| Veranstaltung: | 52. Bundesdelegiertenkonferenz Berlin |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | V TOP 10 - Verschiedenes (1/2) |
| Antragsteller*in: | BAG Frieden & Internationales und BAG Religionen (dort beschlossen am: 04.10.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 05.10.2026, 20:25 |
V-08: Wehrhaft für den Frieden - Grüne Rüstungspolitik europäisch neu definiert
Antragstext
Doch es genügt nicht sich Frieden nur zu wünschen, sondern wir müssen ihn
erarbeiten, verteidigen und schützen. Russlands imperialer Angriffskrieg,
hybride Angriffe auf unsere Demokratie und die schwindende Verlässlichkeit der
USA zwingen Europa, mehr Verantwortung für seine Sicherheit zu übernehmen. Diese
Bedrohung bestimmt, wie unsere Verteidigungsfähigkeit aussehen muss und welche
Rüstungsanstrengungen dafür nötig sind.
Der derzeitige Epochenbruch bedeutet, dass Deutschland in seine militärische
Wehrhaftigkeit investiert und seinen Beitrag zum Schutz seiner Verbündeten
leisten muss. Eine glaubwürdige Abschreckung durch den Aufbau dieser Fähigkeiten
soll dazu beitragen, Angriffe auf Deutschland und das gesamte Bündnisgebiet zu
verhindern. Der massive Ausbau des Militärs und das Wachstum der
Rüstungsindustrie können allerdings eine durchaus risikobehaftete Eigendynamik
entwickeln oder neue Befürchtungen bei unseren Nachbarn auf dem europäischen
Kontinent hervorrufen. Deswegen gilt für uns als Grundsatz: je mehr Deutschland
in seine militärischen Fähigkeiten investiert, umso stärker müssen die
institutionellen und gesellschaftlichen Mechanismen zur Überwachung, Kontrolle
und Überprüfung von Rüstungsindustrie und Militär ausgebildet werden. Unser
langfristiges Ziel bleibt eine stabile europäische und globale
Sicherheitsordnung, bei der Abrüstung wieder eine zentrale Rolle einnimmt. Wir
setzen uns für die gewaltfreie Lösung von Konflikten ein. Für Deutschland gilt
zudem: deutsche militärische Macht darf nur multilateral verankert,
parlamentarisch abgesichert und völkerrechtlich gebunden sein.
Sicherheit bleibt für uns orientiert am einzelnen Menschen und seiner Würde, dem
Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen und dem Zusammenhalt der
Gesellschaft als solcher. Im Sinne eines integrierten Sicherheitsbegriffs, wie
ihn die nationale Sicherheitsstrategie (2023) geprägt hat, können alle
politischen Handlungsfelder und Sektoren einen Beitrag zur Sicherheit
Deutschlands leisten. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, unsere
territoriale Souveränität und unsere gesellschaftliche Vielfalt gilt es primär
zu schützen. Militärische Stärke kann dazu nur einen Beitrag leisten, wenn wir
gleichzeitig die anderen strukturellen Herausforderungen unserer Zeit
bewältigen: die Klimakrise, den Verlust der Artenvielfalt, die Absicherung
unseres Systems sozialer Sicherheit, die Wiederherstellung des Vertrauens in den
Staat, den Schutz vor Pandemien, die verantwortungsbewusste Entwicklung
Künstlicher Intelligenz.
Zivile Krisenprävention, Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre
Hilfe und Rüstungskontrolle haben Vorrang vor militärischen Mitteln - nicht als
Floskel, sondern als Prüfmaßstab jeder Entscheidung. Unser sicherheits- und
rüstungspolitisches Handeln bleibt dabei durch das Völkerrecht gebunden; die
Stärkung und Durchsetzung der internationalen Rechtsordnung ist selbst Teil
unserer Friedenspolitik.
Militärische Gewalt darf nur als ultima ratio eingesetzt werden, stets im
Einklang mit Völkerrecht, Grundgesetz und dem Parlamentsvorbehalt. Aus der
Friedensbewegung kommend wissen wir: Wer Gewaltlosigkeit zum Ziel hat, muss
angemessene Antworten auf Gewalt haben, solange andere bereit sind, sie
einzusetzen. Verteidigungsfähigkeit und Friedenspolitik sind für uns kein
Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Verantwortung.
Gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit, Zivilschutz, Cybersicherheit und Schutz
kritischer Infrastruktur sind gleichrangiger Teil der Verteidigungsfähigkeit und
sollten grenzüberschreitend in Europa organisiert werden. Gerade die
gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit kann nicht alleine durch Technologie
geschaffen werden. Stattdessen ist eine Stärkung von Gemeinschaft, Demokratie
und Resilienz nötig. Europäische Politik muss vorbildlich und mit transparenter
Kommunikation voran gehen und die lokalen Verwaltungsstrukturen befähigen, die
für sie passenden Maßnahmen zu treffen.
