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Langfristig muss das Ziel sein, dass solche Hilfestellungen immer weniger nötig werden, weil Leistungen automatisch ankommen oder Verfahren so einfach sind, dass sie ohne besondere Vorkenntnisse funktionieren. <strong>Staatsmodernisierung ist dann mehr als bloß Digitalisierung.</strong> Sie ist die Chance, gerade jungen Menschen wieder das Gefühl zu geben: <strong>Unser Staat funktioniert. Er ist handlungsfähig</strong>. <strong>Er arbeitet</strong>. Das stärkt Chancengerechtigkeit und Vertrauen in unsere Demokratie.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4. Starke Orte – Kommunen, Ehrenamt und Mobilität im ländlichen Raum</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt bewähren sich vor Ort. Damit junge Menschen Bleibeperspektiven entwickeln und ihre Heimat aktiv mitgestalten können, brauchen wir handlungsfähige Städte, Gemeinden und ländliche Räume in Ost und West. Gleichwertige Lebensverhältnisse entstehen nicht durch Lippenbekenntnisse, sondern durch eine auskömmliche <strong>Finanzierung der kommunalen Ebene</strong>. Wir fordern die konsequente Einhaltung des Konnexitätsprinzips: Wer bestellt, bezahlt. Vom Bund beschlossene Sozialleistungen, wie etwa die Hilfe zur Pflege, müssen vollständig vom Bund ausgeglichen werden, anstatt die kommunalen Haushalte zu erdrücken. Ein Mangel an Finanzmitteln darf nicht länger dazu führen, dass freiwillige Leistungen für die Jugend als Erstes dem Sparzwang zum Opfer fallen. <strong>Angebote für Jugendliche sind kein Luxusgut</strong>, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sportvereine, die Freiwillige Feuerwehr und Jugendverbände sind zentrale Orte, an denen Gemeinschaft und Demokratie über soziale Schichten und politische Grenzen hinweg entstehen. Häufig fehlt es Vereinen jedoch schlicht an <strong>geeigneten Räumen</strong> für ihre Treffen, Proben und Aktivitäten. Genauso fehlt es jungen Menschen häufig an offenen Orten, wo sie ungezwungen und ohne direkte Vereinsbindung zusammenkommen können. Wir fordern daher, dass jede Kommune, jedes Dorf und jeder Stadtteil mindestens einen Raum zur Verfügung stellt, der sowohl örtlichen Vereinen als auch offenen Jugendtreffs verlässlich offensteht. Jugendclubs müssen gezielt gefördert, regionale Netzwerke aufgebaut, hauptamtliche Ansprechpersonen pro Region finanziert und direkte Unterstützung für Projekte sowie Anschaffungen bereitgestellt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zur Erhöhung der Sichtbarkeit aller Angebote etablieren wir eine kommunale Vereins-Roadmap: Neueinwohner*innen erhalten bei einem Umzug Infomaterial über alle Vereine und Mitmachmöglichkeiten, Angebote werden gezielt in Schulen vorgestellt und beworben, Übersichtskarten erstellt und Handlungsempfehlungen an Kommunen weitergegeben. Zudem fördern wir <strong>vielfältige Vereinsangebote auf dem Land</strong>, die gerade auch für junge Frauen attraktiv gestaltet sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>All diese Treffpunkte entfalten ihre Wirkung jedoch nur, wenn sie für alle Interessierten <strong>einfach, sicher und preiswert erreichbar</strong> sind. Wir bauen die Mobilität im ländlichen Raum deshalb spürbar aus: Vereins- und Freizeitorte müssen verlässlich an den ÖPNV angebunden werden, um Wegehürden abzubauen. Da das Vereinsleben und jugendliche Treffen nicht um 18 Uhr enden, braucht es insbesondere am Abend und an den Wochenenden ein dichtes Netz an flexiblen Mobilitätsangeboten. Durch den gezielten Einsatz von Anrufsammeltaxis und Rufbussen garantieren wir, dass junge Menschen auch zu späten Zeiten und aus kleineren Ortsteilen unkompliziert, günstig und sicher zu ihren Treffen und wieder nach Hause gelangen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>5. Startchancen: Aufstieg darf nicht am Geld scheitern</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute Startchancen dürfen nicht davon abhängen, wie viel die Eltern verdienen oder wo jemand aufwächst. Egal, wo jemand herkommt und wo jemand lebt: Alle Menschen sollen die Chance haben, etwas aus ihrem Leben zu machen. Das ist <strong>echte Freiheit und Gerechtigkeit</strong>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das beginnt bei der Bildung: Alle Kinder sollen schon vor der Schule ein gutes Deutsch sprechen können. Wir wollen Schulen zu Orten machen, an denen man sich wohlfühlt, zu denen man gerne hingeht und in denen man gerne lernt. Schulabschlüsse und Prüfungen müssen vergleichbarer sein. Auch bei der Zulassung zu Hochschulen müssen transparente, einheitliche und verlässliche Voraussetzungen gelten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Aufstieg darf nicht am Geld scheitern</strong>. Dafür wollen wir die finanzielle Unabhängigkeit junger Menschen stärken. Es muss machbar sein, zu studieren, eine Ausbildung zu machen oder sich selbstständig zu machen. Deshalb wollen wir das BAföG konsequent weiterentwickeln. Die Wohnkostenpauschale muss sich an den tatsächlichen Mieten vor Ort orientieren, denn Ausbildung und Studium dürfen nicht an den Lebenshaltungskosten vor Ort scheitern. Auch Großstädte müssen für junge Menschen bezahlbar bleiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer ins Berufsleben startet, muss spüren, dass sich Arbeit lohnt. Doch gerade am Anfang bleibt vom Brutto oft wenig Netto übrig, während die Kosten für die erste Wohnung, Mobilität und den Aufbau eines eigenen Lebens hoch sind. Mit der Aktivrente belohnt der Staat das Arbeiten im Rentenalter steuerlich. Das muss erst recht für den Start ins Berufsleben gelten. Deshalb wollen wir den <strong>Aktivstart</strong>: einen <strong>zusätzlichen</strong><strong>Steuerfreibetrag für junge Menschen</strong><strong>in den ersten Jahren ihres Berufslebens</strong>. So haben sie <strong>mehr Netto vom Brutto</strong> und können sich früh etwas Eigenes aufbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zudem wollen wir die Vielfalt der Berufsausbildungen, vor allem im ländlichen Raum, stärken. Oft bestimmt der Wohnort über den Ausbildungsplatz. Das darf so nicht bleiben. Durch einen <strong>gezielten Ausbau des ÖPNV</strong> können wir sicherstellen, dass es jungen Menschen besser möglich ist, unterschiedliche Berufe zu erlernen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Starker Start, smarter Staat</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Staat kann mit einem Startpaket zum 18. Geburtstag den Übergang ins Erwachsenenleben einfacher machen. Junge Menschen werden darüber informiert, welche Ansprüche sie haben, welche Unterstützung ihnen offensteht und wie sie diese über einen niedrigschwelligen, digitalen Zugang beantragen können. Zudem muss auch sichergestellt werden, dass solche Angebote <strong>unbürokratischer und schneller</strong> bei den jungen Menschen ankommen. Lange Bearbeitungszeiten rauben Nerven und können ausbremsen, bevor es überhaupt losgeht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen gut ausgestattete Schulen überall und Jugendräte, damit wirklich alle mitbestimmen können. Auch wollen wir mehr Investitionen in den Kommunen, die das Leben vor Ort verbessern. Dadurch schaffen wir ein besseres Klima vor Ort und verringern das Gefühl des Abgehängt-Seins, vor allem in ländlichen Regionen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>So erneuern wir den Anspruch, den junge Menschen zu Recht an Staat und Gesellschaft haben: <strong>Es kommt nicht darauf an, woher man kommt, sondern wohin man will</strong>. <strong>Herkunft und Wohnort sollen nicht darüber entscheiden, welche Möglichkeiten jemand im Leben hat</strong>. Deutschland soll jeder und jedem ein einfaches Versprechen für den Start geben: <strong>Don’t stop me now.</strong></p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Don’t Stop Me Now – Starker Start, smarter Staat</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Viele junge Menschen sehen keine Zukunft mehr für sich. Früher galt: Schule, Ausbildung oder Studium, guter Job. Heute klappt das oft nicht mehr. Wer immer wieder merkt, dass Anstrengung nichts bringt, gibt irgendwann auf. Manche verlassen das Land, andere ziehen sich zurück. Dabei gab es ein Versprechen: Unseren Kindern soll es einmal besser gehen. Dieses Versprechen gilt für alle. Wir Grüne sagen: Es soll egal sein, woher du kommst. Wichtig ist, wohin du willst. Dafür machen wir fünf Vorschläge.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>1. Mitreden statt abwarten</strong><br>
Junge Menschen sollen in der Politik mitbestimmen, in der Gemeinde, im Land und im Bund. Darum wollen wir überall Jugendräte, nach dem Vorbild von Baden-Württemberg. Jugendräte sollen Anträge stellen, angehört werden, reden dürfen und eigenes Geld haben. Junge Menschen sollen bei allen Themen gefragt werden, denn alle Themen betreffen uns.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>2. Gute Bildung – von der Kita bis zur eigenen Firma</strong><br>
Viele Kinder können nicht gut lesen. Das zeigt die PISA-Studie. Ob ein Kind in der Schule gut ist, hängt in Deutschland stark von den Eltern ab. Das wollen wir ändern.<br><em>Sprache lernen:</em> Alle Kinder machen vor der Schule einen Sprachtest, überall nach den gleichen Regeln. Wer Hilfe braucht, bekommt Förderung. Hamburg zeigt, dass das funktioniert.<br><em>Hilfe in der Schule:</em> Die Förderung geht in der Schule weiter. Kita und Schule sprechen sich ab. Fachkräfte helfen beim Lesen, Schreiben, Rechnen und beim Umgang mit KI, auch am Nachmittag. Vereine können mitmachen, zum Beispiel mit Sport.<br><em>Gründungs-BAföG:</em> Wer bis 27 Jahre alt ist und eine Firma gründet, bekommt Geld vom Staat. Einen Teil muss man nicht zurückzahlen, den Rest zahlt man ohne Zinsen zurück, wenn man genug verdient. Dazu gibt es Beratung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>3. Ein Staat, der einfach funktioniert</strong><br>
