| Veranstaltung: | 52. Bundesdelegiertenkonferenz Berlin |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | KI TOP 12 - KI-Strategie |
| Antragsteller*in: | BAG Digitales und Medien | BAG Demokratie und Recht | BAG Kultur (dort beschlossen am: 03.10.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 07.10.2026, 14:29 |
KI-02: Dem gesellschaftlichen Wandel durch Künstliche Intelligenz wirksam begegnen
Antragstext
Der rasante Fortschritt und die flächendeckende Verbreitung von Systemen
Künstlicher Intelligenz (KI) verändern unsere Gesellschaft, die Arbeitswelt,
unsere Bildungs- und Kulturlandschaft sowie das Funktionieren unserer Demokratie
grundlegend. KI birgt enorme Chancen für Innovation, Effizienz und die
ökologische Transformation, wirft jedoch gleichzeitig drängende Fragen der
sozialen Gerechtigkeit, der Grundrechtssicherung und der Machtkonzentration auf.
Unser Kompass ist klar: Technologie muss dem Menschen, dem Gemeinwohl und der
Ökologie dienen – nicht umgekehrt. Wir gestalten den digitalen Wandel aktiv und
sichern ihn durch klare rechtsstaatliche und soziale Leitplanken ab. Unsere
Schwerpunkte liegen auf der Wahrung der Bürger*innen- und Persönlichkeitsrechte,
der Stärkung der sozialen Sicherheit, dem Schutz menschlicher Kreativität sowie
der Verankerung europäischer technologischer Souveränität.
- Betriebliche Mitbestimmung und Tarifautonomie sichern: Autonom
entscheidende KI-Systeme dürfen Mitbestimmungsrechte und Tarifstrukturen
nicht untergraben. Wir fordern verbindliche Mitbestimmungsrechte für
Betriebs- und Personalräte bei der Einführung, Gestaltung und Überwachung
von KI-Systemen am Arbeitsplatz.
- Arbeitszeitverkürzung erproben: In Branchen, die stark von KI-
Automatisierung betroffen sind, wollen wir Modelle der
Arbeitszeitverkürzung (wie die 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich)
erproben, um Produktivitätsgewinne den Beschäftigten zugute kommen zu
lassen und Arbeit gerecht zu verteilen. Gleichzeitig steigt die kognitive
Arbeitsbelastung von KI-unterstützten Mitarbeitenden. Wir fordern die
Erforschung von neuen Arbeitsmodellen, Burnout-Prävention und Gestaltung
von Pausenzeiten.
- Sozialverträgliche Übergänge gestalten:
- KI-Übergangsgeld: Wer den Arbeitsplatz durch KI-Automatisierung
verliert und eine Qualifizierung beginnt, erhält für bis zu 6 Monate
ein KI-Übergangsgeld in Höhe von 80 % des letzten Nettoeinkommens. - Erweitertes Kurzarbeitergeld: Verlängerung des Kurzarbeitergeldes
auf bis zu 14 Monate bei KI-bedingten Weiterbildungs- und
Umschulungsmaßnahmen. - Atypische Beschäftigungsformen absichern: Wir fordern die Ausweitung
der Arbeitslosenversicherung auf alle Erwerbsformen und flexiblere
Anspruchsvoraussetzungen, die auch kurzzeitige Beschäftigung
berücksichtigen, z.B. für Freiberufler*innen und Solo-Selbständige.
- KI-Übergangsgeld: Wer den Arbeitsplatz durch KI-Automatisierung
- Zukunftsfeste Finanzierung der Sozialsysteme: Die Automatisierung darf
nicht zum Austrocknen der Sozialkassen führen. Wir fordern eine
regelmäßige Prüfung der Auswirkungen von KI auf Löhne und Sozialabgaben,
wirksame Gegenmaßnahmen (z.B. Wertschöpfungsabgabe, Besteuerung von
Automatisierungsgewinnen) und Transparenzberichte von Unternehmen über den
Einsatz von KI und die Folgen für Beschäftigung und Löhne.