Der Maßstab unserer Rüstung ist die reale Bedrohungslage - nicht Symbolzahlen,
nicht Industrieinteressen, nicht Prestige. Mehr Geld ersetzt keine Strategie.
Wir wollen eine einsatzbereite Bundeswehr als verlässlichen Beitrag zur
europäischen Landes- und Bündnisverteidigung - nicht die stärkste nationale
Armee Europas als Selbstzweck, sondern einen starken deutschen Beitrag zu
gemeinsamer europäischer Sicherheit.
- Fähigkeitsorientierter und europäischer Aufwuchs: Investitionen folgen
identifizierten Fähigkeitslücken, nicht Wunschlisten. Der Aufwuchs muss
zeitlich priorisiert werden: Kurzfristig geht es darum, bestehende
konventionelle Fähigkeits- und Munitionslücken schnell zu schließen und
verfügbare Produktionskapazitäten zu mobilisieren; mittel- und langfristig
um dauerhaft verfügbare, technologisch anschlussfähige und europäisch
integrierte Fähigkeiten. Dauerhafte multinationale Verbände, integrierte
Luft- und Raketenverteidigung und gemeinsam genutzte strategische
Fähigkeiten binden deutsche Stärke fest in Europa ein und garantieren
gemeinsame Einsatzfähigkeit.
- Gemeinsame Beschaffung mit anderen Verbündeten muss zur Regel werden;
Deutschland unterstützt die beste europäische Lösung unabhängig von ihrem
nationalen Ursprung. Wir unterstützen die Nutzung und Weiterentwicklung
der Gemeinsamen Organisation für Rüstungskoordination (OCCAR) zu diesem
Zweck. Verteidigungsausgaben müssen planbar und überjährig gesichert sein
- zugleich gilt: Beschaffung muss Wirtschaftlichkeitsprüfung und
parlamentarischer Kontrolle unterliegen. Dabei ist Zeit ein strategischer
Faktor. Beschaffung muss so priorisiert und organisiert werden, dass sie
mit der sich wandelnden Bedrohungslage Schritt halten kann; schnelle
Verfahren sind dort nötig, wo Fähigkeitslücken akut sind. Aufwuchs ist
kein Selbstzweck; er ist zu begründen, zu evaluieren und an die Lage
anzupassen und auch in Bezug auf mögliche zukünftige Bedrohungen zu
bewerten. Wahlkreisabhängige Einmischung darf es nicht geben. Wo
vorhandene europäische Produktionskapazitäten kurzfristig hochgefahren
werden können, sollen sie gegenüber dem parallelen Aufbau neuer Strukturen
bevorzugt berücksichtigt werden. Das kann auch Kapazitäten bei
europäischen Beitrittskandidaten einschließen, sofern gemeinsame
Standards, Lieferfähigkeit und politische Verlässlichkeit gewährleistet
sind. Darüber hinaus sollte sich die deutsche Rüstungsbeschaffung vom
Primat der teuren, perfekten Lösung trennen. Um die Bundeswehr für große,
zwischenstaatliche Konflikte auszustatten, ist es nötig eine große Anzahl
von Gütern bereitzustellen, die „gut genug“ sind und schnell
nachproduziert werden können.
Die Rüstungsindustrie wächst - an Umsatz, an Beschäftigten, an politischem
Gewicht. Wir sagen unmissverständlich: Das Primat der Politik ist nicht
verhandelbar. Eine Demokratie, in der wirtschaftliche Rüstungsinteressen
sicherheitspolitische Entscheidungen prägen, hat ihre Friedensfähigkeit bereits
verloren. Wir wollen eine leistungsfähige europäische industrielle Basis -
eingehegt, kontrolliert und dem Gemeinwohl verpflichtet, in Umfang, Kapazität
und Fähigkeiten gebunden an die europäischen Bemühungen zur Erlangung und
Aufrechterhaltung der Landes- und Bündnisverteidigung. Der deutsche
Ausgabenaufwuchs darf nicht in eine abgeschottete nationale Rüstungsökonomie
münden.
- Korruption konsequent bekämpfen: Stärkung der Vergabe- und
Korruptionsaufsicht bei Beschaffungen, unabhängige Prüfrechte des
Bundesrechnungshofs auch bei beschleunigten Verfahren, wirksamer Schutz
von Hinweisgeber*innen in Bundeswehr und Industrie. Beschleunigung darf
nie Kontrollverzicht bedeuten. Stärkung der Verfolgung von und
Konsequenzen für politische Entscheidungsträger in
Korruptionszusammenhängen.
- Übergewinne nicht hinnehmen: Wer am staatlichen Sicherheitsbedarf
verdient, trägt besondere Verantwortung. Krisenbedingte Extraprofite
wollen wir abschöpfen, insbesondere durch eine Übergewinnsteuer sowie
vertragliche Gewinnobergrenzen und Preisprüfungsrechte bei Großaufträgen
(Open-Book-Verfahren). Kostensteigerungen infolge staatlich getriebener
Nachfragespitzen dürfen den finanziellen Spielraum für andere staatliche
Kernaufgaben nicht unnötig verengen.