Hilfen vom Staat kommen oft nicht an, weil Anträge zu kompliziert sind oder die Menschen sie nicht kennen. Darum soll sich der Staat von selbst melden. Wer ein Recht auf Hilfe hat, bekommt sie automatisch. Alles geht digital über ein Konto.<br><em>Startpaket:</em> Zum 18. Geburtstag meldet sich der Staat. Er erklärt, was sich jetzt ändert, zum Beispiel bei Steuern, Krankenversicherung und Rente. Und er zeigt, welche Hilfen es gibt, etwa BAföG oder Wohngeld. Beantragen geht mit wenigen Klicks. So merken junge Menschen: Der Staat arbeitet für mich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>4. Starke Orte – auch auf dem Land</strong><br>
Junge Menschen sollen gern in ihrer Heimat bleiben. Dafür brauchen Gemeinden genug Geld. Unsere Regel: Wer etwas bestellt, muss es bezahlen, auch der Bund. Bei Angeboten für Jugendliche darf nicht zuerst gespart werden.<br><em>Räume für alle:</em> Jeder Ort soll einen Raum für Vereine und Jugendtreffs haben. Jugendclubs bekommen mehr Geld. Neue Einwohner*innen erfahren, welche Vereine es gibt.<br><em>Mobilität:</em> Junge Menschen müssen auch abends und am Wochenende zu ihren Treffen kommen. Darum wollen wir mehr Busse auf dem Land, Rufbusse und Sammeltaxis.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>5. Geld darf kein Hindernis sein</strong><br>
Ob man studiert oder eine Ausbildung macht, darf nicht vom Geld der Eltern abhängen.<br><em>Bildung:</em> Schulen sollen Orte sein, an denen man gern lernt. Abschlüsse sollen überall vergleichbar sein, für die Uni gelten klare Regeln.<br><em>BAföG:</em> Das Geld für die Miete soll zu den echten Mieten passen, auch in Großstädten.<br><em>Aktivstart:</em> Rentner*innen, die weiterarbeiten, zahlen weniger Steuern. Das soll auch für junge Menschen am Anfang des Berufslebens gelten. So bleibt mehr Geld übrig.<br><em>Ausbildung auf dem Land:</em> Mit mehr Bus und Bahn kommen junge Menschen zu mehr Ausbildungsplätzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Starker Start, smarter Staat</strong><br>
Wir wollen gute Schulen überall, Jugendräte für alle, mehr Geld für die Gemeinden und Hilfen, die schnell und einfach ankommen. Denn es soll egal sein, woher man kommt. Wichtig ist, wohin man will. Deutschland soll allen jungen Menschen ein Versprechen geben: Don’t stop me now.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Geht aus dem Antragstext hervor.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 00:19:56 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V-17: Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit überwinden – Für ein Grundrecht auf Wohnraum, angemessene Hilfen und Gesundheitsversorgung</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/obdachlosigkeit-und-wohnungslosigkeit-uberwinden-fur-ein-grundrecht-24988</link>
                        <author>BAG Arbeit, Soziales, Gesundheit (dort beschlossen am: 03.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/obdachlosigkeit-und-wohnungslosigkeit-uberwinden-fur-ein-grundrecht-24988</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Ampelkoalition hatte sich im Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Auch die CDU/SPD-Regierung hält auf dem Papier an dem Ziel fest. Der Nationale Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit (NAP) ist offiziell weiterhin in Kraft. Allerdings sind keine Bemühungen der CDU/SPD-Regierung erkennbar, diesen umzusetzen. Mit dem erklärten Ziel von Einsparungen im Sozialstaat muss mit einer weiteren Verschärfung der Situation gerechnet werden. So erhöhen etwa Sanktionen im Bereich der Grundsicherung bis zum völligen Entzug der Leistungen die Gefahr des Wohnungsverlustes. Ebenso kritisch zu sehen sind Planungen, junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren von der Jugendhilfe auszuschließen und unbegleitete minderjährige Geflüchtete ab 16 Jahren in Erwachsenenunterkünften unterzubringen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Nationale Aktionsplan betont die Vermeidung und Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit als einen sozialstaatlichen Pflichtauftrag – konform mit den Nachhaltigkeitszielen, der UN-BRK, der Europäischen Sozialcharta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Es wäre richtig, das Problem der Wohnungslosigkeit in einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Ebenen anzugehen. Dieser Ansatz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bedeutet, dass alle Akteure gemeinsam handeln müssen, um für jeden Menschen gleiche Lebensbedingungen zu schaffen–unabhängig vom Wohnort, der Finanzlage oder den politischen Intentionen einzelner Bundesländer oder Kommunen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Indes: Die Verantwortung des Bundes scheint nur auf dem Papier zu bestehen. Im Zuge geplanter&quot;Sozialstaatsreformen&quot; werden viele gute Ansätze des Nationalen Aktionsplanes in das Gegenteil verkehrt. Mit der Parole, dass man sich den bestehenden Sozialstaat nicht mehr leisten könne, sollen rücksichtslos und unter Missachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse Leistungen für die Schwächsten in der Gesellschaft zurückgefahren werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Demgegenüber haben einige Städte einen Masterplan Wohnungslosigkeit aufgestellt oder sind dabei, dies zu tun. Mitdiesen Handlungsplänen werden erstmals die kommunalen und trägerorganisierten Bemühungen vernetzt und gebündelt. Das entbindet aber Bund und Länder nicht von der Pflicht, innerhalb ihres Verantwortungsbereiches durchgreifende Maßnahmen zur Verhinderung oder Beendigung von Wohnungslosigkeit zu ergreifen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Aussage im Aktionsplan, das seit Jahrzehnten bestehende System habe sich grundsätzlich bewährt und solle in der bestehenden rechtlichen Form fortgeführt werden, erweist sich als falsch. Wir erleben weiterhin jährlich dramatische Anstiege von Zahlen der untergebrachten wohnungslosen Personen. Von 2022 auf 2023 hatten sich die Zahlen auf über 372.000 Personen verdoppelt; die Statistik für 2024 weist ca. 440.000 untergebracht wohnungslose Personen aus.Die Zahlen der verdeckt Wohnungslosen und die Dunkelziffern sind wesentlich höher. Die BAG Wohnungslosenhilfe (BAGW) geht aufgrund von Hochrechnungen von über 1 Million Personen aus. Ein Viertel der Betroffenen sind laut BAGW Kinder und Jugendliche. Laut dieser Statistik haben 820.000 wohnungslose Personen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Der größte Teil ist alleinstehend, aber Alleinerziehende und Familien mit Kindern sowie Paare stellen eine zunehmend größer werdende Gruppe in Wohnungsnotsituationen dar. Viele obdachlose Personen sind täglich Gewalt ausgesetzt – Frauen in Wohnungslosigkeit leiden besonders stark unter Gewalt und unter Abhängigkeitsverhältnissen in verdeckter Wohnungslosigkeit. Insgesamt ist festzustellen: Solche Zustände sind mit einem modernen Sozialstaat unseres Wohlstandsniveaus unvereinbar. Die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit muss mit hoher Priorität vorangetrieben werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zum Begriff Wohnungslosigkeit: Diesem Papier liegt die Definition des Wohnungslosenberichtsgesetzes zugrunde.Dabei wird zwischen drei Gruppen unterschieden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>öffentlich untergebrachte Wohnungslose, die – im Gegensatz zu den nachfolgenden Personengruppen, zu denen es nur Schätzungen gibt – mittlerweile durch die amtliche Statistik erfasst werden</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wohnungslose, die privat unterkommen („verdeckt Wohnungslose“) sowie</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Menschen ohne Obdach, die auf der Straße leben</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Weiter gefasste Definitionen beinhalten auch andere Gruppen, u.a. Menschen mit Beeinträchtigungen, die aufgrundfehlender Alternativen in einer besonderen Wohnform leben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Prävention</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Passgenaue Hilfen vor dem Wohnungsnotfall können persönliche Tragödien und jahrzehntelange Belastungen des Sozialsystems verhindern. Wohnungslosigkeit entsteht selten von einem Tag auf den anderen, sondern in einem Prozess, den rechtzeitiges Eingreifen unterbrechen kann. Der Nationale Aktionsplan setzt vorrangig auf Wohnraumangebote und Hilfen zum Erhalt der Wohnung. Diese Maßnahmen sind gut und richtig, aber nicht ausreichend.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine armutsfeste Grundsicherung sowie verlässliche Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration und geeignetesozialpolitische Maßnahmen gegen Armut, damit Menschen ihren Wohnraum bezahlen können. Kürzungenin diesem Bereich sind kontraproduktiv. Die Praxis von Jobcentern, auch bei drohendem Wohnungsverlust keinen Vorschuss zu zahlen, kritisieren wir scharf.