KI-Kompetenz ist eine Schlüsselqualifikation für die gesellschaftliche und
berufliche Teilhabe aller Menschen. Zugleich kann KI Fachwissen untergraben und
Arbeitsautomonie einschränken. Dem gilt es mit Weiterbildungsangeboten
entgegenzuwirken, um menschliche Schlüsselkompetenzen wie kritisches Denken,
Streben nach Verbesserung und Kreativität zu fördern.
- Recht auf Weiterbildung umsetzen: Lebenslanges Lernen muss ein
garantierter Anspruch sein. Durch das grüne Weiterbildungskonto und einen
gesetzlichen Anspruch auf Bildungszeit ermöglichen wir Erwerbstätigen die
selbstbestimmte und unbürokratische Finanzierung von
Qualifizierungsmaßnahmen. Dabei gilt es, geschlechtsspezifische und
diversitätssensible Bedarfe zu berücksichtigen. Gezielte Förderprogramme,
Mentoring und barrierefreie Zugänge können ausgleichen, dass Frauen und
marginalisierte Gruppen in digitalen Berufen unterrepräsentiert sind.
- Digitale Grundbildung an Schulen verankern: Verpflichtende Verankerung
digitaler Grundbildung und KI-Medienkompetenz in allen Schulcurricula und
Schulformen. Dazu gehören eine flächendeckende Aus- und
Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte sowie die Bereitstellung der
notwendigen IT-Ausstattung an Schulen und Hochschulen. Der Zugang zum
Lehramt für die freie medienpädagogische Szene wird entbürokratisiert.
- Transparenz und Kennzeichnungspflicht:
- Konsequente, leicht überprüfbare Kennzeichnungspflicht für KI-
generierte Inhalte im Sinne des EU AI Act nicht nur für kritische
Bereiche (unter anderem zum Schutz vor Deepfakes und
Desinformation). - Vollständige Offenlegung der verwendeten Trainingsdaten durch KI-
Entwickler*innen.
- Konsequente, leicht überprüfbare Kennzeichnungspflicht für KI-
- Fairer Schutz geistigen Eigentums & Autorisierungsregister:
- Urheber*innen und Rechteinhaber*innen müssen selbst entscheiden
können, ob ihre Werke als Trainingsdaten genutzt werden dürfen. Wir
setzen uns für ein Opt-In Prinzip und ein öffentlich zugängliches
Autorisierungsregister ein; hier sind die Entscheidungen der
Urheber*innen dokumentiert. Trainingsdaten müssen offengelegt
werden, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu sichern. - Beim Text and Data Mining (§ 44b UrhG) fordern wir eine gesetzliche
Vergütungspflicht für die Nutzung geschützter Werke zu KI-
Trainingszwecken.
- Urheber*innen und Rechteinhaber*innen müssen selbst entscheiden
- Schutz der Persönlichkeitsrechte: Wir fordern einen strikten rechtlichen
Schutz vor der unberechtigten digitalen Nachbildung oder Synthetisierung
von Stimme, Gesicht, Bewegungsmuster und Körpersprache eines Menschen. Bei
KI-generierten Medien können menschliche Darsteller*innen und
Künstler*innen oder Politiker*innen besonders betroffen sein.
Ein freier, unabhängiger und vielfältiger Journalismus ist als „vierte Gewalt“
ein unverzichtbares Fundament unserer Demokratie. Der Einsatz von KI verändert
die Medienlandschaft tiefgreifend: Neben Chancen für Recherche und Datenanalyse
birgt die Technologie immense Gefahren durch automatisierte Falschinformationen,
Manipulation und den wirtschaftlichen Verfall der Medienvielfalt.
- Menschliche Redaktionsverantwortung verankern: KI kann Medienmacher*innen
bei der Arbeit unterstützen, aber niemals journalistische
Sorgfaltspflicht, Unabhängigkeit und Haltung ersetzen. Die finale
redaktionelle und rechtliche Verantwortung für alle veröffentlichten
Inhalte muss zwingend und unvertretbar beim Menschen liegen.
- Umfassende Kennzeichnungspflicht & Schutz vor Deepfakes: Um die
Bevölkerung vor Desinformation zu schützen und das Vertrauen in die freie
Presse zu sichern, fordern wir eine strikte, leicht verständliche
Kennzeichnungspflicht für KI-generierte oder synthetisch veränderte Texte,
Audio- und Videoinhalte (Deepfakes) im Medienbereich. Die Aufsicht
hierüber muss weiterhin unabhängig und staatsfern erfolgen.