- Gemeinwohlbindung und Konversionsfähigkeit: Staatliche Beteiligungen oder
Sicherungsrechte an strategischen europäischen Schlüsselunternehmen prüfen
wir dort, wo Versorgungssicherheit es erfordert. Unternehmen, die von
öffentlichen Aufträgen leben, verpflichten wir auf Standards guter Arbeit,
Exportcompliance und die Fähigkeit zur zivilen Konversion, wenn die
jetzige und erwartete Bedrohungslage Abrüstung erlaubt. Zivile Konversion
sollte die Fähigkeiten zur schnellen Rückkehr bei Änderung der
Bedrohungsbewertung nicht einschränken.
- Wettbewerb und Versorgungssicherheit sichern: Offene Schnittstellen,
Zweitquellen, grenzüberschreitende Lieferketten und europäische
Ausschreibungen verhindern nationale Abhängigkeiten und industrielle
Monopole. Gleichzeitig sollen trotzdem (insbesondere außereuropäische)
Abhängigkeiten reduziert werden.
- Ja zu Lieferungen an EU-, NATO- und gleichgestellte Wertepartner sowie an
Staaten, die sich - wie die Ukraine - völkerrechtskonform gegen einen
Angriff verteidigen, sofern die Lieferungen Teil einer abgestimmten
Unterstützungsstrategie sind. Lieferungen von Rüstungsgütern an
strategische Partner außerhalb dieser Gruppen muss eine explizite
politische Strategie zugrunde liegen, die langfristigen europäischen
Interessen an regionaler Sicherheit, internationaler Ordnung und
Konfliktverhütung entspricht. Diese Strategie muss regelmäßig überarbeitet
und durch einen geheim tagenden Ausschuss des Parlaments mit geeigneten
Fähigkeiten und Rechten bestätigt werden.
- Nein zu Exporten an Staaten, die Menschenrechte systematisch verletzen,
Angriffskriege führen oder in denen ein Endverbleib nicht gesichert ist,
weil sie beispielsweise militärische Güter an Konfliktparteien in
Drittstaaten liefern. Dazu müssen die zuständigen staatlichen Stellen für
eine effektive Kontrolle der Endverbleibserklärungen entsprechend mit
Kompetenzen und Personal ausgestattet werden.
Abrüstung bleibt unser Ziel. Jeder Fähigkeitsaufwuchs muss deshalb mit
europäischen Initiativen für Rüstungskontrolle, Risikoreduktion und Transparenz
verbunden werden. Wir arbeiten an der Wiederbelebung konventioneller
Rüstungskontrolle in Europa, an Transparenz- und Vertrauensbildungsmaßnahmen und
an neuen Regimen für Drohnen, Hyperschallwaffen und militärische KI. Langfristig
bleibt unser Ziel eine tragfähige europäische Sicherheitsordnung, die bei einer
grundlegenden Veränderung russischer Politik auch Russland in verifizierbare
Regeln, Rüstungskontrolle und wechselseitige Reduktionsschritte einbezieht. Eine
solche Perspektive relativiert weder die gegenwärtige Bedrohung noch die
Notwendigkeit glaubwürdiger Abschreckung.
Solange Nuklearwaffen existieren und mit ihnen gedroht wird, bleibt Deutschland
als Mitglied der NATO Teil der erweiterten Abschreckung. Angesichts der
schwindenden Verlässlichkeit der USA unterstützen wir eine gemeinsame
europäische Debatte - mit Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den östlichen
Partnern und innerhalb der NATO - darüber, wie britische und französische
Abschreckung stärker zur Sicherheit ganz Europas beitragen kann.
Deutschland kann und darf weder grundsätzliche Fragen der nuklearen noch der
konventionellen Rüstung allein entscheiden. Wir nehmen auch in diesem Kontext
die historische Rolle Deutschlands in den Blick und deswegen Sorgen unserer
Partner ernst und wollen daher sicherheitspolitische Rahmenbedingungen nur im
europäischen Rahmen eingebettet entscheiden.
Zugleich halten wir am Ziel einer atomwaffenfreien Welt fest, unterstützen den
Beobachterstatus beim Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) und setzen uns für
Rüstungskontrollinitiativen zwischen den Nuklearmächten ein. Glaubwürdige
Abrüstungspolitik verbindet Abschreckung mit verifizierbaren, wechselseitigen
Schritten und hält Wege zu künftiger Reduktion offen.