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein Rahmengesetz des Bundes zur Ermittlung der Angemessenheit von Wohnkosten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Übernahme der tatsächlichen Kosten der Unterkunft bei Wohnungsnotfällen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>dass kommunale Garantieerklärungen verstärkt genutzt werden, mit denen Mietausfälle und mögliche Schäden an der Wohnung abgesichert werden (siehe u.a. Berlin / Hamburg), um mögliche finanzielle Risiken derVermieterseite zu minimieren</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Anpassungen im Mietrecht: Neuregelung der Schonfristzahlungen, besserer Schutz vorEigenbedarfskündigung, die Schließung von Lücken in der Mietpreisbremse sowie die Absenkung der Kappungsgrenze für Mieterhöhungen im Bestand helfen, den Wohnungsverlust aufgrund von Mietschulden zu vermeiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>wiederholte Mietschuldenübernahmen zu ermöglichen, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hilfesystem</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den vorhandenen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe arbeiten engagierte Fachkräfte, um mit knappem Personal und Geld möglichst viel für die betroffenen Menschen zu erreichen. Dass abertausende Menschen dennochmenschenunwürdig unter Brückenpfeilern leben, in Zelten, anderen Behelfsbehausungen oder in Hauseingängen, muss uns als Gesellschaft ein Warnsignal sein. Uns treibt diese Situation zur Entwicklung eines modernen Hilfesystems an, das bei Betroffenen auf Akzeptanz stößt und diesen auf Augenhöhe begegnet. Hierzu bedarf es einer respektvollen Behandlung sowie hoher Standards bei Sicherheit, Sauberkeit, Privatsphäre, Wohnfläche, Vorsprechzeiten und Tagesaufenthalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Individuelle Lebenslagen gilt es stärker zu berücksichtigen und Ausgrenzungen – z.B. durch zu restriktive Hausordnungen – zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit niemand dem Hilfesystem fernbleibt aus Schamgefühl und Angst vor Stigmatisierung, benötigen wir mehr aufsuchende Sozialarbeit und sehr niedrigschwellige, integrationsfördernde und weiterführendeUnterstützungsangebote – auch zur Vermittlung in Arbeit. Dabei gilt es insbesondere, Sprachbarrieren zu überwinden. Die oftmals unwürdigen Mehrbettzimmer in Beherbergungsbetrieben lehnen wir ab. Zudem dürfen Notschlafstellen keine Dauerlösung sein. Menschen jeden Morgen wieder auf die Straße zu setzen, ist nicht vereinbar mit Artikel 1 Grundgesetz und sorgt für eine wiederholte Traumatisierung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Mehr aufsuchende Sozialarbeit und eine moderne, diskriminierungsfreie, inklusive Komm-Struktur sollen dabeihelfen, die Betroffenen in einer Situation zu erreichen, in der ihre Kräfte zur Selbsthilfe erschöpft sind.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>einen niedrigschwelligen Zugang zu Job-Centern und Wohnfachstellen sowie eine bundesweite 24-Stunden-Notfallnummer unter &quot;119&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gesetzliche Grundlagen für eine frühere und – soweit möglich – automatisierte Information von Kommunen über drohenden Wohnungsverlust</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den bedarfsgerechten Ausbau von Streetwork-Stellen und sogenannten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>„Kümmerer“-Projekten, um Betroffene niedrigschwellig unterstützen und begleiten zu können</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>bundesweite Leitlinien für Mindeststandards in den Einrichtungen (siehe NAP), eingebettet in einWohnungslosenhilfegesetz – inkl. unabhängiger Beschwerdestellen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Verbindliche Erstellung von Gewaltschutzkonzepten für Einrichtungen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>dass allen Hilfebedürftigen nach spätestens drei Monaten eine menschenwürdige Unterbringung – mindestensein abschließbares Einzelzimmer – angeboten wird. Für Familien sind Gemeinschaftszimmer vorzuhalten. Hierzu wollen wir ab 2029 einen bundesweiten Rechtsanspruch etablieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Anerkennung der Bedeutung von Haustieren für wohnungslose Personen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Ermöglichung von Teilhabe und Rechtsgeschäften sowie eine zuverlässige Erreichbarkeit durchöffentliche Internetzugänge (siehe NAP) und ein digitales Briefpostfach unabhängig von der Meldeadresse</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine konstruktive Auslegung des § 67 ff. SGB XII zur Finanzierung neuer Angebote in der Wohnungslosenhilfe sowie ein Bundesprogramm, um Modellprojekte auf Selbsthilfebasis zu fördern</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ausweitung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spenden, die Tafeln und ähnliche Projekte finanziell unterstützen, die auf ehrenamtlicher Basis zur humanitären Versorgung Obdachloser beitragen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dauerhafte Wohnungsversorgung</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohnen ist ein Menschenrecht und die Basis für Privatsphäre und häusliche Autonomie. Trotz vielfältiger und innovativer Anstrengungen vielerorts zur Beendigung von Wohnungslosigkeit steigt die Zahl der Menschen in Wohnungsnot weiter an.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hauptziel muss sein, diskriminierungsfreie Zugänge zu einem angemessenen, bezahlbaren und dauerhaft gesicherten Wohnraum für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Haushalte zu erschließen und die bestehenden Barrieren für solche Zugänge zu überwinden – unabhängig von Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsstatus. Aufenthalte in Unterbringungs- und Notmaßnahmen sollen durch eine rasche Wohnungsvermittlung auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ziel ist eine möglichst schnelle Versorgung mit dauerhaftem Wohnraum. Die verbindliche Schaffung von geeignetem Wohnraum ist daher ein wichtiger und notwendiger Baustein zur Überwindung der Wohnungslosigkeit. Deshalb bedarf es eines konsequenten Ausbaus von geeignetem Wohnraum im öffentlich geförderten und privaten Wohnungsbau – auch mit einer Belegungsquote bei den neu errichteten Wohnungen. Dabei ist vor allem die aktuelle Unterversorgungan bezahlbaren Wohnungen für Alleinstehende sowie Familien anzugehen. Der Wohnungsneubau in Deutschland ist u.a. aufgrund hoher Zinsen, Grundstücksspekulation, gestiegener Baustoffpreise und höherer Löhne ins Stockengeraten. Damit können und wollen wir uns nicht abfinden. Deshalb gilt es auch, neue rechtliche und preisdämpfende Instrumente zu nutzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zur Sicherung und Schaffung des notwendigen bezahlbaren Wohnraums sind auch Maßnahmen im Bereich Bauen und Planen notwendig. Hier sind entsprechende Gespräche und Verhandlungen mit der örtlichen Wohnungswirtschaft wichtig und notwendig. Die hierzu bereits vorgenommenen Aktivitäten in einigen Kommunen wie auch von Trägernsind sehr zu begrüßen, müssen aber deutlich ausgebaut werden. Ansätze wie „Housing First“ müssen verstärkt auch im Neubau mit verankert werden, wie es z.B. der LWL in NRW mit dem dazugehörigen Förderprogramm tut.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wohnen als Grundrecht in das Grundgesetz aufzunehmen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine aktive soziale Wohnungsbaupolitik durch Bund und Länder, die die vorhandenen Möglichkeiten im Bestand nutzt (vgl. BAG Wohnungslosenhilfe)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Ausbau der Wohnangebote für Wohnungslose/Wohnungsnotfälle – soweit möglich – in den Wohnungsbauförderprogrammen von Bund und Ländern zu verankern</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den Ausbau von bezahlbarem, barrierefreiem und behindertengerechtem Wohnraum</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine soziale Wohnungsoffensive auf Bundesebene mit Anpassung an die erschwerten Marktbedingungen. Dabei sollte der Fokus auf mehr kleinen Einzimmerwohnungen und flexibel anpassbaren, familiengerechten Wohnungen liegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein beschleunigtes, serielles und unbürokratisches Bauen auf allen Ebenen – u.a. durch eine Harmonisierung der Landesbauordnungen, ergänzend zu sozialverträglicher Innenverdichtung</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die bundesgesetzliche Umsetzung des Konzepts der Neuen Wohngemeinnützigkeit, um dauerhaft preisgebundenen Wohnraum zu schaffen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Flexibilisierung der Förderinstrumente von Bund und Ländern für sozialen Mietwohnungsbau, sowie eine Ergänzung durch geeignete und langfristigere Maßnahmen im Rahmen von Erbpachtverträgen – sokönnen Mietpreisbindungen deutlich länger rechtssicher gestaltet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>in der Wohnungsbauplanung sowie im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung eine verbindlicheMindestquote bei größeren Wohnprojekten für Wohnungen, die für „Housing First“ und weitere innovative Konzepte – wie Clusterwohnungen – genutzt werden</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Einrichtung einer eigenen Programmschiene „Housing First“, die Bund und Länder gemeinsam finanzieren und umsetzen, damit wohnungslose Menschen ohne Vorbedingungen sofort einen Anspruch auf festen Wohnraum erhalten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die verbindliche Bereitstellung eines Kontingents der öffentlich geförderten Wohnungen für wohnungslose oderin Wohnungsnotsituationen befindliche Familien sowie alleinstehende Wohnungslose in jedem neuen Baugebiet im Rahmen der kommunalen Wohnungs- und Quartierplanung. Kommunen sollen hierzugemeinsam mit der Wohnungswirtschaft ein Verfahren zur Realisierung und Vergabe der Wohnungen entwickeln.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Erweiterung der Bauförderprogramme von Bund und Ländern zur schrittweisen Sanierung bestehender Gemeinschafts- und Notschlafstellen und deren Umbau in permanente Unterbringungen oder Sozialwohnungen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die gesetzlichen Grundlagen zu erweitern, um die Kommunen handlungsfähiger gegen Leerstände und Zweckentfremdung zu machen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zugang zu bezahlbarem und geeignetem Wohnraum schaffen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein erheblicher Teil der verfügbaren Wohnungen ist für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Haushalte aus verschiedensten Gründen nicht zugänglich. Auf dem freien Wohnungsmarkt haben sie keine Chance.Zudem stehen gesetzliche Regelungen der Zuweisung öffentlich geförderter Wohnungen an Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft entgegen. Insbesondere für Familien in Wohnungsnotsituationen sowie langzeitwohnungslose und obdachlose Personen bedarf es praktikabler Lösungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kommunale Richtwerte für angemessene Kosten der Unterkunft im Rahmen der sozialen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sicherung (SGB II und SGB XII) werden zumeist im Rahmen eines „schlüssigen Konzeptes“ ermittelt. Nicht immerbilden diese die tatsächlichen ortsüblichen Wohnkosten ab, was nicht selten die Wohnungsnotsituationen vor Ort verschärft. In einigen Kommunen bestehen Regelungen, einzelfallbezogen die vorgesehenen Sätze bis zu 20% übersteigen zu können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hier bedarf es einer Rahmengesetzgebung des Bundes.