- Medienvielfalt und Lokaljournalismus sichern: Der KI-gestützte Trend zu
billig produzierter Massenware bedroht Qualitätsmedien und insbesondere
den Lokal- und Recherchejournalismus. Wir setzen uns für eine staatsferne,
gemeinwohlorientierte Medien- und Journalismusförderung ein, um die
Vielfalt der Medienlandschaft zu erhalten.
- Algorithmentransparenz bei Plattformen durchsetzen: Große Tech-Plattformen
und soziale Netzwerke dürfen ihren Content nicht über intransparente KI-
Systeme steuern, die Polarisierung, Wut und Desinformation belohnen. Wir
fordern die Durchsetzung klarer Kriterien zur Transparenz von
Empfehlungsalgorithmen sowie ein konsequentes Vorgehen gegen
automatisierte KI-Botnetzwerke. Nutzer*nnen sozialer Medien sollten selbst
entscheiden können, welche Inhalte er*sie sieht, indem entsprechende
Filter gesetzt werden können. Insbesondere sollten KI-generierte Inhalte
gesperrt werden können.
- Digitalabgabe und Transformationsfonds: Einführung einer europäisch
abgestimmten Digitalabgabe auf Werbe- und Modellumsätze großer Tech-
Konzerne, um deren Übergewinne angemessen zu beteiligen. Die Einnahmen
fließen zweckgebunden in einen Transformationsfonds Arbeit und Soziales
zur Finanzierung von Qualifizierungsinitiativen und digitaler
Infrastruktur.
- Abhängigkeiten vermeiden – "Public Money, Public Code": Die öffentliche
Verwaltung und der Bildungssektor dürfen sich nicht in die Abhängigkeit
proprietärer Monopolanbieter begeben (Vendor Lock-in). Wir fordern den
vorrangigen Einsatz und die Förderung von Open-Source-Software und offenen
Schnittstellen.
- Verbot der verhaltensbasierten Überwachung in Betrieben, sofern nicht zur
Sicherheit (z.B. in Hochrisikobereichen) zwingend erforderlich: Das
Erfassung von Leistungsdaten oder biometrischen Informationen birgt das
Risiko der totalen Überwachung. Grundrechte wie das Recht auf
informationelle Selbstbestimmnung dürfen nicht verletzt werden.
Beschäftigte haben ein Recht auf Transparenz zur Erhebung von Daten und
zum Recht auf Widerspruch.
- Verbot von Massenüberwachung und biometrischer Erkennung: Wir lehnen die
flächendeckende biometrische Gesichtserkennung im öffentlichen Raum,
automatisierte Gefühlserkennung sowie Systeme zur vorausschauenden
Polizeiarbeit (Predictive Policing) und zur verdachtslosen Rasterfahndung
strikt ab. Sie führen zu Generalverdacht und Diskriminierung.
- Keine Palantir-Software in Sicherheitsbehörden:
- Wir fordern die umgehende Kündigung bestehender Verträge und das
Verbot des Einsatzes von Software-Lösungen des US-Konzerns Palantir
(wie Gotham oder Foundry) sowie vergleichbarer Anwendungssoftware
bei Polizei- und Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern. - Geschäftsmodelle, die auf Datenmonopolen, intransparenten
Algorithmen und der Auswertung sensibelster Bürger*innendaten durch
US-Tech-Oligarchen beruhen, sind mit den europäischen
Datenschutzstandards und dem Rechtsstaat unvereinbar.
- Wir fordern die umgehende Kündigung bestehender Verträge und das
- Heimische und europäische IT-Lösungen für die Strafverfolgung: Software
zur digitalen Datenanalyse in der Strafverfolgung muss zwingend aus
Deutschland oder der Europäischen Union stammen. Sie muss quelloffen (Open
Source), unabhängig auditiert, datensparsam und strikt an die Grundrechte
und die europäische Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) gebunden sein.