Die Verlässlichkeit der USA ist keine Konstante mehr. Europa muss fähig sein,
sich im Ernstfall selbst zu verteidigen - als Partner der NATO, nicht gegen sie,
aber Schritt für Schritt auch Fähigkeiten der USA ersetzend. Zugleich ist
europäische Verteidigungsfähigkeit ein Baustein der transatlantischen Bindung:
Sie hält die NATO handlungsfähig, verteilt Lasten gerechter und stärkt die
politische Verlässlichkeit des Bündnisses. Partner sollen bei Fähigkeiten,
Stationierung und Einsatz bestmöglich eingebunden werden und mitwirken.
- Die Priorität europäischen Aufwuchses und europäischer Beschaffung
schließt jedoch internationale Beschaffungen mit Blick auf Verfügbarkeit,
Einsatzreife oder fehlende europäische Entwicklungen nicht aus.
Beschaffungen in den USA können darüber hinaus zur transatlantischen
Bindung und zur gemeinsamen Verteidigungsfähigkeit beitragen, wenn sie
keine neuen vermeidbaren Abhängigkeiten schaffen.
- Das gilt in besonderer Weise auch für die deutsch-französische
Zusammenarbeit: Sie ist für die europäische Verteidigungsfähigkeit
unverzichtbar, kann aber nur gelingen, wenn industrielle Teilhabe,
technische Zuständigkeiten und strategische Entscheidungen transparent,
fair und am europäischen Gemeinwohl ausgerichtet sind.
- Europäisches Kommando für europäische Verteidigung: Der militärische
Planungs- und Durchführungsstab (MPCC) der EU soll schnell und deutlich
gestärkt werden, um ein europäisches Kommando für eine europäische
Verteidigung zu bilden. Bestehende Strukturen der EU-Battlegroups und des
Eurocorps sollen, soweit möglich, übernommen und integriert werden.
- Entscheidungen über Leben und Tod dürfen auch beim Einsatz autonomer
Waffensysteme nicht ohne kontextabhängiges, sinnvolles menschliches
Ermessen und wirksame menschliche Kontrolle getroffen werden. Deutschland
setzt sich gemeinsam mit seinen europäischen Partnern für verbindliche
internationale Regeln ein, die autonome Waffensysteme verbieten, bei denen
eine hinreichende menschliche Kontrolle nicht gewährleistet werden kann.
Zugleich muss Deutschland den multilateralen Dialog über den
verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz im militärischen
Bereich fortsetzen und die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich
fördern. Entsprechende Grundsätze sind Entwicklungs- und
Beschaffungsvoraussetzung.
- Europäische Daten- und Softwaresouveränität sichern: Militärische KI
benötigt unabhängige Tests, dokumentierte Daten und Versionen sowie
revisionssichere Protokolle. Kritische Systeme müssen anbieterwechsel-,
rückfall- und abschaltfähig sein. Eine Beschaffung von strukturell
demokratiegefährdenden KI-Systemen oder Software von Unternehmen, die
unter dem Einfluss von anti-demokratischen Kräften stehen, undemokratische
Macht- und Vermögenskonzentration besitzen, oder bei denen die
Einflussmöglichkeiten fremder Regierungen auf Vertragsausübung wie
Datenabfluss unklar sind, lehnen wir ab.
Einfache Sprache
Unser Ziel: Frieden und Sicherheit
Wir Grüne sind eine Partei für den Frieden. Wir wollen eine Welt, in der
Konflikte ohne Gewalt gelöst werden – durch Recht, Gespräche und Zusammenarbeit
zwischen Ländern.
Aber Frieden kommt nicht von allein. Wir müssen ihn aktiv schützen. Russland
führt einen Angriffskrieg. Es gibt auch hybride Angriffe auf unsere Demokratie
(z. B. Desinformation oder Cyberangriffe). Und die USA sind nicht mehr so
verlässlich wie früher. Deshalb muss Europa mehr Verantwortung für seine
Sicherheit übernehmen.
Deutschland muss in seine Verteidigung investieren. Das Ziel ist „Abschreckung“:
Wir müssen stark genug sein, damit andere gar nicht erst versuchen, uns
anzugreifen.
Aber Achtung: Wenn das Militär zu groß wird, kann das neue Probleme schaffen.
Zum Beispiel:
- Nachbarländer könnten Angst bekommen.
- Die Rüstungsindustrie könnte zu viel Macht bekommen.
Deshalb gilt für uns: Je mehr Geld ins Militär fließt, desto strenger müssen wir
es kontrollieren. Die Politik muss immer das Sagen haben – nicht die
Rüstungsfirmen.
Unser großes Ziel bleibt: Eine stabile Sicherheitsordnung in Europa und der
Welt, in der Abrüstung wieder eine zentrale Rolle spielt. Wir setzen uns für
gewaltfreie Lösungen von Konflikten ein.
Deutsche militärische Macht darf nur:
- multilateral (gemeinsam mit anderen Ländern) eingesetzt werden,
- parlamentarisch (vom Bundestag beschlossen) sein,
- völkerrechtlich gebunden (an internationale Gesetze halten) sein.