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zudem müssen die Möglichkeiten der Kommunen zur Wiedereinweisung in eine gekündigte Wohnung, wie auch die Belegungsrechte von Wohnungen bei öffentlich und privat vermieteten Wohnraum, ausgeweitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein zentraler Baustein zur Überwindung von Wohnungslosigkeit ist „Housing First“, weil es Wohnen als Grundrechtbegreift und stabile Wohnverhältnisse als Voraussetzung – nicht als Ergebnis – sozialer Integration versteht. Es ist ein wohnungspolitischer Ansatz, bei dem wohnungslose Menschen unmittelbar und ohne Vorbedingungen eine eigene, reguläre Wohnung erhalten. Anders als im traditionellen Stufenmodell – bei dem Betroffenen zunächst bestimmte Voraussetzungen erfüllen oder Übergangseinrichtungen durchlaufen müssen – steht hierbei die dauerhafte Wohnraumversorgung am Anfang. Internationale Erfahrungen – insbesondere aus Finnland, den USA oder Kanada – zeigen, dass „Housing</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>First“ zu deutlich stabileren Wohnverhältnissen führt und langfristig auch gesellschaftliche Folgekosten senken kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Angebote ergänzen andere Angebote zur Versorgung wohnungsloser Menschen, deren Problemlagen nicht imgleichen Maße intensive Wohnbegleitung erfordern. Damit</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>„Housing First“ dauerhaft Wirkung entfalten kann, ist die Einbettung in die lokalen Strukturen derWohnungsnotfallhilfen unerlässlich. Darüber hinaus sind weitere innovative und auch inklusiv ausgerichtete Angebote der Wohnungslosenhilfe – eingebettet in Quartierskonzepte – notwendig. Hier bedarf es einer Kommunalen Gesamtplanung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>kommunale Wohnraumversorgungskonzepte inklusive flächendeckender „Housing First“-Angebote, die vom Bund entsprechend finanziell gefördert werden</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Bindungen und Quotierungen im Sozialwohnungsbestand für wohnungslose Menschen sowie diegezielte Akquirierung von Wohnbeständen bei privaten Vermietenden und der Wohnungswirtschaft</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Soziale Wohnraumagenturen einzurichten (vgl. u.a. „Neue Wohnraumhilfe Darmstadt“)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Zuweisung von Sozialwohnungen an Menschen ohne sozialrechtliche Anspruchsberechtigung zu ermöglichen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Möglichkeit zur Wiedereinweisung in gekündigte Wohnungen zu stärken</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohnungslosigkeit und Gesundheit</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschen ohne festen Wohnsitz sterben deutlich früher als die Allgemeinbevölkerung. Hier sind Infektionserkrankungen sowie Suizide, Verletzungen und Vergiftungen häufige Todesursachen. Diese stehen oft in einem direkten Zusammenhang mit dem Leben auf der Straße bzw. mit den Gründen, die zu Wohnungslosigkeit führen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Versorgung</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die unzureichende gesundheitliche Versorgung von wohnungslosen Menschen ist mit ihrer Menschenwürde und dem im Grundgesetz verankerten Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit nicht vereinbar. Obdachlose Menschen begegnen Ablehnung und Diskriminierung in der Regelversorgung – selbst, wenn sie krankenversichert sind – auch aufgrund ihrer persönlichen und hygienischen Situation.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Daher bracht es Zielgruppenspezifische und niederschwellige Angebote. Zuständig dafür sollen nicht nur die betroffenen Kommunen und caritative Einrichtungen sein. Es ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, an dem sich alle beteiligen müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Scham, Unkenntnis oder auch schlicht Überforderung mit ihrem Lebensalltag führen dazu, dass die vorhandene medizinische Versorgung in ihrer Komm-Struktur nicht in Anspruch genommen wird. Versorger*innen fürchten, dass die Versorgung von sogenannten „nicht wartezimmerfähigen“ Menschen dazu führt, dass andere Patient*innen wegbleiben. Die getaktete Struktur der Regelversorgung macht es zudem schwer, auf die besonderen Bedürfnisse und Eigenheiten der wohnungslosen Personen ausreichend einzugehen. Ein Recht auf Behandlung gibt es nur im Rahmen der Notfallversorgung. Die Betroffenen sind daher auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Durch die Versorgungslücken kommt es zudem viel häufiger zu Notfallsituationen, die eine umfangreiche Versorgung – z.B. im Krankenhaus – erfordern, die viel aufwendiger und teurer ist als eine kontinuierliche Versorgung von Beginn an. Durch die frühzeitige Behandlung von Infektionskrankheiten und die Prävention – z.B. durch Impfangebote – können Infektionsketten unterbrochen und Neuansteckungen verringert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ausbau der Kenntnisse der Behandler*innen zu spezifischen Krankheitsbildern wie der Wundversorgung oder der Suchthilfe sind ebenso wichtig wie ein Fokus auf psychosoziale Kompetenz bei dem behandelnden medizinischen Personal.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe der Stigmatisierung von wohnungslosen Menschen durch Aufklärung entgegenwirken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Informationskampagnen, die die Lebenswelt der obdachlosen Menschen berücksichtigt und realistische Ziele setzt</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Präventionsmaßnahmen durch verbindliche Hygienestandards in allen Notunterkünften sowie dieflächendeckende, kostenlose und leicht zugängliche Bereitstellung von Schutzmaterialien (z. B.Verbands- und Desinfektionsmitteln)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Aufnahme der Versorgung wohnungsloser Menschen in die Regelversorgung, z.B. durch einen Ermächtigungstatbestand für die ambulante vertragsärztliche Versorgung. Vorstellbar ist eine ausreichende flächendeckende Versorgung mit Schwerpunktpraxen in Kombination mit aufsuchender Versorgung (Arzt- und Krankenmobile). Die Versorgung erfolgt durch multiprofessionelle Teams, in denen sich medizinische, pflegerische und sozial arbeitende Kompetenz ergänzen. Ehrenamtliche stationäre und mobile Hilfsangebote werden zusätzlich unterstützt und gestärkt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Psychische Erkrankungen und Sucht</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Studien belegen einen starken Zusammenhang von psychischen Erkrankungen mit Wohnungslosigkeit. Alkoholmissbrauch und Suchterkrankungen sind hier relevante Faktoren; die Frage der Wechselwirkung mit denLebensumständen ist komplex. Veränderte Konsumgewohnheiten (z.B. von Crack, Fentanyl usw.) erfordern bedarfsgerechte Hilfeangebote. Durch psychische Krankheiten erkennen viele Obdachlose oft nicht selbst, dass sie Unterstützung benötigen. Der Appell an die individuelle Eigenverantwortung greift hier zu kurz – sie brauchen Unterstützung zur Bewältigung ihrer Krise und Lebenssituation.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>besondere Beachtung für die Situation psychisch kranker Personen. Ohne ein tragfähiges familiäres odersoziales Netzwerk droht Personen nach einer stationären psychiatrischen Behandlung unmittelbar die Wohnungslosigkeit. Hier bedarf es konsistenter Behandlungspfade und einer umfassenden Nachsorge.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die bedarfsgerechte Verfügbarkeit auskömmlich finanzierter, leicht zugänglicher Substitutionsambulanzen (z.B. in Form einer Diamorphinambulanz)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine einheitliche Regelung zu Drogenkonsumräumen sowie ihre gesicherte Finanzierung. Sie senken nicht nur das Gesundheitsrisiko massiv und bieten die Möglichkeit für spezifische Hilfen, sondern wahren auch das Grundrecht der Menschenwürde der betroffenen Personen, indem sie einen geschützten Raum zur Selbstbestimmung bieten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>einen bedarfsgerechten Ausbau psychiatrischer Versorgungsstrukturen sowie flexible und niedrigschwellige Entzugsangebote, entsprechend den Grundsätzen akzeptierender Drogenarbeit</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Versicherungsschutz</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Oft geht der Wohnungslosigkeit eine Verschuldungsspirale voraus. Beitragsschulden führen dazu, dass Menschen ihren Krankenversicherungsschutz verlieren bzw. in den Notlagentarif rutschen. Der Notfallschutz der gesetzlichen Krankenversicherung bei akuten Erkrankungen ist zudem unklar definiert, was in der Praxis regelmäßig zuAuslegungsstreitigkeiten über die Gewährung von Leistungen führt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Menschen ohne Krankenversicherungsschutz bzw. nur mit einem Notfallschutz wegen Beitragsschulden sollendie Beitragsschulden erlassen werden können, z.B. bei Angabe einer Meldeadresse. Es muss rechtlich möglich werden, das Ruhendstellen der Krankenversicherung an zuständige Stellen für die Beratung und Hilfe bei Beitragsschulden bei der Krankenversicherung zu melden, damit diese dann Hilfen einleiten können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>bundesweit flächendeckende Clearingstellen für Gesundheit (wie z.B. in Hamburg oder Berlin), an die sich Menschen ohne Krankenversicherungsschutz oder bei ungeklärten Versicherungsstatus wenden können – auf Wunsch auch anonym. Obdachlose Menschen erhalten dort eine Beratung und Begleitung zu ihrem Anspruch auf Sozialleistungen oder Kostenübernahmen bei Behandlungen aus vergangenen Versicherungsverhältnissen. Über einen kommunalen Fonds werden kurzfristig Kosten für eine Behandlung übernommen (wie z.B. inMünster). Wir setzen uns für die angemessene Finanzierung und Personalausstattung von Clearingstellen und ihren Fonds ein.