Im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz darf sich Europa weder in
einseitige technologische Abhängigkeiten von US-amerikanischen Big-Tech-
Konzernen begeben noch autokratischen Überwachungsmodellen folgen. Europäische
Digitale Souveränität ist die Voraussetzung für Selbstbestimmung,
Zukunftsfähigkeit und den Schutz unserer Werte.
- Aufbau europäischer KI-Infrastrukturen: Wir fordern den massiven Auf- und
Ausbau eigener europäischer Cloud- und Rechenkapazitäten in öffentlicher
und gemeinwohlorientierter Trägerschaft. Wir unterstützen den Aufbau
regionaler KI-Kompetenzzentren und KI-Hubs, die Start-ups,
Forschungseinrichtungen und Unternehmen vernetzen.
- Der "European Way of AI": Europa muss seinen Weg als globaler
Standardsetzer weitergehen. Die Kombination aus dem EU AI Act, der DSGVO,
einer konsequenten Green-AI-Strategie (energieeffiziente Rechenzentren und
nachhaltige Hardware) sowie einem starken Schutz der Bürger*innen- und
Urheber*innenrechte bildet das Markenzeichen einer vertrauenswürdigen,
nachhaltigen und menschenzentrierten Künstlichen Intelligenz.
Einfache Sprache
Künstliche Intelligenz (KI) gerecht und sicher gestalten
Präambel und unser Ziel
Künstliche Intelligenz verändert unser Leben, unsere Arbeit, Bildung, Kultur und
Demokratie. KI bringt viele Chancen: Sie kann Innovation fördern, die Arbeit
effizienter machen und die ökologische Wende unterstützen.
Aber es gibt dabei wichtige Fragen: Wie bleibt unsere Gesellschaft gerecht? Wie
schützen wir Grundrechte? Wie verhindern, dass Wenige zu viel Macht allein
haben?
Unser Ziel ist klar: Technologie muss den Menschen dienen. Sie muss dem
Gemeinwohl und der Ökologie dienen. Nicht umgekehrt.
Wir wollen den digitalen Wandel aktiv gestalten. Dafür brauchen wir klare,
soziale Regeln.
Unsere Schwerpunkte sind:
Schutz der Bürger*innen- und Persönlichkeitsrechte
Stärkung der sozialen Sicherheit
Schutz menschlicher Kreativität
Europäische technologische Souveränität
Arbeit, Mitbestimmung und soziale Sicherheit bei KI
KI und Maschinen übernehmen oft Aufgaben von Menschen. Das darf nicht dazu
führen, dass nur wenige reich werden.
Gewinne müssen gerecht verteilt werden. Die Menschen müssen sicher in ihrem Job
sein.
Mitbestimmung und Tarifverträge
KI-Systeme dürfen keine Rechte von Arbeiter*innen wegnehmen.
Betriebs- und Personalräte müssen bei der Einführung, Gestaltung und Kontrolle
von KI-Systemen mitentscheiden.
Arbeitszeit und Gesundheit
KI macht die Arbeit oft schneller. Das soll den Beschäftigten helfen.
In Branchen mit viel KI wollen wir die Arbeitszeit verkürzen (zum Beispiel 4-
Tage-Woche bei gleichem Lohn).
Gleichzeitig wollen wir neue Arbeitsmodelle erforschen und auch, wie man KI-
Stress und Burnout verhindert und Pausen besser gestaltet.
Sicherer Übergang in neue Jobs
Wenn Menschen ihren Job durch KI verlieren, brauchen sie Hilfe.
Wir fordern:
- KI-Übergangsgeld: Wer eine neue Qualifizierung beginnt, bekommt für bis zu 6
Monate 80 % vom letzten Netto-Lohn.
- Mehr Kurzarbeitergeld: Bei Weiterbildungen und Umschulungen wegen KI soll es
bis zu 14 Monate gelten.
- Schutz für alle: Auch Freiberufler*innen und Solo-Selbständige sollen in die
Arbeitslosenversicherung kommen.
Finanzierung der Sozialsysteme
Wenn Maschinen die Arbeit machen, fließen weniger Sozialabgaben in die Kassen.