Sicherheit bedeutet mehr als Militär
Sicherheit heißt für uns:
- Jeder Mensch soll in Würde leben können.
- Besonders schutzbedürftige Gruppen müssen geschützt werden.
- Die Gesellschaft muss zusammenhalten.
Sicherheit ist nicht nur eine Sache des Militärs. Auch andere Dinge sind
wichtig, zum Beispiel:
- Der Schutz unserer Demokratie und unserer Grenzen.
- Der Schutz unserer Vielfalt in der Gesellschaft.
Militärische Stärke kann nur helfen, wenn wir auch andere Probleme lösen:
- Die Klimakrise.
- Den Verlust der Artenvielfalt.
- Den Schutz unseres Sozialsystems.
- Das Vertrauen in den Staat.
- Den Schutz vor Pandemien.
- Die verantwortungsvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI).
Für uns haben friedliche Lösungen Vorrang:
- Krisen verhindern.
- Diplomatie (Gespräche).
- Entwicklungszusammenarbeit.
- Humanitäre Hilfe.
- Rüstungskontrolle.
Militärische Gewalt darf nur als allerletzte Möglichkeit („ultima ratio“)
eingesetzt werden – und nur, wenn es das Völkerrecht, das Grundgesetz und das
Parlament erlauben.
Wir kommen aus der Friedensbewegung. Unser Ziel ist eine Welt ohne Gewalt. Aber
solange es Gewalt gibt, müssen wir uns wehren können. Verteidigungsfähigkeit und
Friedenspolitik sind für uns kein Widerspruch – sie gehören zusammen.
Auch diese Dinge sind wichtig für die Sicherheit:
- Gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit (wie gut eine Gesellschaft Krisen
übersteht).
- Zivilschutz (Schutz der Bevölkerung).
- Cybersicherheit.
- Schutz kritischer Infrastruktur (z. B. Strom, Wasser, Krankenhäuser).
Aber: Gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit kann nicht nur durch Technologie
geschaffen werden. Wir brauchen auch:
- Eine starke Gemeinschaft.
- Eine starke Demokratie.
- Resilienz (die Fähigkeit, Krisen gut zu überstehen).
Europa muss hier vorangehen – mit transparenter Kommunikation. Und die lokalen
Verwaltungen müssen gestärkt werden, damit sie das Richtige tun können.
Regeln für die Rüstung
Wir wollen eine starke Verteidigung. Aber wir wollen nicht maßlos aufrüsten.
Was ist wichtig?
- Der Maßstab ist die reale Bedrohung – nicht Symbolzahlen, nicht die
Interessen der Rüstungsindustrie, nicht Prestige.
- Mehr Geld allein reicht nicht. Wir brauchen eine klare Strategie.
- Wir wollen eine einsatzbereite Bundeswehr, die einen verlässlichen Beitrag
zur europäischen Landes- und Bündnisverteidigung leistet.
- Es geht nicht darum, die stärkste Armee Europas zu haben. Sondern darum,
einen starken Beitrag zur gemeinsamen europäischen Sicherheit zu leisten.
Wie soll aufgerüstet werden?
- Wir investieren dort, wo es wirklich nötig ist – nicht nach Wunschlisten,
sondern nach den Lücken, die wir haben.
- Kurzfristig:
- Wir schließen bestehende Lücken schnell (z. B. bei Munition).
- Wir mobilisieren verfügbare Produktionskapazitäten.
- Mittel- und langfristig:
- Wir brauchen dauerhaft verfügbare, technologisch moderne und
europäisch integrierte Fähigkeiten.
- Wir brauchen dauerhaft verfügbare, technologisch moderne und
- Wir wollen dauerhafte multinationale Verbände (Soldaten aus verschiedenen
Ländern arbeiten zusammen).
- Wir brauchen eine integrierte Luft- und Raketenverteidigung.
- Wir nutzen gemeinsam strategische Fähigkeiten.
Wie kaufen wir ein?
- Gemeinsame Beschaffung mit anderen Ländern soll zur Regel werden.
- Deutschland unterstützt die beste europäische Lösung – egal, aus welchem
Land sie kommt.
- Wir unterstützen die OCCAR (eine Organisation für die gemeinsame
Rüstungsbeschaffung in Europa).
- Verteidigungsausgaben müssen planbar und langfristig gesichert sein. Aber:
Beschaffung muss wirtschaftlich sinnvoll sein und vom Parlament
kontrolliert werden.
- Zeit ist wichtig. Wir brauchen schnelle Verfahren, besonders bei akuten
Lücken.
- Aufwuchs ist kein Selbstzweck. Er muss begründet, geprüft und an die Lage
angepasst werden.
- Keine Einmischung aus Wahlkreis-Interessen.
- Wo es möglich ist, nutzen wir bestehende europäische
Produktionskapazitäten – auch bei Beitrittskandidaten zur EU. Aber nur,
wenn Standards, Lieferfähigkeit und politische Verlässlichkeit stimmen.
