Die NATO ist kein Bündnis zur „Verteidigung unserer Sicherheit“, sondern ein transatlantischer Pakt zur Aufrechterhaltung westlicher Vormachtstellung und unipolarer Weltordnung unter US-Hegemonie. Die NATO ist schon seit ihrer Gründung 1949 gegen die neue Qualität der Kooperation der in den Vereinten Nationen zusammengeschlossenen Völkern gerichtet und soll das Recht des Stärkeren gegen die weitreichenden Konsequenzen aus der Befreiung vom Faschismus – Vorrang von Diplomatie und Verständigung, Stärke des Rechts – durchsetzen. In der Charta der UNO (1947) ist die gemeinsame Ambition aller Völker festgehalten, dass künftig alle Anstrengungen auf umfassend zivilen Entwicklung gerichtet sein sollen.
In einem internen Bericht des US-Außenministerium hieß es entsprechend schon 1947: „Diese Ungleichheit ist besonders groß zwischen uns und den Völkern Asiens. In dieser Situation sind wir unweigerlich das Ziel von Neid und Missgunst. Unsere eigentliche Aufgabe in der kommenden Zeit besteht darin, ein Beziehungsgeflecht zu entwickeln, das es uns ermöglicht, diese ungleiche Position ohne Beeinträchtigung unserer nationalen Sicherheit zu halten.“
Spätestens nach der Auflösung des Warschauer Paktes 1991 wäre die Auflösung der NATO logische Konsequenz gewesen. Stattdessen spielt die ständige Ausweitung der NATO Richtung Osten mit dem Feuer: Die Wiederbelebung des Feindbilds des „barbarischen Russen“ - zum dritten Mal in der Geschichte – zur Legitimation weiterer horrender Aufrüstungspakete verschärft die Kriegsgefahr und ist ein Hemmschuh der Menschheitsentwicklung.
Aufrüstung befeuert die Eskalationsspirale, nur Abrüstung schafft Frieden. Es ist an der Zeit, die Konsequenzen aus 1945 endlich zu verwirklichen: Für die Stärke des Rechts (UN) statt Recht des Stärkeren (NATO).