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die flächendeckende Einführung von anonymen Behandlungsscheinen, die einen Zugang zum Gesundheitssystem bieten, auch wenn kein Versicherungsschutz vorliegt. Die Finanzierung sollte – z.B. imZusammenhang mit den Clearingstellen – zentral geregelt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohnangebote für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und pflegerischem Bedarf</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Anstieg der Wohnungslosenzahlen geht auch eine Zunahme schwer erkrankter und pflegebedürftiger wohnungsloser Personen einher. Unter den Betroffenen befinden sich häufiger psychisch Erkrankte oder Menschen, die an Abhängigkeitserkrankungen leiden, sowie Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf („High-Needs-Clients“).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Künftig gilt es, sogenannte „Drehtüreffekte“ zu vermeiden, d.h. dass Menschen aufgrund fehlender adäquater Anschlussversorgung oder sozialer Unterstützung immer wieder kurzfristig notversorgt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Aufbau örtlicher Netzwerke, aus denen heraus die Einrichtungen des Gesundheitsversorgung, der Wohnungslosenhilfe, anderer sozialer Einrichtungen oder der Wohnungswirtschaft unterstützt werden. Hierzu gehört auch die aus den Krankenhäusern entlassenen wohnungslosen Menschen in entsprechende Einrichtungen oder Wohnformen der Wohnungslosenhilfe vermitteln und begleiten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Maßnahmen zur Verbesserung der Unterbringungsangebote für schwer erkrankte pflegebedürftige wohnungslose Menschen, z.B. Clusterwohnungen (eigenständige Wohnungen mit Gemeinschaftsbereich undbedarfsorientierter Unterstützung, ggf. durch Kooperation mit geeigneten Trägern)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>den erleichterten Zugang zu den Leistungen nach § 67 SGB XII und der Eingliederungshilfe</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Besonders vulnerable Personengruppen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bestimmte Personengruppen sind aufgrund ihrer spezifischen Lebenslagen, rechtlicher Hürden oder sozialer Benachteiligung überproportional stark von Wohnungslosigkeit betroffen. Eine effektive Bekämpfung vonWohnungslosigkeit erfordert daher einen Blick auf diejenigen, die am stärksten von ihr bedroht sind und die Strategien müssen sich gezielt an den Bedürfnissen derjenigen ausrichten, die am verwundbarsten sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Krisenanfällige Übergänge zwischen verschiedenen Lebensphasen bedürfen dabei besonderer Beachtung. Dies betrifftjugendliche „Care Leaver“ ebenso wie beispielsweise aus Krankenhaus und Haft Entlassene sowie Menschen in Trennungssituationen – möglicherweise mit Gewalterfahrungen – sowie Zugewanderte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>dezentrale, (sprach)barrierefreie, zielgruppengerechte Angebote – für Frauen, Familien, Menschen mitBehinderung, Geflüchtete, Jugendliche und LGBTQI* unter konsequenter Anwendung von Artikel 3Grundgesetz und analoger Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine Verstetigung und flächendeckende Verfügbarkeit von Maßnahmen des EhAP-Plus-Programms – diesehelfen den am stärksten benachteiligten Personen und es darf nicht bei Modellprojekten und befristeten Maßnahmen bleiben</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Frauen und Mädchen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Gruppe der wohnungslosen Frauen unterscheidet sich in wichtigen Faktoren wie dem Alter, den sozialen Beziehungen und auch der Dauer der Wohnungslosigkeit von anderen Personengruppen. Hieraus ergeben sich besondere Bedarfe– z.B. mit Blick auf besondere Schutzbedürfnisse oder die gesundheitliche Versorgung. Frauen und Mädchensind dabei alle Menschen die sich selbst als Frauen/Mädchen definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Folgen von Wohnungslosigkeit sind für Frauen besonders prekär. Oft begeben sie sich in Abhängigkeitsverhältnisse, um einen Platz zum Schlafen zu haben. Dies führt auch zu einer hohen Dunkelziffer („verdeckte Wohnungslosigkeit“), zu verschiedenen Formen von unfreiwilliger Prostitution und einen schlechteren Zugang zu Unterstützungsangeboten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Kosten für Verhütungsmittel müssen in Deutschland ab dem 22. Lebensjahr selbst getragen werden. EinigeKommunen erstatten diese Kosten bei Leistungsbezieherinnen und Geringverdienerinnen. Diese Leistung darf nicht zu Lasten des vorhandenen kommunalen Budgets gehen, also zu Lasten von Beratungs- und Präventionsangeboten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>räumlich getrennte Angebote in der Tagesbetreuung und bei Schlafstellen für alleinstehende Frauen, um ihnen einen geschützten Raum zu geben – inkl. Mitarbeitenden vor Ort, die diese hilfesuchenden Frauenunterstützen können</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ausbau und gesicherte Finanzierung von Frauenhäusern als Schutzraum für von Gewalt betroffene Frauenund deren Kinder. Sie müssen barrierefrei sein und Raum für eine persönliche Assistenz bieten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>mehr und geeignete Behandlungsmöglichkeiten für psychische Störungen aufgrund von Gewalterfahrungen (posttraumatische Belastungsstörungen)</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gendersensible Medizin, d.h. die Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Symptomatik, Behandlung und Heilung von Krankheiten bei Frauen. Auch gynäkologische Fragestellungenund reproduktive Rechte müssen bei der Versorgung von wohnungslosen Frauen mitgedacht werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die flächendeckende, kostenlose Bereitstellung von ausreichend Menstruationsprodukten sowie Kondome inEinrichtungen der Wohnungslosenhilfe und für obdachlose Frauen, die nicht im Leistungsbezug sind</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>auf Bundesebene für Leistungsbezieherinnen die Kosten für Menstruationsprodukte und Verhütungsmittel in die Regelsatzberechnung für Frauen einzubeziehen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Obdachlose Frauen, die nicht im Leistungsbezug sind, müssen ebenfalls Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Familien</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Projekte wie der 2020 gestartete „Brückenschlag“ in Münster zeigen, dass gezielte Unterstützung entscheidend ist: Familien im Wohnungsnotfall erhalten hier nicht nur Beratung, sondern intensive persönliche Begleitung. Die Hilfe reicht von der Sicherung des Lebensunterhalts über die Suche und Erhaltung einer Wohnung bis hin zur praktischen Unterstützung bei Behördengängen (z. B. Kita- und Schulanmeldungen) und der Integration in das soziale Umfeld (z.B. über Sportvereine).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Besonders wichtig ist die Brückenfunktion dieser Projekte: Sie erschließen im Bedarfsfall den Zugang zu medizinischer Versorgung sowie zu Leistungen aus verschiedenen Sozialgesetzbüchern (SGB V, IX, XI und XII), wobei die Eingliederungshilfe nach § 67 ff. SGB XII i.d.R. die zentrale rechtliche Grundlage bildet. Diese Unterstützung wird z.B. in NRW erfolgreich durch den überörtlichen Träger (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)finanziert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Darüber hinaus gilt es, die bestehenden Angebote und Hilfen im Sinne einer „Sozialen Wohnraumagentur“ (zentralen Anlaufstelle) zu sichern und weiterzuentwickeln und insbesondere Frauen und Familien durch schwierige, neueLebensphasen zu begleiten und zu unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Finanzierungsmodelle, wie für Münster/NRW beschrieben, bundesweit zu etablieren, damit auch andere Bundesländer vergleichbare niedrigschwellige Hilfestrukturen aufbauen können</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Abgestimmte, familiengerechte Regelungen für die Finanzierung von Hilfeleistungen in Gemeinschaftsunterkünften, in denen Familien nicht in wohnähnlichen Räumen mit eigener Küche und Baduntergebracht sind. Bislang können diese Hilfen nur durch die Kommunen nach § 67 ff. SGB XII finanziert werden, was zu Abstimmungsproblemen führen kann.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jugendliche und junge Erwachsene</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohnungslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen (unter 25 Jahren) ist ein zunehmendes Problem. Jugendliche und junge Erwachsene erkennt auch der Nationale Aktionsplan als besonders vulnerable Gruppe an: besonders gefährdet sind demnach sogenannte „Care Leaver“, „die aus dem Hilfesystem heraus in keine sichereWohnsituation begleitet werden oder aufgrund fehlender Unterstützung ihren Wohnraum wieder</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>verlieren“. Der Plan stellt fest, dass bisherige Maßnahmen die Gruppe der Jugendlichen und jungen Wohnungslosen zu wenig berücksichtigen und dass es eines Paktes gegen Wohnungsnotstand und Wohnungslosigkeit dieser Zielgruppebedürfe. Statt eines nahtlosen Übergangs ist aktuell geplant, dass Jugendliche ab 18 Jahren aus der Jugendhilfe fallen und somit sich selbst überlassen werden. Dieser kostgetriebene Abbau von Schutzmechanismen verschärft die Notlage und verursacht immense – wissenschaftlich als vermeidbar eingestufte – gesellschaftliche Kosten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>bestehende Programme für den Schutz von jungen Wohnungslosen zu entwickeln</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>bzw. auszubauen (sogenannte „67er Hilfen“ gemäß § 67 SGB VIII)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>eine bessere Verknüpfung zwischen Jugendhilfe und Wohnungslosenhilfe zur Vermeidung bzw. schnelleren Auffindung von gefährdeten