- Wir trennen uns vom Primat der teuren, perfekten Lösung. Wir brauchen
viele Dinge, die „gut genug“ sind und schnell nachproduziert werden
können.
Die Rüstungsindustrie im Griff
Die Rüstungsindustrie wird immer mächtiger. Sie verdient viel Geld, hat viele
Beschäftigte und viel Einfluss auf die Politik.
Für uns ist klar: Die Politik muss immer das Sagen haben. Wenn wirtschaftliche
Interessen der Rüstungsindustrie die Sicherheitspolitik bestimmen, dann haben
wir ein Problem. Denn dann kann es keinen echten Frieden mehr geben.
Wir wollen eine starke europäische Rüstungsindustrie – aber eingehegt,
kontrolliert und dem Gemeinwohl verpflichtet.
Was fordern wir?
Transparenz und Lobby-Regeln:
- Verpflichtendes Lobbyregister mit exekutivem Fußabdruck (es muss klar
sein, wer bei Rüstungsvorhaben Einfluss nimmt).
- Karenzzeiten (Wer von der Politik in die Rüstungsindustrie wechselt, darf
nicht sofort wieder Einfluss nehmen).
- Offenlegung aller Beraterverträge im Verteidigungsbereich.
Gegen Korruption:
- Stärkung der Vergabe- und Korruptionsaufsicht bei Beschaffungen.
- Unabhängige Prüfrechte des Bundesrechnungshofs – auch bei beschleunigten
Verfahren.
- Wirksamer Schutz für Hinweisgeber in Bundeswehr und Industrie.
- Beschleunigung darf nie bedeuten, dass wir auf Kontrolle verzichten.
- Stärkung der Verfolgung von und Konsequenzen für politische
Entscheidungsträger, die in Korruption verwickelt sind.
Gegen Übergewinne:
- Krisenbedingte Extraprofite wollen wir abschöpfen – zum Beispiel durch
eine Übergewinnsteuer.
- Vertragliche Gewinnobergrenzen und Preisprüfungsrechte bei Großaufträgen
(„Open-Book-Verfahren“).
- Kostensteigerungen dürfen den finanziellen Spielraum für andere wichtige
staatliche Aufgaben nicht verengen.
Gemeinwohlbindung und Konversion:
- Wir prüfen staatliche Beteiligungen oder Sicherungsrechte an strategischen
europäischen Schlüsselunternehmen (wichtig für die Versorgungssicherheit).
- Unternehmen, die von öffentlichen Aufträgen leben, müssen sich
verpflichten zu:- Standards guter Arbeit (z. B. faire Löhne, sichere
Arbeitsbedingungen). - Exportkontrolle (keine Waffen an falsche Länder).
- Fähigkeit zur zivilen Konversion (Umstellung der Produktion auf
zivile Güter, wenn kein Krieg mehr ist). Aber: Die Fähigkeit zur
schnellen Rückkehr zur Rüstungsproduktion muss erhalten bleiben.
- Standards guter Arbeit (z. B. faire Löhne, sichere
Wettbewerb und Versorgungssicherheit:
- Offene Schnittstellen, Zweitquellen, grenzüberschreitende Lieferketten und
europäische Ausschreibungen verhindern nationale Abhängigkeiten und
industrielle Monopole.
- Trotzdem sollen (besonders außereuropäische) Abhängigkeiten reduziert
werden.
Keine strukturelle Verstetigung:
- Rüstungsaufwuchs darf keine ökonomischen Pfadabhängigkeiten schaffen (das
heißt: Wir dürfen nicht in eine Situation geraten, in der Abrüstung
politisch unmöglich wird).
- Kapazitätsaufbau und Großvorhaben brauchen von Beginn an eine europäisch
abgestimmte Ausstiegs- und Reduktionsperspektive.
Rüstungsexporte: streng kontrolliert
Rüstungsexporte sind keine normalen Wirtschaftsgüter. Sie sind außen- und
sicherheitspolitische Entscheidungen. Sie müssen:
- gesetzlich gebunden sein,
- demokratisch kontrolliert werden,
- in eine gemeinsame europäische Strategie eingebettet sein.
Wann sagen wir Ja?
Zu Lieferungen an:
- EU-, NATO- und gleichgestellte Wertepartner.
- Staaten, die sich völkerrechtskonform gegen einen Angriff verteidigen (wie
die Ukraine) – aber nur, wenn die Lieferungen Teil einer abgestimmten
Unterstützungsstrategie sind.
Zu Lieferungen an strategische Partner außerhalb dieser Gruppen – nur, wenn:
- eine explizite politische Strategie zugrunde liegt,
- diese Strategie langfristigen europäischen Interessen an regionaler
Sicherheit, internationaler Ordnung und Konfliktverhütung entspricht,
- diese Strategie regelmäßig überarbeitet wird,
- ein geheim tagender Ausschuss des Parlaments sie bestätigt.