Um das auszugleichen, fordern wir
:
- regelmäßige Prüfung der Auswirkungen auf Löhne und Abgaben
- Gegenmaßnahmen, zum Beispiel eine Abgabe auf Gewinne durch Automatisierung
- transparente Berichte der Firmen über den KI-Einsatz und Folgen für die
Arbeitsplätze und Löhne
Sicherheit ohne Druck
Wir wollen eine sanktionsfreie Garantiesicherung. Das bedeutet: Hilfe ohne
Strafen. So haben Menschen Sicherheit bei beruflichen Veränderungen.
Bildung, Weiterbildung und lebenslanges Lernen
Wer KI versteht, kann besser am Beruf und an der Gesellschaft teilnehmen.
KI kann aber auch dazu führen, dass Fachwissen und selbstständiges Arbeiten
verloren gehen. Deshalb müssen wir Menschen fördern.
Wir wollen kritisches Denken, Kreativität und den Willen zur Verbesserung
stärken.
Recht auf Weiterbildung
Lernen über das ganze Leben hinweg muss ein Recht für alle sein.
Wir fordern:
- ein grünes Weiterbildungskonto für selbstbestimmte und finanzierte Fortbildung
- gesetzlichen Anspruch auf Bildungszeit
- Förderprogramme, Mentoring und barrierefreie Zugänge, damit Frauen und
marginalisierte Gruppen in digitalen Berufen besser vertreten sind.
Digitale Bildung an Schulen
Alle Schüler*innen müssen lernen, wie man digitale Medien und KI richtig nutzt.
Das gehört fest in den Lehrplan an allen Schulen.
Dafür brauchen wir:
- Programme zur Aus- und Fortbildung von Lehrkräften
- gute Computer und Technik an allen Schulen und Hochschulen
- weniger Bürokratie für Medien-Pädagog*innen, die Lehrer*innen werden wollen
KI-Wissen für alle Bürger*innen
Wir wollen eine bundesweite Kompetenz-Offensive mit einfachen Angeboten für alle
Bürger*innen und einem Gutschein-System.
So können alle lernen, KI sicher, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen.
Flexible Lern-Formate
Wir fördern kurze und flexible Kurse (zum Beispiel Online-Kurse), besonders für
Menschen, deren Jobs sich durch KI stark verändern.
Ökologische KI (Green AI)
Dass KI viel Energie und Ressourcen verbraucht, muss Teil der Bildung sein.
Die Menschen sollen lernen, welchen ökologischen Fußabdruck KI hat und wie KI
helfen kann, Umwelt und Klima zu schützen.
Kunst, Kultur und Urheberrecht: Menschliche Kreativität schützen
Kreativität und Kunst kommen aus menschlicher Erfahrung. KI kann Künstler*innen
helfen, darf sie und ihre Werke aber nicht ersetzen oder entwerten.
Urheberrecht nur für Menschen
Nur Werke von Menschen sind urheberrechtlich geschützt.
Inhalte, die nur von einer KI erstellt wurden, bekommen keinen Schutz.
Transparenz und Kennzeichnung
Man muss sofort sehen, ob ein Inhalt von einer KI erstellt wurde. Das muss klar
und einfach überprüfbar sein. Das schützt uns vor Fake-Videos (Deepfakes) und
falschen Informationen.
KI-Entwickler*innen müssen offenlegen, welche Daten sie zum Trainieren der KI
genutzt haben.
Fairer Schutz und Bezahlung
Urheber*innen müssen selbst entscheiden, ob ihre Werke zum Trainieren von KI
genutzt werden dürfen (Opt-In-Prinzip). Diese Entscheidungen sollen in einem
öffentlichen Register stehen.
Wenn geschützte Werke für KI-Training genutzt werden, müssen die Urheber*innen
dafür Geld bekommen.
Starke Verwertungsgesellschaften
Organisationen wie die GEMA, VG Wort oder VG Bild-Kunst müssen gestärkt werden,
um gegenüber großen Tech-Konzernen faire Verträge und Bezahlungen für die
Künstler*innen durchzusetzen.
Schutz der Persönlichkeitsrechte
Niemand darf die Stimme, das Gesicht oder die Bewegungen eines Menschen mit KI
kopieren, ohne dass dieser zugestimmt hat. Das ist besonders wichtig für
Künstler*innen, Darsteller*innen und Politiker*innen.