Jugendlichen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Verknüpfung von Schutzräumen, gesicherten Wohnmöglichkeiten und individueller Begleitung</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>separate Wohnungslosenunterkünfte für jüngere Personen, um ihnen ein sicheres Umfeld zu garantieren</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ausbau von Streetwork-Arbeit sowie von Angeboten und Hilfen, in der Ausbildung und Arbeitswelt Fuß zufassen und die individuelle Lebenswelt der jungen Menschen zu stabilisieren</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohnungslose ohne deutsche Staatsbürgerschaft</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein wachsender Teil der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen in Deutschland sind EU-Bürger*innen. Viele von ihnen kommen auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensperspektiven nach Deutschland, arbeiten zunächst im Niedriglohnsektor oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen und verlieren bei Jobverlust oder Krankheit schnell ihre Existenzgrundlage. Aufgrund aufenthalts- und sozialrechtlicher Regelungen sind sie häufig von existenzsichernden Sozialleistungen ausgeschlossen oder haben zumindest faktisch erhebliche Zugangsbarrieren – etwa durch komplexe Rechtslagen, fehlende Information oder Sprachprobleme. Dies führt dazu, dass sie im Falle von Wohnungsverlust kaum abgesichert sind und in verdeckte oder manifeste Obdachlosigkeit geraten. Mit den Planungen, die Schwelle für Ansprüche von EU-Bürger*innen für den Anspruch auf Sozialleistungen zu erhöhen, wird für diese Gruppe die Situation noch einmal verschärft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zur Überwindung dieser Problematik ist ein verlässlicher und diskriminierungsfreier Zugang zu existenzsichernden Sozialleistungen zentral. Notwendig sind klare gesetzliche</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Regelungen, die tatsächliche Leistungsansprüche sichern, niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie eine stärkere kommunale Unterstützung. Ohne soziale Absicherung bleibt Wohnungslosigkeit insbesondere für viele EU-Bürger*innen strukturell vorprogrammiert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Obdachlose Menschen aus dem Ausland haben zudem oft keinen adäquaten Krankenversicherungsschutz. Diemedizinischen Leistungen und die Versicherungssysteme in den einzelnen Herkunftsländern sind unterschiedlich. Selbst wenn Ansprüche auf Kostenübernahmen bei Behandlungen bestehen, ist häufig nicht klar, wie diese in Deutschland geltend gemacht werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deshalb fordern wir:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>einen erleichterten Zugang zur Grundsicherung für nichtdeutsche EU-Bürger*innen. Wenn sie sichrechtmäßig und nicht nur vorrübergehend in</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland aufhalten, sollten auch sie Grundsicherungsleistungen beziehen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Ausdehnung des für die Regelversorgung vorgesehenen Anspruchs auf Sprachmittlung auf die Versorgung von wohnungslosen Ausländer*innen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>verschärfte Kontrollen zur Unterbindung illegaler Beschäftigung. Viele wohnungslose Menschen – v.a. aus dem osteuropäischen EU-Ausland – arbeiten in illegalen Beschäftigungsverhältnissen und erlangen keine Sozialversicherungsansprüche. Die Arbeitgeber sollen sich ihrer Verantwortung nicht länger entziehen können.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>gleichen Zugang zu allen Angeboten der Wohnungslosenhilfe – unabhängig von Staatsbürgerschaft undAufenthaltsstatus – unter Abänderung von § 23 Abs. 3/3a SGB XII (siehe Nationaler Aktionsplan)</li></ul></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Warum brauchen wir diesen Antrag?<br>
Immer mehr Menschen in Deutschland haben kein eigenes Zuhause. Das ist ein großes Problem. Besonders schlimm ist es für Menschen, die krank sind oder Hilfe bei der Pflege brauchen. Oft verlieren sie ihre Wohnung, weil sie Schulden haben oder keine Hilfe bei Behörden bekommen. Viele junge Erwachsene unter 25 Jahren sind ebenfalls betroffen.<br>
Wir fordern, dass alle Menschen Hilfe bekommen, egal aus welchem Land sie kommen. Es muss genug sichere Plätze für Frauen geben. Familien brauchen eine persönliche Begleitung, damit sie schnell wieder eine eigene Wohnung finden. Niemand soll aus Angst oder Scham ohne Hilfe bleiben müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>• Mehr Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung und Hilfe im Alltag.<br>
• Bessere medizinische Versorgung und Hilfe auch bei Suchterkrankungen.<br>
• Sicherere Finanzierungen für Hilfs-Angebote, damit diese überall in Deutschland gleich gut funktionieren.<br>
• Einen besseren Schutz für Familien und junge Menschen, damit sie nicht auf der Straße landen.<br>
• Besonderen Schutz für Frauen vor Wohnungslosigkeit. Auch Menschen, die andere Vorstellungen von Liebe und Geschlecht haben, müssen geschützt werden.<br>
• Auch Menschen aus dem Ausland müssen besser davor geschützt werden, keine Wohnung zu haben.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 08 Oct 2026 00:00:34 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>KI-03: Künstliche Intelligenz mit dem Menschen im Mittelpunkt</title>
                        <link>https://antraege.gruene.de/52bdk/kunstliche-intelligenz-mit-dem-menschen-im-mittelpunkt-52965</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 07.10.2026)</author>
                        <guid>https://antraege.gruene.de/52bdk/kunstliche-intelligenz-mit-dem-menschen-im-mittelpunkt-52965</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, lernen, entscheiden und miteinander kommunizieren. Sie ist eine technologische Revolution, die uns als Menschen herausfordert: Sie macht uns größer, weil sie als mächtiges Werkzeug unsere Fähigkeiten auf ungeahnte Weise erweitern kann. Sie macht uns kleiner, weil sie menschliche Arbeit ersetzen und menschliche Fähigkeiten in den Schatten stellen kann. Sie hat das Potenzial, unseren Alltag grundlegend zu verändern. KI berührt die zentrale Frage, wer wir als Menschheit sein wollen und können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Künstliche Intelligenz birgt viele Chancen für uns. KI hilft uns, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit voranzubringen und neue Aufgaben zu bewältigen. KI kann unseren Alltag von belastenden und monotonen Routineaufgaben befreien und Zeit für kreative, soziale und gesellschaftlich wichtige Aufgaben schaffen. KI kann für bis heute unheilbare Krankheiten Therapien und Medikamente entwickeln. KI kann neue Techniken in der Landwirtschaft und effektive Frühwarnsysteme für Extremwetter voranbringen. KI kann Kreislaufwirtschaft, die intelligente Steuerung von Energienetzen und Autonomes Fahren ermöglichen. Schon heute sehen wir, wie Millionen Menschen durch KI ihre Arbeit besser und effektiver machen. Die Liste der Chancen und Möglichkeiten lässt sich erweitern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>KI ist heute keine neutrale Technologie, sondern eine globale Machtstruktur: Wenige Konzerne bündeln Daten, Arbeitskraft, Energie und Rohstoffe aus aller Welt und damit eine immer größere wirtschaftliche und politische Macht. Die wiederkehrenden Sicherheitsvorfälle, bei denen KI-Agenten Firmensysteme und Regierungsportale hacken, verdeutlichen die bereits heute existierende Gefahr. Breitflächige Arbeitsplatzverluste würden Schicksale zerstören, den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden und die Finanzierung des Gemeinwesens schwächen. KI kann biologische Waffen verbreiten. KI kann die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge auf immer verwischen. KI kann Unternehmen und Gesellschaften so sehr schaden, dass manche die Auslöschung der Menschheit in wenigen Jahren vorhersehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Niemand kann seriös vorhersehen, wohin sich KI in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird. Wird die Menschheit dank KI irgendwann in einem müßiggängerischen Wohlstand leben, ohne zu arbeiten? Oder könnte eine immer autonomere und leistungsfähigere KI die Menschheit schlimmstenfalls auslöschen? Wir wissen es nicht. Ihre exponentiell wachsenden Fähigkeiten vermitteln uns ein Gefühl der Mächtigkeit und der menschlichen Ohnmacht zugleich. Damit an Stelle dieser Ohnmacht echte Gestaltungsmacht treten kann, müssen wir uns als Gesellschaft darüber verständigen, wie wir mit dieser Technik umgehen wollen. Wir dürfen die Gestaltungsmacht über diese Frage weder den Tech-Konzernen noch autoritären Regierungen überlassen. Die Politik ist gefragt, diesen Prozess zu gestalten. Das Ziel muss sein, die Chancen so zu vergrößern und die Risiken so zu minimieren, dass KI keine Gefahr für unsere Demokratie und die Menschheit darstellt, sondern dass sie dem Menschen und dem Gemeinwohl dient.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für uns als Grüne steht der Mensch mit seiner Würde und Freiheit im Mittelpunkt. Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die dies ermöglichen. Unsere Leitlinie ist, dass Künstliche Intelligenz innovativ, sicher, demokratisch und nachhaltig gestaltet sein muss. Das geht nur wenn wir eine europäisch souveräne KI ermöglichen und erschaffen. Die Selbstbestimmung des Menschen, die Kontrolle der KI durch den Menschen, die Selbstbehauptung Europas und die Einhaltung der Planetaren Grenzen müssen garantiert sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das bedeutet:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>KI muss von Menschen demokratisch kontrolliert werden und transparent funktionieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wer KI-Systeme entwickelt, anbietet oder einsetzt, muss für die damit verbundenen Risiken Verantwortung tragen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Entwicklung, der Einsatz und die Wertschöpfungsketten von KI müssen die europäische Souveränität mehren und dürfen nicht Abhängigkeiten von China oder den USA verstärken.