Wann sagen wir Nein?
Zu Exporten an Staaten, die:
- Menschenrechte systematisch verletzen,
- Angriffskriege führen,
- den Endverbleib der Waffen nicht sicherstellen (z. B. weil sie Waffen an
Konfliktparteien in Drittstaaten weitergeben).
Was fordern wir?
- Die zuständigen staatlichen Stellen müssen für eine effektive Kontrolle
der Endverbleibserklärungen mit Kompetenzen und Personal ausgestattet
werden.
- Endlich ein Rüstungsexportkontrollgesetz mit:
- klaren gesetzlichen Kriterien (keine Einzelfall-Entscheidungen),
- Verbandsklagerecht (Umweltverbände oder Friedensorganisationen
können klagen), - verbindlichen Endverbleibskontrollen,
- jährlichem Transparenzbericht an den Bundestag.
- Europäische Harmonisierung:
- Gemeinsame Projekte brauchen gemeinsame hohe Export- und
Endverbleibsstandards. - Weder deutsche Alleingänge noch der kleinste gemeinsame Nenner
dürfen diese Standards aushöhlen.
- Gemeinsame Projekte brauchen gemeinsame hohe Export- und
Abrüstung und Rüstungskontrolle
Abrüstung bleibt unser Ziel. Jeder Aufwuchs der militärischen Fähigkeiten muss
mit europäischen Initiativen für Rüstungskontrolle, Risikoreduktion und
Transparenz verbunden werden.
Wir arbeiten an:
- der Wiederbelebung konventioneller Rüstungskontrolle in Europa,
- Transparenz- und Vertrauensbildungsmaßnahmen,
- neuen Regimen für Drohnen, Hyperschallwaffen und militärische KI.
Unser langfristiges Ziel ist eine tragfähige europäische Sicherheitsordnung.
Wenn sich die russische Politik grundlegend ändert, soll auch Russland in
verifizierbare Regeln, Rüstungskontrolle und wechselseitige Reduktionsschritte
einbezogen werden.
Diese Perspektive bedeutet nicht, dass wir die gegenwärtige Bedrohung oder die
Notwendigkeit glaubwürdiger Abschreckung relativieren.
Atomwaffen:
Solange Nuklearwaffen existieren und mit ihnen gedroht wird, bleibt Deutschland
als Mitglied der NATO Teil der erweiterten Abschreckung.
Angesichts der schwindenden Verlässlichkeit der USA unterstützen wir eine
gemeinsame europäische Debatte – mit:
- Frankreich,
- dem Vereinigten Königreich,
- den östlichen Partnern,
- und innerhalb der NATO.
Thema: Wie können britische und französische Abschreckung stärker zur Sicherheit
ganz Europas beitragen?
Deutschland kann und darf weder grundsätzliche Fragen der nuklearen noch der
konventionellen Rüstung allein entscheiden. Wir nehmen die historische Rolle
Deutschlands ernst. Deshalb nehmen wir die Sorgen unserer Partner ernst. Und wir
wollen sicherheitspolitische Rahmenbedingungen nur im europäischen Rahmen
entscheiden.
Zugleich halten wir am Ziel einer atomwaffenfreien Welt fest. Wir unterstützen
den Beobachterstatus beim Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW). Und wir setzen uns
für Rüstungskontrollinitiativen zwischen den Nuklearmächten ein.
Glaubwürdige Abrüstungspolitik verbindet Abschreckung mit:
- verifizierbaren, wechselseitigen Schritten,
- und hält Wege zu künftiger Reduktion offen.
Europäische Verteidigungsunion: Souveränität durch
Einbettung
Die Verlässlichkeit der USA ist keine Konstante mehr. Europa muss fähig sein,
sich im Ernstfall selbst zu verteidigen –
- als Partner der NATO, nicht gegen sie,
- aber Schritt für Schritt auch Fähigkeiten der USA ersetzend.
Europäische Verteidigungsfähigkeit ist ein Baustein der transatlantischen
Bindung:
- Sie hält die NATO handlungsfähig,
- verteilt Lasten gerechter,
- stärkt die politische Verlässlichkeit des Bündnisses.
Partner sollen bei Fähigkeiten, Stationierung und Einsatz bestmöglich
eingebunden werden und mitwirken.
Gemeinsame Fähigkeiten statt nationaler Fragmentierung:
- Dauerhafte multinationale Verbände,
- integrierte Luft- und Raketenverteidigung,
- gemeinsame strategische Fähigkeiten,
- verlässliche Präsenz an der Ostflanke.
Wir wollen die GSVP (Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU) zu
einer Europäischen Verteidigungsunion ausbauen.
Gemeinsame Beschaffung als Regel:
Ein handlungsfähiges europäisches Rüstungsmanagement bündelt:
- Bedarfe,
- Budgets,
- Standards.
Deutsche Aufträge dienen europäischen Fähigkeiten, nicht nationaler
Industriepolitik.