Medien und Journalismus: Freie Presse stärken, Falschinformationen
bekämpfen
Freie Medien sind das Fundament unserer Demokratie. KI bietet Chancen bei der
Recherche, aber auch Gefahren durch Manipulation und wirtschaftlichen Druck.
Menschen müssen Verantwortung tragen
KI kann Journalist*innen unterstützen, darf aber Sorgfalt und Unabhängigkeit
nicht ersetzen. Die rechtliche und redaktionelle Verantwortung muss immer bei
Menschen liegen.
Kennzeichnung und Schutz vor Deepfakes
KI-Inhalte (Texte, Audio, Video) müssen klar gekennzeichnet sein. So schützen
wir die Menschen vor Falschinformationen. Die Kontrolle muss unabhängig vom
Staat erfolgen.
Medienvielfalt und Lokaljournalismus sichern
KI kann sehr schnell sehr viele Inhalte billig erstellen. Das ist eine Gefahr
für gute Medien, besonders für Lokal-Zeitungen und aufwendig recherchierte
Beiträge. Wir fordern eine staatsferne, gemeinwohlorientierte Förderung, um die
Medienvielfalt und -qualität zu erhalten.
Transparenz bei Algorithmen
Große Plattformen und soziale Netzwerke dürfen ihre Inhalte nicht mit
undurchsichtigen KI-Systemen steuern, die Polarisierung, Wut und
Falschinformationen belohnen.
Wir fordern:
- klare Regeln, die sichtbar machen, wie Empfehlungsalgorithmen arbeiten
- konsequentes Vorgehen gegen KI-Bot-Netzwerke
- Nutzer*innen müssen selbst entscheiden können, welche Inhalte sie sehen
wollen, und KI-generierte Inhalte sperren können
Medienkompetenz stärken
Aufgeklärte Bürger*innen können sich vor digitaler Desinformation schützen. Wir
fordern Programme für alle Altersgruppen für Medien- und KI-Kompetenz, um den
kritischen Umgang mit Online-Inhalten zu schulen.
Faire Wirtschaft, Steuern und Open Source
Einige wenige große Tech-Firmen dürfen den KI-Markt nicht beherrschen. Wir
wollen Transparenz und fairen Wettbewerb. KI soll dem Gemeinwohl dienen.
Digital-Abgabe und Fonds für den Wandel
Große Tech-Konzerne machen mit KI sehr hohe Gewinne. Wir fordern eine Digital-
Abgabe auf deren Werbe- und Modell-Umsätze, die in einen speziellen Fonds für
Arbeit und Soziales fließt.
Damit bezahlen wir Weiterbildungen für Menschen und digitale Infrastruktur.
Abhängigkeiten vermeiden: „Öffentliches Geld, öffentlicher Code“
Der Staat und Schulen dürfen nicht von Monopol-Firmen abhängig werden.
Wir fordern:
- Der Staat soll vor allem Open-Source-Software nutzen.
- Offene Schnittstellen sollen gefördert werden.
Förderung für nützliche Innovationen
Wir wollen Innovationen fördern, die der Gesellschaft helfen. Dafür unterstützen
wir gezielt:
- Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
- KI-Start-ups und Projekte für das Gemeinwohl (Social-AI)
- regionale Zentren für KI-Wissen
Beteiligung der Mitarbeiter*innen
Wenn Firmen durch KI erfolgreicher werden, sollen auch die Angestellten davon
profitieren. Wir wollen es einfacher machen, dass Mitarbeiter*innen Anteile an
ihren Firmen bekommen, um am Erfolg der Automatisierung teilzuhaben.
Schutz der Bürger*innenrechte: Nein zum Überwachungsstaat – keine Nutzung
von Palantir
KI in der Verwaltung, bei Gerichten und bei der Polizei darf Bürger*innenrechte
und den Rechtsstaat nicht verletzen. Ein Staat, der mit KI alle Menschen
überwacht, widerspricht unseren Werten.
Keine automatischen Entscheidungen gegen Menschen
Computer-Programme (Algorithmen) dürfen keine Entscheidungen über Ermittlungen
treffen oder Vorgänge in der Verwaltung oder vor Gericht automatisiert
bearbeiten. Ein Mensch muss immer die letzte Entscheidung treffen.