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der wachsende Energie- und Ressourcenverbrauch durch Rechenzentren muss effektiv begrenzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Produktivitätsgewinne müssen den Menschen zugutekommen, und KI soll den Wohlstand der Breite der Gesellschaft vermehren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Diskriminierung durch KI verstößt gegen die Grundprinzipien unserer freien und demokratischen Gesellschaft. Wir bekämpfen sie entschlossen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss ist angesichts der rasanten technischen Entwicklungen nur der Anfang und nicht das Ende dieser Debatte in unserer Partei. Wir beauftragen daher den Bundesvorstand, das Thema Künstliche Intelligenz zu einem Arbeitsschwerpunkt für das Jahr 2027 zu machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>KI-Souveränität in Europa</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Europa hat den digitalen Wandel bisher aus guten Gründen als regulatorische Aufgabe betrachtet, aber dramatisch zu wenig in eigene technologische Kapazitäten investiert. Das hat zu erheblichen Abhängigkeiten von wenigen großen Konzernen geführt, die größtenteils von außerhalb Europas stammen und durch politische Einflussnahme aktiv die Demokratie und europäische Souveränität bekämpfen. KI-Souveränität muss deshalb zu einem strategischen Ziel europäischer Politik werden. Wir müssen unsere eigenen Kompetenzen, Infrastrukturen und KI-Lösungen stärken, kritische Abhängigkeiten verringern und dafür sorgen, dass der Einsatz von KI von unseren Werten von Freiheit, Demokratie, Transparenz und fairem Wettbewerb geleitet wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen europäische KI-Unternehmen dabei unterstützen, aus Forschung und Innovation tragfähige und international wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. In Europa entstehen bereits heute leistungsfähige und fortschrittliche KI-Modelle. Wir können diese Entwicklung verstärken und sie mit unseren bestehenden Stärken in den Bereichen Robotik, industrielle KI, Medizintechnik, Energietechnik und Klima kombinieren. Deswegen fordern wir im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU deutlich mehr Investitionen in Zukunftstechnologien wie KI. Hierfür müssen in den nächsten Jahren mindestens 100 Milliarden Euro für KI und die dafür erforderlichen digitalen Schlüsseltechnologien und Infrastrukturen bereitgestellt werden. Außerdem muss der Staat als verlässlicher Ankerkunde auftreten, um europäischen Anbietern Planungssicherheit zu geben und zugleich mit gutem Beispiel für eine souveräne, nachhaltige und innovationsfreundliche Beschaffung vorangehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auf deutscher und europäischer Ebene wollen wir durch offene Standards und verpflichtende Schnittstellen im digitalen Raum neue Märkte erschließen und insbesondere für den Mittelstand fairere Wettbewerbsbedingungen gegenüber großen US-amerikanischen Technologiekonzernen schaffen. Dafür müssen der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA) auf europäischer und nationaler Ebene konsequent, strikt und frei von politischer Einflussnahme angewandt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Sichere KI durch klare Verantwortung und unabhängige Kontrolle</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer KI-Systeme entwickelt, anbietet oder einsetzt, muss für die damit verbundenen Risiken Verantwortung tragen. Unternehmen dürfen sich nicht hinter der vermeintlichen Autonomie eines KI-Agenten und intransparenten AGB verstecken können. Deshalb wollen wir die bestehenden Haftungsregeln so anpassen, dass auch bei selbstständig handelnder KI klar ist, wer für Schäden verantwortlich ist. Es braucht auch im nationalen Recht eine eindeutige Verantwortlichkeit von Entwicklern und Betreibern, eine erleichterte Beweisführung für Geschädigte, ein Klagerecht für Verbände sowie eine angemessene finanzielle Absicherung beziehungsweise Versicherung für besonders risikoreiche Systeme.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Unternehmen sollte nicht allein darüber entscheiden dürfen, ob das eigene KI-System sicher genug ist. Wir brauchen unabhängige Kontrolle und staatliche KI-Sicherheitsinstitute, die auf Augenhöhe mit den Tech-Konzernen agieren können – und das national, europäisch und international. Das neue deutsche KI-Sicherheitsinstitut (AISI) muss zu einer leistungsfähigen und unabhängigen Evaluierungseinrichtung ausgebaut werden, die über Personal, Compute, technischen Modellzugang und Expertise verfügt, um besonders leistungsfähige KI-Systeme unabhängig zu untersuchen. Das europäische AI-Office braucht Zugang zu KI-Modellen, die bereits auf dem Markt sind oder deren Markteinführung getestet wird, damit die Kommission entscheiden kann, ob bestimmte Modelle stärker reguliert oder gar verboten werden sollen. Die bestehenden Eingriffsmöglichkeiten des EU AI Acts müssen konsequent angewandt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beim Einsatz von KI-Anwendungen in Sicherheitsbehörden ist ein Höchstmaß an Vorsicht zwingend geboten. Technologie- und Datensouveränität sowie demokratische Kontrolle müssen zu jeder Zeit sichergestellt werden. Aus gutem Grund verbietet der EU AI Act Anwendungen, die mit erheblichen Risiken verbunden sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Nachhaltige KI in Einklang mit der Gesellschaft </h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine flächendeckend gut ausgebaute digitale Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für ein digital funktionierendes Land und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Für die Entwicklung und Nutzung leistungsfähiger und souveräner KI benötigen wir deshalb mehr Rechenleistung und mehr Rechenzentren in Europa. Gleichzeitig dürfen wir nicht ausblenden, dass Rechenzentren erhebliche Mengen an Fläche, Wasser und Energie verbrauchen. Wir stärken die Energie- und Ressourceneffizienz in der Entwicklung und Anwendung von KI, indem wir Transparenz über Verbrauch schaffen, effiziente Modelle gezielt belohnen und Rechenzentren konsequent an die Energiewende koppeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Rechenzentren müssen vorrangig dort gebaut werden, wo ihre Abwärme sinnvoll genutzt werden kann und ausreichend Strom- und Netzkapazitäten vorhanden sind. Sicherheitsrelevante Rechenzentren müssen in europäischem Besitz sein. Nachhaltige, ressourcenschonende Rechenzentren sollen bei der Vergabe von Netzanschlüssen präferiert werden. Wir lehnen fossile Stromerzeugung auf dem Gelände neuer Rechenzentren ab. Anstatt landwirtschaftlicher oder ökologisch wertvoller Flächen sollten zuerst vorhandene Industriebrachen bebaut werden. Intransparente Verträge, mangelnde Information von Stadt- und Gemeinderäten und Verschwiegenheitsverpflichtungen stehen diesem Ziel grundsätzlich entgegen und schaden der Akzeptanz solcher Projekte. Die geplante Wassernutzung und der geplante Stromverbrauch müssen vor der Genehmigung unabhängig bestimmt und auch im Betrieb laufend öffentlich gemacht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die vom Bau von Rechenzentren betroffenen Kommunen müssen angemessen an der entstehenden Wertschöpfung beteiligt werden. Rechenzentren beanspruchen erhebliche lokale Ressourcen, schaffen gleichzeitig aber vergleichsweise wenige Arbeitsplätze. Dadurch profitieren Standortgemeinden bislang nur begrenzt über die Gewerbesteuer. Es ist wichtig, dass die Kommunen stärker und angemessener an den wirtschaftlichen Erträgen der Rechenzentren beteiligt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Zukunft der Arbeit: Neue Jobs schaffen, Würde menschlicher Arbeit bewahren</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Künstliche Intelligenz wird unsere Arbeitswelt verändern. Wir wollen diesen Wandel gestalten und die Produktivitätsgewinne von KI nutzen, ohne die sozialen und wirtschaftlichen Risiken allein auf die Beschäftigten abzuwälzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür brauchen wir einen verlässlichen Transformationsschutz. Wo KI Arbeitsplätze oder Tätigkeitsprofile grundlegend verändert, muss die Präferenz gelten: Qualifizierung und interne Weiterbeschäftigung haben Vorrang vor Arbeitsplatzabbau. Beschäftigte und Betriebsräte sollten bei größeren und relevanten KI-bedingten Umstrukturierungen frühzeitig informiert und einbezogen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beschäftigte müssen die Möglichkeit erhalten, sich auf neue Anforderungen vorzubereiten und die durch KI veränderte Arbeitswelt aktiv mitzugestalten, um dem Gefühl der Ohnmacht vorzubeugen. Die Grenzen beim Einsatz von KI zur Überwachung von Beschäftigten oder in Entscheidungen über Aufgabenverteilung, Leistungsbewertung oder Personalentscheidungen im AI Act sind einzuhalten. Beschäftigte und Betriebsräte müssen beim Einsatz solcher Systeme frühzeitig informiert werden und wirksam mitbestimmen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Souveräne KI braucht kluge und fähige Köpfe. Daher braucht es eine breit angelegte IT-Fachkräfteoffensive, mit der wir MINT-Fächer in den Schulen stärken, IT-Studiengänge ausbauen und Frauen und Quereinsteiger*innen gezielt gewinnen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Gewinne aus höherer Produktivität dürfen nicht ausschließlich bei den Unternehmen anfallen, während Beschäftigte das Risiko des Strukturwandels tragen. Durch kapitalgedeckte Komponenten in den sozialen Sicherungssystemen wie der Rente und einen Ausbau der Mitarbeiterkapitalbeteiligung können Beschäftigte an den Produktivitätsgewinnen teilhaben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Finanzierung des Gemeinwesens im digitalen Zeitalter</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Große Digitalkonzerne wie Amazon, Apple, Microsoft und Meta gehören zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Zugleich tragen ihre Geschäftsmodelle in Deutschland bislang nicht angemessen zur Finanzierung unseres Gemeinwesens bei. Wir fordern deshalb eine nationale Digitalsteuer.