Die Priorität europäischen Aufwuchses und europäischer Beschaffung schließt
internationale Beschaffungen nicht aus – zum Beispiel bei:
- Verfügbarkeit,
- Einsatzreife,
- oder fehlenden europäischen Entwicklungen.
Beschaffungen in den USA können zur transatlantischen Bindung und zur
gemeinsamen Verteidigungsfähigkeit beitragen – aber nur, wenn sie keine neuen
vermeidbaren Abhängigkeiten schaffen.
Deutsch-französische Zusammenarbeit:
Sie ist für die europäische Verteidigungsfähigkeit unverzichtbar. Sie kann nur
gelingen, wenn:
- industrielle Teilhabe,
- technische Zuständigkeiten,
- strategische Entscheidungen transparent, fair und am europäischen
Gemeinwohl ausgerichtet sind.
Strategische Souveränität:
Wir wollen Abhängigkeiten bei Schlüsseltechnologien reduzieren – zum Beispiel
bei:
- Cloud,
- Chips,
- militärischer KI,
- Munition,
- Satellitenaufklärung,
- Energie,
- sicherer Kommunikation,
- kritischen Rohstoffen.
Europäische Verteidigungsfähigkeit muss auch zeitlich anschlussfähig sein. Wer
auf neue Bedrohungen zu langsam reagiert, verliert strategische
Handlungsfähigkeit.
Europäisches Kommando für europäische Verteidigung:
Der militärische Planungs- und Durchführungsstab (MPCC) der EU soll schnell und
deutlich gestärkt werden, um ein europäisches Kommando für eine europäische
Verteidigung zu bilden. Bestehende Strukturen der EU-Battlegroups und des
Eurocorps sollen, soweit möglich, übernommen und integriert werden.
Europa ist größer als die EU:
- Das Vereinigte Königreich,
- Norwegen,
- die Türkei,
- die Ukraine,
- und weitere Staaten gehören zur europäischen Sicherheitsarchitektur.
Die EU ist ihr politischer Kern. Die NATO ist ihr militärischer Rahmen.
Neue Gefahren und demokratische Kontrolle
Krieg findet zunehmend im Cyberraum, im Weltraum und über autonome Systeme
statt. Dafür brauchen wir:
- gemeinsame globale Regeln,
- europäische technologische Souveränität,
- demokratische Kontrolle.
Autonome Waffensysteme:
Entscheidungen über Leben und Tod dürfen auch beim Einsatz autonomer
Waffensysteme nicht ohne menschliches Ermessen und wirksame menschliche
Kontrolle getroffen werden.
Deutschland setzt sich gemeinsam mit seinen europäischen Partnern für
verbindliche internationale Regeln ein, die autonome Waffensysteme verbieten,
bei denen eine hinreichende menschliche Kontrolle nicht gewährleistet werden
kann.
Zugleich muss Deutschland den multilateralen Dialog über den
verantwortungsvollen Umgang mit KI im militärischen Bereich fortsetzen und die
internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich fördern. Entsprechende
Grundsätze sind Entwicklungs- und Beschaffungsvoraussetzung.
Europäische Daten- und Softwaresouveränität:
Militärische KI benötigt:
- unabhängige Tests,
- dokumentierte Daten und Versionen,
- revisionssichere Protokolle.
Kritische Systeme müssen:
- anbieterwechsel-fähig sein,
- rückfall-fähig sein,
- abschaltfähig sein.
Wir lehnen die Beschaffung von strukturell demokratiegefährdenden KI-Systemen
oder Software ab – zum Beispiel von Unternehmen, die:
- unter dem Einfluss von anti-demokratischen Kräften stehen,
- undemokratische Macht- und Vermögenskonzentration besitzen,
- oder bei denen die Einflussmöglichkeiten fremder Regierungen auf
Vertragsausübung oder Datenabfluss unklar sind.
Cyberdomain:
Die Entwicklung von Cyber-Fähigkeiten muss weiter vorangetrieben werden. Eine
praktisch umgesetzte europäische Integration auf technischer und operativer
Ebene ist dabei zwingend, um die gemeinsame europäische Einsatzfähigkeit im
Ernstfall zu gewährleisten.
Weltraumdomain:
Vorrang für:
- Härtung (Schutz vor Angriffen),
- Abwehr,
- Resilienz (Widerstandsfähigkeit).
Weg vom Prinzip, dass jede Nation ihren eigenen Satelliten für gemeinsame
Konstellationen baut – hin zu tatsächlich gemeinsamen Systemen.
Parlamentsvorbehalt:
Der Bundestag entscheidet über den Einsatz deutscher Streitkräfte. Beschleunigte
Verfahren in Beschaffung und Einsatzfähigkeit dürfen die demokratische Kontrolle
ergänzen – sie dürfen sie nie ersetzen.
HINWEIS: Dieser Text in einfacher Sprache wurde mit https://gruenerator.eu
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