Verbot von Diskriminierung durch KI
KI-Systeme sammeln oft Daten, die nicht transparent sind. Der Einsatz von KI
darf nicht dazu führen, dass Ungerechtigkeit verstärkt wird, zum Beispiel bei
Job-Bewerbungen, Beförderungen, Krediten oder vor Gericht.
Keine Überwachung am Arbeitsplatz
In Firmen darf das Verhalten der Menschen nicht mit KI überwacht werden. Das
gilt auch für Leistungs-Daten oder Körper-Merkmale (Biometrie). Nur wenn es für
die Sicherheit absolut nötig ist, darf das passieren. Beschäftigte haben ein
Recht zu wissen, welche Daten gesammelt werden, und dem zu widersprechen.
Verbot von Massenüberwachung
Wir lehnen strikt ab:
- Gesichtserkennung an allen öffentlichen Orten
- Programme, die versuchen, Gefühle zu erkennen
- „Predictive Policing“ (Systeme, die Verbrechen vorhersagen)
- Rasterfahndung ohne konkreten Verdacht
Solche Systeme führen zu Generalverdacht und Diskriminierung.
Keine Palantir-Software für die Sicherheit
Die Polizei und Sicherheitsbehörden dürfen keine Software der US-Firma Palantir
nutzen (zum Beispiel Gotham oder Foundry).
Wir fordern:
- Alle bestehenden Verträge mit Palantir müssen sofort gekündigt werden.
- Verbot ähnlicher Programme , die auf Daten-Monopolen auf und undurchsichtiger
Erhebung und Auswertung privater Daten basieren. Sie widersprechen unserem
Rechtsstaat und dem Datenschutz.
Europäische Lösungen für die Strafverfolgung
Wenn die Polizei Software zur Daten-Analyse nutzt, muss diese aus Deutschland
oder der Europäischen Union (EU) kommen.
Die Software muss Open Source sein (der Code muss für alle einsehbar sein),
unabhängig geprüft werden und so wenig Daten wie möglich sammeln. Sie muss sich
strikt an die Grundrechte und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) halten.
Europäische digitale Souveränität: Unser Weg in die Zukunft
Europa steht in einem weltweiten Wettbewerb um KI. Wir dürfen nicht nur von
großen Tech-Firmen aus den USA abhängig sein und keine Überwachungs-Modelle aus
Diktaturen übernehmen. Europa muss selbst entscheiden können, wie Technik
genutzt wird. Das ist wichtig für unsere Freiheit und unsere Werte.
Eigene europäische KI-Technik aufbauen
Wir brauchen eigene Rechenzentren und Cloud-Systeme in Europa. Diese sollen dem
Gemeinwohl dienen und nicht nur privaten Firmen gehören. Mehr regionale Zentren
für KI-Wissen sollen helfen, Forschung, Start-ups und Firmen besser
zusammenzubringen.
Förderung von Open-Source-Modellen
Europa soll weltweit führend bei offenen KI-Modellen werden.
Das bedeutet: Die Technik muss transparent und für alle einsehbar sein (Open
Source). Öffentliche Fördergelder sollen vor allem in Open-Source-Projekte
fließen.
Der „europäische Weg“ der KI
Europa soll weiterhin vorangehen, um weltweit die Regeln für eine gute KI zu
setzen.
Dazu trägt das Zusammenspiel bei aus:
- EU AI Act (das europäische Gesetz für KI)
- DSGVO (Datenschutzregeln in Deutschland)
- einer Green-AI-Strategie“ (für energie-effiziente Rechenzentren und
nachhaltige Hardware)
- dem starken Schutz für die Rechte von Bürger*innen und Urheber*innen.
So schaffen wir eine KI, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, verlässlich
und nachhaltig ist.
Begründung
Wir müss zum Thema KI Haltungen entwickeln, und sprachfähig sein. Dieser Antrag basiert auf den inhaltlichen Schnittstellen der drei beteiligten BAGn. Er wurde in 6 Monaten erarbeitet. Im Abstimmungsprozess waren 15 MdBs inhaltlich und/oder informativ beteiligt.