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sollten sich Szenarien bewahrheiten, nach denen menschliche Arbeit durch den zunehmenden Einsatz von KI und Robotern in erheblichem Umfang verdrängt wird, müssen wir auch über die Zukunft unserer Steuer- und Sozialsysteme sprechen. Wenn ein wachsender Teil der Wertschöpfung durch Software, Daten, KI-Token und automatisierte Systeme entsteht, kann die Finanzierung des Gemeinwesens nicht dauerhaft primär auf der Besteuerung menschlicher Arbeit beruhen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denkbar sind deshalb beispielsweise eine Besteuerung von KI-Token oder der durch KI und Robotik entstehenden Wertschöpfung, Abgaben auf besonders ressourcenintensive Recheninfrastruktur oder höhere Körperschaftssteuern für besonders automatisierte Unternehmen und niedrigere für besonders arbeitsintensive Unternehmen. Dadurch würde menschliche Arbeit für Unternehmen wieder attraktiver und der Umbruch in der Arbeitswelt könnte sozial verträglicher gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Auswirkungen auf menschliche Schaffenskraft, Lernen und Kreativität</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>KI berührt die materiellen und geistigen Grundlagen unseres Zusammenlebens. Sie verändert die Art, wie wir die Welt sehen und verstehen. Sie kann unser Wissen, unsere Schaffenskraft und unsere Fantasie auf ungeahnte Weise bereichern. Aber sie läuft auch Gefahr, die geistigen Leistungen der Vielen in den Dienst des Gewinns Weniger zu stellen. Ihre Fähigkeit, nahezu unbegrenzt und in hoher Geschwindigkeit Bilder, Töne und Texte hervorzubringen, kann uns abhängig und manipulierbar machen. Politik, Bildung und Wissenschaft müssen darauf Antworten finden – und werden gleichzeitig selbst von der KI verändert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bildung muss den Umgang mit KI für alle Altersgruppen lehren. Dazu gehört die Beherrschung ihrer Instrumente und der verantwortungsvolle Umgang mit ihren Produkten. Dazu gehört es aber auch, weiterhin die klassische Bildung, analoge Techniken und handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Kunst und Kultur, Medien und Journalismus müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen gestärkt werden, insbesondere das Urheber- und Persönlichkeitsrecht. Wir wollen bei der Verwendung urheberrechtlich geschützter Daten für KI-Systeme erreichen, dass Urheber*innen ihre Rechte und Vergütungsansprüche, zum Beispiel durch Lizenz- oder Abgabenmodelle, künftig durchsetzen können. Die europäischen Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte müssen konsequent umgesetzt und durchgesetzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In der Wissenschaft braucht es angesichts der Flutwelle von KI-erzeugten Forschungspapieren klare Standards, neue Mechanismen zur Qualitätsprüfung und zur Entscheidung über Forschungsförderung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>KI-Zusammenfassungen und Chatbots prägen zunehmend, wie wir Nachrichten wahrnehmen. Das öffnet die Tür für Manipulationen von Algorithmen für Falschinformation und zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Durch unabhängige und transparente KI-Modelle, eine Stärkung des unabhängigen Journalismus sowie klare Regeln auf der Grundlage europäischer Werte gehen wir dagegen vor.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2>Internationale Kooperation stärken und KI als Menschheitsaufgabe bewältigen</h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Wettstreit um die leistungsfähigste Künstliche Intelligenz zwischen den USA und China weist in bestimmten Aspekten Parallelen zum atomaren Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion während des Kalten Krieges auf. Wie damals besteht auch heute für konkurrierende Staaten und Unternehmen nur ein begrenzter Anreiz, bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer und autonomerer Systeme einseitig Zurückhaltung zu üben. Viele der Milliardäre an der Spitze dieser Industrie sympathisieren offen mit autoritären, teils faschistoiden Ideen und bekämpfen Demokratie durch politische Einflussnahme und Social-Media-Algorithmen, die extremistische Parteien bevorzugen. Die Risiken einer unkontrollierten Entwicklung reichen weit über die Grenzen einzelner Staaten hinaus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Konsequenz daraus müssen verbindliche internationale Regeln, Rahmenbedingungen und Kooperation sein. Zuerst müssen wir unsere Kräfte mit anderen Ländern, die KI sicher, demokratisch und transparent einsetzen und entwickeln wollen, besser bündeln und so Märkte und Innovationspotenzial vergrößern. Dies geschieht im Rahmen der finnischen Initiative und muss konsequent durch die Bundesregierung unterstützt werden. Im nächsten Schritt wollen wir verbindliche internationale Regeln für besonders leistungsfähige KI-Systeme entwickeln. Dazu können auch völkerrechtliche Vereinbarungen über gemeinsame Sicherheitsstandards, Transparenz, unabhängige Evaluation und internationale Aufsicht gehören. Ein solcher Rahmen sollte sich an den Erfahrungen bestehender internationaler Atomkontrolle durch die IAEA oder Rüstungskontroll- und Nichtverbreitungsregime orientieren, ohne deren Instrumente unbesehen auf eine grundlegend andere Technologie zu übertragen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland sollte sich gemeinsam mit seinen europäischen und internationalen Partnern für ein befristetes globales Moratorium für die Weiterentwicklung der leistungsfähigsten Frontier-KI Modelle und einen Ausschluss von rekursiver Selbstverbesserung einsetzen, solange zentrale Sicherheitsfragen nicht hinreichend geklärt sind. Ein solches Moratorium darf ausdrücklich kein allgemeiner KI-Stopp sein und muss europäischen Firmen ein Aufholen zum Stand der Technik ermöglichen, um uns aus der Abhängigkeit von amerikanischen Systemen zu lösen. Die Nutzung bestehender KI-Systeme, Sicherheitsforschung, unabhängige Evaluation und die Entwicklung sicherheitsfördernder Anwendungen müssen davon ausgenommen bleiben. Ziel ist vielmehr eine Atempause bei der Entwicklung der leistungsfähigsten Systeme, damit Sicherheitsforschung und Regulierung mit der technischen Entwicklung Schritt halten können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen verhindern, dass ein globales Wettrennen um immer leistungsfähigere und autonomere KI-Systeme entsteht, bevor wir wissen, wie wir die damit verbundenen Risiken beherrschen können. Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen. Damit diese Chancen tatsächlich den Menschen zugutekommen, muss aber eines immer gelten: Die Entwicklung der Technologie darf nicht schneller sein als unsere Fähigkeit, sie demokratisch zu kontrollieren. Der Mensch muss immer im Mittelpunkt bleiben.</p></div></div><h2>Einfache Sprache</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Künstliche Intelligenz mit dem Menschen im Mittelpunkt<br><br>
Künstliche Intelligenz (KI) verändert unser Leben. Sie hilft uns bei der Arbeit, beim Lernen und bei vielen Entscheidungen. KI bietet große Chancen, bringt aber auch Risiken mit sich. Deshalb müssen wir gemeinsam entscheiden, wie wir mit ihr umgehen.<br><br>
Für die Grünen soll KI sicher, demokratisch, umweltfreundlich und fortschrittlich sein. Dafür muss Europa eigene KI entwickeln.<br><br>
Folgende Punkte sind uns besonders wichtig:<br><br>
KI darf nicht allein von großen Konzernen oder autoritären Staaten bestimmt werden. Menschen und demokratische Parlamente müssen über den Einsatz von KI entscheiden können.<br><br>
Wenn KI einen Schaden verursacht, muss klar sein, wer dafür verantwortlich ist und haftet. Unabhängige Stellen sollen KI-Systeme prüfen. Sie sollen auch dafür sorgen, dass die Sicherheitsregeln eingehalten werden.<br><br>
In Europa müssen eigene KI-Technologien entwickelt werden. So werden wir weniger abhängig von Unternehmen aus den USA und China. Dafür braucht es mehr Investitionen in Forschung, Unternehmen und digitale Infrastruktur, also zum Beispiel schnelles Internet und Rechenzentren.<br><br>
KI braucht viel Strom, Wasser und Rechenzentren. Deshalb muss sie möglichst sparsam und umweltfreundlich entwickelt werden. Neue Rechenzentren sollen an geeigneten Orten gebaut werden. Dort muss genug Strom vorhanden sein. Die Wärme der Rechenzentren soll möglichst genutzt werden.<br><br>
Auch die Arbeitswelt wird sich verändern. Beschäftigte sollen bei Veränderungen durch KI früh informiert und beteiligt werden. Weiterbildung und neue Arbeitsplätze sollen Vorrang vor Entlassungen haben. Wenn Unternehmen durch KI mehr Geld verdienen, sollen auch die Menschen davon profitieren.<br><br>
Alle Menschen sollen lernen, KI sicher und verantwortungsvoll zu nutzen. Gleichzeitig bleiben klassische Bildung, Kreativität und handwerkliche Fähigkeiten wichtig.<br><br>
Künstlerinnen, Autoren und andere Urheber müssen geschützt werden. Wenn KI ihre Werke nutzt, sollen sie dafür angemessen bezahlt werden. Inhalte, die von KI erstellt wurden, müssen erkennbar sein. Auch unabhängiger Journalismus und KI-Systeme, bei denen nachvollziehbar ist, wie sie arbeiten, sind wichtig, damit Falschinformationen nicht die öffentliche Meinung manipulieren.<br><br>
KI kann in allen Ländern entwickelt und eingesetzt werden. Dafür brauchen wir internationale Regeln. Diese Regeln sollen besonders starke KI-Systeme betreffen. KI muss sicher sein. Es muss klar sein, wie sie funktioniert. Unabhängige Stellen müssen sie kontrollieren.<br><br>
KI soll dem Menschen dienen – nicht umgekehrt. Wir müssen KI kontrollieren können. Deshalb darf sich KI nicht schneller entwickeln, als wir Regeln für ihren sicheren Einsatz schaffen können. Die Entwicklung von KI darf deshalb nicht zu schnell vorangehen. Der Mensch muss immer im Mittelpunkt bleiben.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 07 Oct 2026 23:20:42 +0200</pubDate>
                    </item></channel></rss>